313 Not
Notabene 314
Mühes, ahd. mit nôti«notgedrungen») u. von nõten(öst.), vonnõôten(mhd. von nœten, Dat. Pl.). 4BL. nöten, v.: zwingen, mhd. nœten, nõten, ahd. notjan, not t)an; dazu and. nõödian, mnd. nõden, ndl. nooden, afrs. néda, ags. nãdan, anord. neyda, got. naupjan, im 16. u. 17. Jh. durch nõtigen(s. d.) aus der hochd. Schrift- sprache verdrängt, aber obd. festgehalten u. daher bei Wieland, Schiller, Rückert. nötig, adj.: dringend erforderlich(bei Luther), mhd. nõtec, nõtic, mit Umlaut nætic, ahd. nõtag, nõteg«Not habend, in Not befindlich, notvoll⸗, dann cdringlich», woraus die nhd. Bed. her- vorging; dazu and. nõtago adv.«zwangsweise». Davon nötigen, v.: zwingen(mhd. nôtegen, nõłigen, ahd. notegôn); mit Freundlichkeit dringend auffordern beim u. zum Essen od. Trinken(bei Luther, dafür mhd. ncœten u. obd. nõten, s. d.); dazu Nötigung, f., 1556 bei Frisius 1221 9. ZUS. Notanker, m.:: großer Anker des Schiffes, der nur bei äußerster Not zum Auswerfen bestimmt ist, 1777 bei Adelung, bildl. 1781 b. Müller Sgfr. v. Linden- berg 2, 139. Notbehelf, m., 1716 b. Ludwig. Notdurft, f.: notwendiger, unentbehrlicher Lebensbedarf; notwendiges Bedürfnis. Mhd. nõtdurft, md. nõtdorft, ahd. nõtdur(u)ft f.; dazu and. nödtharft, mnd. nöotroft, nõtrocht, mndl. nooddurft, nooddurst, afrs. néth-, néd- dreft, ags. nidpear-, got. naudipaur fts f.,(entl. dan. nödtorft), zgs. mit mhd. durft, ahd. dur(u)ft, asächs. thur(u)ft, got. Paurfts f. Be- dürfnis, Notwendigkeit, Mangel am Unent- behrlichsten»(s. dürfen, bedürfen). Seine Not- durft verrichten, verhüllend von Ausleerung des Leibes, 1678 bei Krämer, schon mhd. Ssine nõtdurft tuon. notdürftig, adj., mhd. nõöt- dür ftic, md. nõtdorfkig, notdirftec. Noterbe, m.: notwendiger, d. h. pflichtteilberechtigter u. daher in einem Testamente nicht zu über- gehender Erbe(wie Kinder, Enkel u. in deren Ermangelung die Eltern), 1516 b. Haltaus 1425 (aus Bayern). Notfall, m.: eintretende Not- wendigkeit(im 16. Jh. bei Haltaus 1425), mhd. nõtval m.«Unglück. Notfeuer, n.: nach urältester Weise durch anhaltendes Reiben (Zwang, Notzwang) zweier Hölzer od. durch Umdrehung eines Stabes in einer runden Scheibe od. in der Nabe eines Rades erzeugtes Feuer, durch das bei einer Seuche(Notzeit) das Vieh getrieben wird, um es von derselben zu heilen, mhd. nötviur n.(auch Feuersnot), and. n5dν, 742 niedfi, nd. nödfär, nãd- fuüer. Nothelfer, m., mhd. nöthelfœre,-helfer.
Nothemd, n.: durch Zauber fest u. unver- wundbar machendes Hemd, 1641 bei Schottel 377, im 30 jähr. Kriege von den Soldaten häufig getragen(Hübner 1712). notleidend, Part., 1650 bei Moscherosch Phil. 2, 175, dafür mhd. nötlidec. Notlüge, f., 1593 bei Heinr. Jul. v. Braunschweig Buhler 4, 3 Noth-Lügen f. Notnagel, m.: der, wenn der zuerst ein- geschlagne Nagel den Stoff, z. B. Holz, ge- sprengt hat, als Aushelfer in der Not ein- geschlagne zweite Nagel;(bildl.) Aushelfer in einem Verlegenheitsfall(1716 bei Ludwig); durch Verwechslung statt Neidnagel(s. d.). Notpfennig, m., 1658 bei Schoch Studenten- leben 19, 18. notreif, adj.: bei großer Dürre vorzeitig reif, 1740 bei Zedler. Notschrei, m., bei Klopstock. Notschuß, m., 1712 bei Hübner. Notstand, m., 1673 bei Lohenstein Ibrahim 109. Nottaufe, f., bei Luther 8, 45². Notwehr, f., mhd. nötwer, mnd. nôtwwere, mndl. ²οοdavere, afrs. nõdwere, néclwirt f.«Ab- wehr von Gewalt». notwendig, adj.: durch- aus erforderlich, 1531 bei Hedio Josephus 10 b (urspr. die Not wendend, sie zu beseitigen un- entbehrlich); notgedrungen, unaufschiebbar, unvermeidlich, 1537 bei Dasypodius(urspr. in die Not gewendet, durch sie hervorgebracht). Dazu Notwendigkeit, f., 1537 b. Dasypodius. Notzucht, f.: Frauenschändung, 1532 in der Carolina Art. 119, im 15. Jh. in den Weist. 3, 892, eig. das gewaltsame Ziehen, dafür spät- mhd. nötzoc m. u. mhd. ahd. nötnumft f.«das gewaltsame Ansichnehmen, Raub», insbes. «rauenraub u.-entehrung»(ahd. numft f. von aeman«nehmen). notzüchtigen, v.: ge- waltsam entehren, b. Luther, ndrhein. im 15. Jh. noitzuchtigen, noitzuchten, dafür mhd. nötzogen, ahd. nötzogn, im 15. u. 16. Jh. notzuchten. In der burschikosen Bed.«zwingen»? 1774 bei Les- sing 13, 511. Notzwang, m.: Zwang der Not- wendigkeit, 1531 bei Franck Chron. 360 b, im 15. bis 17. Jh.«Gewalttätigkeit, bes. Notzucht».
Nota, f.(Pl. s): Zeichen; kleine Rechnung. Aus lat. nôta, s. Note. RA. etaas ad notam nehmen æsich merken.
notãbel, adj.: bemerkenswert, merkwür- digy, 1716 bei Ludwig, aus frz. notabel, lat. nõtãbilis. Davon Notabeln, Pl.: die durch Rang u. Vermögen angesehensten Bürger des Staats(1787 in Frankreich).
Notabene, n.: das Merkewohl, Merkzeichen, Denkzettel(Wieland 7, 256), zunächt Interj.: wohlgemerkt!(1703 bei Wächtler). Aus lat. nõta bene«merke wohl».


