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bei Moscherosch, im 18. Jh. bei Bürger, Voß nis, aber schon im 15. Jh.(1482 im Voc.theut.), dann bei Gramm. des 16. Jh.(z. B. Ickelsamer) u. im 17.—19. Jh. als gew. Schreibung-ni6ß. Mhd. F. u. seltner N.-nis(se), daneben-nus(se), nüsse; ahd. F.-nissa,-nissi,-nessi, früher nassi,-nussi, am frühesten-issa,-ussa,-ussi, u. N.-nissi,-nisse,-nessi, früher-nassi,-nussi; dazu asächs. F. nessi,-nissi(a),-nissea,-nus- si(a), auch N.-nussi, mndl. F.-nesse, nndl. -nis, afrs. F.-nese, ags. F.-nes, nis,-n ⁸, später auch-nesse,-nisse, engl.-ness, anord. fehlend, got. M.-assus. In dieser Endung ist n nicht urspr., sondern erst später damit ver- wachsen, u. zwar dadurch, daß die Endungen -as88,-iss,-uss an das ableitende-n alter Verba auf-nöôn(got. gudjinbn«Priester sein?, gudjinassus m.«Priesteramt», Piudanòon cherr- schen, Fiuckinassus m.«Königreich»), an die auf ahd.-an ausgehenden Part. Prät. starker Verba u. an die auf auslautenden od. auch auf-an endigenden Adj., dann an ahd. auf -an ausgehende Subst. häufig antraten u. so den Sprachgeist zu jenen-nass,-niss,-Nass mit dem unorganischen n verleiteten, so daß schon im Ahd. die Schreibung zwischen funta- nissa u. funtannissa f. Erfindungs, hreinissa u. Nreinnissa f.«Reinheit usw. schwankt. Nische(Spr. 5), f.(Pl.-n): Blende, Wand- vertiefung zur Aufstellung von etwas, vor- nehmlich eines Bildes. 1678 bei Krämer(wie bei Rädlein, Ludwig u. Frisch) Nitsche, 1691 bei Stieler Nische, aber schon ndrhein. im 14. Jh. nysche. Aus glbd. frz. niche f. u. dies aus ital. nicchia f. Unbekannter Herkunft. Nischel, m.(-, Pl. wie Sg.): Schopf, Kopf. 1674 bei Weise überflüss. Gedanken 2, 392 Nüschel u. 1695 in der Comõdienprobe 288 Nieschel, 1697 im Schelmuffsky 118 Nischel, aus der Volkssprache Ostmitteldeutschlands, ebenso in Jülich Näschel m.«das Vorderhaar am Kopfy, auch schweiz. Mschel m. Maul, Schopf, Kopf,.’ Niß, f.(Pl. Nisse): Lausei. Mhd.-ahd. niz f.(Pl. mhd.-e), seit dem 15. Jh. auch niße f.(Diefenb. gl. 323); dazu mnd. nete, nit, 1477 clev. nete, ndl. neet, ags. hnitu f., engl. nit, anord. gnit f., jetzt isl. nitr f., schwed. gnet f., dän. gnid. Urverw. mit gr. xovic f. (Gen. doc)«Laus-, Floh-, Wanzenei», russ.- poln. gnida, ir. sned, kymr. nedd, alb. ponl, tschech. hnida f.«Lauseiv. Ein andres Wort ist glbd. lit. glinda, lat. lens f., Gen.-dis). Vgl. noch Lidén Stud. 84, Zupitza 120. 43L.
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
nissig, adj.: MNisse in den Haaren habend (1539 bei Serranus nißig, 1537 bei Dasypodius nissechtig); armselig, schäbig(bei Luther 8, 277 b). ZUS. Nißkamm, m.: enger Kamm, mhd. nizkamp, nizkam, nd. netexamm m.
nisteln, v.: das Nest bauen; raschelnd(wie beim Nestbau) worin sich bewegen od. tätig sein; sich dicht an jem. machen(Goethe 8, 23,. viell. für nesteln). In der 1. Bed. im 15. Jh. nisteln(Diefenb. gl. 380 b); dazu mnd.-ndl. ne- stelen, ags. nistlan, nestlian, engl. nestele; auch übertragen in einnisteln, bei H. Sachs 4, 438. In der 2. Bed. 1604 bei Decimator Gewißens- teufel 50. Von Nest(s. d.), wozu auch Nistel n. cStoff zum Nesterbau», 1662 bei Stoer 336 b.
nisten, v.: das Nest machen od. bauen; den festen Sitz einrichten. In beiden Bed. mhd. nisten, ahd. nisten in 1. Bed. Ubertragen auch in einnisten, 1552 bei Liliencron 4,535, 18°, refl. 1618 bei Weckherlin 1, 185, 92 F.
Niveau(spr. niνν), n.(-s, Pl.-s): eig. Wasserwage(1791 bei Roth), von frz. niveau (s. u.), dann«wagerechter Stand, gleiche Höhe, gleicher Stand, Preisstand». nivellieren, v.: mit od. nach der Wasserwage abmessen; wage- recht od. gleich machen. 1728 bei Sperander. Aus glbd. frz. niveler, span. nivelar, von frz. nivecu, span. nivel, ital. livello, libello m.«Blei-, Setz-, Wasserwage», aus glbd. lat. libella f., dem Dim. von libra f.«Wagen, dann im bes. Blei-, Setz-, Wasserwage».
Nix, m.(-es, Pl.-e): Wassergeist. Bei Luther Tischr. 2132 Niæ m.«Wassergeist» schwach- flekt., aber mhd. nickes, nilchus, md. im 12. Jh. nihhus, niches n., ahd.-and. nihhus m. Kro- kodib(Wasserungeheuer); dazu mnd. necker m. Wasserelfy, mndl. nicker, necker m.«Wasser-, Meergott», nndl. nixker m.«böser Geist, Teufeb, ags. nicor m. Flußpferd, Wasserungeheuerꝰ, engl. nich Teufel⸗, anord. nkr m.«Wasser-
gespenst in Gestalt eines Pferdes, Flußpferdꝰ, dun. nõök, schwed. näch m.«Wassernix». Viell. altes Part. Perf. zu aind. ni], gr. vierv«waschem,
da die Wasserdämonen gern aus Wellen tau- chend in See od. Fluß badend gedacht werden. 4BL. Nixe, f.(Pl.-n): weibl. Wassergeist, Wassernymphe, im 16. Jh. Nixe neben Nixin, Nichsin, mhd. wazzernixe(sonst meruwip n., mermeit f.), ahd. nicchessa f. ZUS. Nixen- blume, f: gelbe Seeblume, Seelilie, nymphaea lutea, 1794 bei Nemnich, dän. nökeblomster (Nixblüte), schwed. näckblad(Nixblatt); die kleine Nixblume, hydrocharis morsus ranae, Froschbiß, 1777 bei Adelung. 20


