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verhüllten schwarzen Kopfe) eine Taucherart, mergusalbellus(1557 bei Heußlin, 1449 obrhein. nunnel n. Tauchenten, ital. monachetto m. «Mönchlein»), sowie der Nachtfalter bombyx monacha(1777 bei Adelung);(mit Bezug auf die angelobte Keuschheit der Nonnen) ver- schnittnes od. zur Begattung untauglich ge- machtes weibliches Tier(mhd. nunne, md. im 15. Jh. nonne f.«verschnittnes weibl. Schweivy, in Bayern«verschnittne Stutes; dazu md. im 14. Jh. nunnen ckastrieren», mhd. nunnen- macher m.«Schweinschneider», vgl. Gelzen- leichter);(anspielend auf die den Klosterleuten vorgeworfne Verletzung des Keuschheitsge- lübdes) Benennung verschiedner hohler Werk- zeuge, deren einpassende Stücke den Namen Mönch(s. d.) tragen, wie Kapellenring und Stempel im Hüttenwesen(1712 bei Hübner), ferner der Hohlkreisel, eig. der Ring, in den der Fuß des Hohlkreisels gesteckt wird(schon 1598 ndl. nonne). In urspr. Bed. mhd. nanne, md. auch nonne, ahd. nunna, nonna f.; dazu mnd.-ags. nunne, ndl. non, engl. nun, anord. nunna f. Im Beginn des 9. Jh. entl. aus kirchlich- lat.(zuerst bei dem Kirchenvater Hieronymus, † 420, vorkommenden) nonna f. neben nonnaus m., bei gr. Kirchenschriftstellern vôvvaf., neben vévvoc m.«weibliche od. männliche Person, der mütterliche od. väterliche Ehrfurcht ge- bührt», daher ital. nonna f.«Großmutter», nonno m. Großvater»; dem lat. nonna ent- sprechend, gr. vdvvo, vévvn, vivyn f.«Groß- mutter, Tante», aind. nand Müttercheny. 4BL. Nönnlein, n., im 15. Jh. nan-, miinlein. ZUS. Nonnenfürzchen, n:: leichtes kleines Gebäck von feinem Butterteige mit brauner Konfektfüllung, schonim 14. Jh. nunnen föralein. Nonnengeräusch, n.: summendes Geräusch in der Hals- od. Drosselvene, ähnlich dem Brummen des Hohlkreisels, im 19. Jh. Nonnen- kloster, n., 1482 im Voc. theut. x 6 b nunnen- kloster, anord. nunnuxlaustr n.
Nonsens, m.(-es, Pl.-e): Unsinn, leerer, widersinniger Wortschwall. Erst in der 2. H. des 18. Jh., nach frz. non-sens m., d. i. lat. non sensus«nicht Sinn.
Noppe, f.(Pl.-n): Wollknötchen am Zeuge. Spätmhd.-(md.)-mnd. nop(pe) f., 1477 clev. noppe, mndl. nop f. Vgl. Knubbe, Knopf u. kärnt. Noppe f.«kleine Erhöhung, Hügelchen auf einer Wiese». 4B L. noppen, v.:(Tuch) von Wollknötchen durch Abzwicken reinigen, spätmhd. mnd.-mndl. noppen. ZUS. Nopp- eisen, n.: kleine Zange zum Abzwicken der
Wollknötchen, im 16. Jh. im Register zu Agri- cola de re metallica Nopeisen, mnd. noppiseren, ndl. nopijzer n.
Nord, m.(-Lels): die auch Mitternacht ge- nannte Himmelsgegend;(Pl.-²) der Wind daher. Mhd. nort m. n.(Gen.-des), ahd. nord, nort n.; dazu asächs. nord Adv.«nordwärts», ndl. noort, noord, afrs. north, nord n. u. Adv., ags. norp Adj. u. Adv., engl. north, anord. nordr n. u. Adv., schwed. norr, nord, dän. nord. Unerklürt, vielleicht besteht Bez. zu umbr. nertro clinks, wie auch in andern Sprachen clinks u. rechts(vom Sonnenaufgang)» den Begriff«nördlich u. südlich» ausdrückt; dazu noch gr. veprepoc«unten». Anders Nörren- berg Globus 77 Nr. 23. 4L. Norde, m:: Bewohner des Nordens, eine Neubildung des jungen Goethe 2,463(1772) u. Klopstocks(1774). Norden, m.(-⁶JA): die Himmelsgegend Mitter- nacht; der nördliche Teil der nördlichen Halb- kugel der Erde, insbes. Nordeuropa. Mhd. (md.) norden n., ahd. nordan n.«die nördliche Himmelsgegend u. der Nordwind». Dazu das Adv. mhd. norden, älter aordane, ahd. nordana, asächs. nordan, ags. norpan, anord. nordan «von Norden her, nach od. im Norden», nhd. nur noch mit Präpositionen auss, gegen, nach, von Norden(aber als Kasus des Subst. Norden angesehen), ahd. fon nordana. Norder- in Norderbreite, f.: nördliche Breite(1716 bei Ludwig), u. Nordersonne, f.: die nordwärts- stehende Sonne, die dann nicht untergeht, Mitternachtssonne, zgs. mit mhd. norder Adj. u. Adv.«nördlich», mnd. norder Adj., anord. nordr Adv.«nordwärts». nordisch, adj., 1537 bei Dasypodius nortisch«nördlich», afrs. northesk, nordsch, norsk; 1691 bei Stieler in der heutigen Bed.«dem Norden angehörend. nördlich, adj., 1719 bei Kramer; 1691 bei Stieler nordlich, aus nordenlich 1482 im Voc. theut. X6 ²; dazu ags. norplic. ZUS. Nord- kaper, m.: Name mehrerer Walfischarten, die um das Nordkap, das nördl. Vorgebirge Europas, leben. 1712 bei Hübner. Nordland, n.: im Norden liegendes Land, mhd. Nor(den)- lant n., ags. norpland, anord. nordrland n.; davon Nordländer, m., 1678 bei Krämer u. nordländisch, adj., 1616 bei Albertinus Lucifer 313 L. Nordlicht, n.(-Lels,-er): am nördl. Himmel sich verbreitender leuchtender Schein, zuerst 1716 von Chr. Wolff in Menckes acta eruditorum 357 gebraucht, dafür 1717 pei Nehring Nord-Schein m. Nordost, m. (Aels): die Himmelsgegend zwischen Nord u.
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