Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
307-308
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307 nobel

Nonne 308

nobel, adj.: vornehm, adlig. Im 17. Jh. (1697 im Schelmuffsky 104 als Subst. im Pl. Nobels), aus glbd. frz. noble, lat. nöbilis.

Nobiskrug, m.(-s, Pl. rüge): Schenke od. Wirtshaus des Teufels, Hölle, Unterwelt; (in Niederdtschld.) abgelegne Schenke, Grenz- wirtshaus. Im 16. Jh.(Luther Tischr. 418²) aufgenommen aus mnd. nobeskrôch, ndl.(1598) nobiskroech, zgs. aus mnd. Kröch, krüch m. «Wirtshaus, Schenke»(s. 2Krug) u. mhd. abis, s(e) m., von gr. Jat. abYssus m.«Abgrund), dann«Hölley, mit vorgesetztem zZ wie ital. nabisso neben abisso m.«Abgrund, Höllen, das sich aus der häufigen Verbindung in abisso entwickelt hat. Daher 1597 bei Gilhusius Grammatica 97 Obiskrug, 1644 bei Bürster 125 Obißhauß. Daß das Mittelalter die Hölle als ein Wirtshaus schildert u. den Teufel als Wirt, zeigt auch Langensteins Martina 60 bf., und ganz mit gr.-lat. abyssus übereinstimmend ist im Mhd. daz abgründe Ausdruck für die Hölle, die nach christlicher Vorstellung tief im Ab- grund der Erde lag.

¹noch, Zeitadv.: so fort wie vorher; außer dem, wie vorher, u. zu diesem hinzu; bis jetzt. Mhd. noch(auch«gleichwohl, dennoch), ahd. noh; dazu asächs. ah, mnd. noch()(auch cdennoch»), afrs. noch, ndl. nog, got. nauh. Wahrscheinlich aus nu jetzt» u. N, das dem lat.-que, gr. re, aw. aind. a und, auch ent- spricht. Vgl. aber Idg. Forsch. 18, 219.

2noch, verneinende Konj.: und nicht, auch nicht. Mhd. noch, ahd. noh; dazu asächs. noh u. nekc, mud. noch, afrs. noch, nach, ndl.-got. nih(dieser urspr. Vokal noch im ahd. nih-ein, asächs. nig-én«kein? s. d.). Zgs. aus mꝙαicht» u.-h,-uh cund»(s. 1och), so daß got. nih mit lat. neque, nec cund nichty völlig über- einstimmt. Aufeinander bezüglich(korrelativ) steht noch noch(Wieland Oberon 5, 47, Schil- ler Karlos 2, 10), jetzt weder noch(s. weder), mhd. noch-noch, ahd.-asächs. noh- noh, got. nih nih, entsprechend lat. nec- nec.

nochmal(s), adv.: noch einmal, aufs neue. 1711 bei Rädlein nochmal, 1673 bei Weise Erzn. 30 nochmahls, Ende des 16. Jh. bei Wedel Hausbuch 18 nochmahlen; aber in der Bed. cnoch jetzt wie vorher, nach wie vor» 1663 bei Schupp 452 nochmal, 1548 bei Stumpff Schweiz. Chron. 1, 1032 nochmals. 4 B L. noch- malig, adj., 1777 bei Adelung nochmahlig.

Nock, n.(-Lels, Pl.-e): äußerstes über das Segel ragendes Ende der Rahe. 1777 bei Adelung(1783 bei Röding auch die beiden

obern Enden eines viereckigen Segels»). See- mannsausdruck, aus glbd. ndl. nof(eig.«Dach- first, Mastspitze»), woher schwed. nack, dän. nok(ke). S. Btr. 26, 304 u. Falk-Torp.

Nöck, m.: Nix. Aus dän. nök(s. Neck). Bei Kopisch.

Nocke, f.(Pl.-n) u. Nocken, m.(-s, Pl. wie Sg.): Knödel(Mehlkloß) kleinrer u. feinrer Art. 1715 bei Amaranthes der Pl. Nocken; das F. in Osterreich, das M. in Bayern. Viell. aus ital. gnocco m.«Mehlkloßo, vgl. aber Körting.

nölen, v.: langsam reden u. handeln, nicht von der Stelle kommen. Nd., md. nélen. Wohl aus glbd. nd. nötelen, netelen. Dazu ndl. neulen«brummen» aus Neutelen. Entl. dän. nõôle, schwed. nola.

Nomäde, m.(-n, Pl.-*): mit seiner Herde Weide suchender wandernder Hirt ohne festen Sitz. 1595 im Froschm. Nomader. Aus gr.- lat. Nomades«Nomaden», dem Pl. des gr. Jat. Adj. nomas, gr. voudc ohne festen Sitz mit der Herde umherschweifend, von gr. véuetv cdie Herde weiden». 4BL. nomädisch, adj., gebildet nach dem gr. Adj. vouadixc zum Hirtenwanderleben gehörig u. nomadi- sieren, v.: als Nomade leben.

Nominativ, m.(-s, Pl.-e): grammatisch, Fall auf die Frage wer od. was? Nominaliſy bei Fischart Garg. 135; dafür Nennfall bei Gottsched, im 19. Jh. Hauptfall, 1641 bei Schottel Nennendlung, noch früher Nenner(s. d.). Aus lat. nöôminãtzvus m., dem(mit Ergänzung von casus m. Fall) subst. gesetzten M. des lat. Adj. nõminãtzuus«Nennung anzeigender», u. Ubersetzung des gr. Grammatikerausdrucks ôvohocriꝭ f.(rcic).

None, f.(Pl.-n): nach klösterlicher Zeit- einteilung, die Mittagszeit(eig. die neunte Tagesstunde, den Tag von 3 Uhr morgens an gerechnet). Mhd. nön(e), ahd. nöna f. die Mittagszeit u. der zu dieser Stunde in den Klöstern abgehaltne Horagesangy; dazu andfrk. nõnd f. u. nõn, nuon(indeklinabel), mnd. nône, anord. nõna f., in Niederdtschld. noch heute None, Naune, Noun f. die Zeit der Mittags- ruhey, engl. noon, ndl. noen«Mittag»; dagegen nach altröm. Rechnung ags. u. anord. nön n. 8 Uhr nachmittags». Aus lat. nona f. die neunte»,(nämlich hora«Stunde»), 3 Uhr nach- mittags(den Tag von Sonnenaufgang[6 Uhr] angenommen), bei den Römern im Sommer die Stunde der Hauptmahlzeit.

Nonne, f.(Pl.-n): Klosterjungfrau; dann (nach der weißen Farbe u. dem anscheinend