Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
297-298
Einzelbild herunterladen

297 nicken

nieder 298

nicken, v.: eine vor- u. niederwärts, dann wieder aufwärtsgehende Kopf- oder Augen- bewegung machen. Mhd. nichen u. ndcken, mnd. nicken, nucken, ahd. nicchen, Iterativ von neigen(s. d.), wie bücken von biegen, schmücken von schmiegen; daher zuerst die Bed. asich neigen machen, beugen, nieder- drücken», dann sich neigen». Nickfänger, m.(-s, Pl. wie Sg.): spitzes Messer, mit dem der Jäger Hirschen u. Rehen den(Ge)nickfang, den Stich ins Genick gibt, 1734 b. Döbel Jägerpract. 3, 105 2 Genickfänger. nid, Präp. mit Dat., nur noch els. u. schweiz. nid dem Wald(Schiller Tell 1, 4), Nidavalden der nördl., tiefer gelegne Bezirk des Kantons Unterwalden. Mhd. nide Adv.«unter, niederꝰ, ahd. nida Präp. mit Dat.«unter(halb), s. eder. nie, adv.: zu keiner Zeit. Mhd. nie, md. n?,, ahd. nio, neo, zgs. aus der einfachen Verneinung ni(s. nicht) u. eo(s. Je); dazu asächs. neo, nio, nia, afrs., ags., got. ni ain(Akk. Sg. von aius m. Zeit»). nied, adj.: niedlich(in der Wetterau); ange- nehm(schweiz.). Es ist das ahd. niot, niet m. Begehren, Freudes, als Adj. gesetzt in der Bed. Verlangen erweckend, angenehm. S. niedlich. Niedel, m. f.(Gen. Miedlen): Milchrahm u. daraus Bereitetes. Obd. Schon im J. 1500 nydel f., im 17. Jh. daneben Neidel u. Nüdel. Dunkler Herkunft. nieden, adv.: m der Tiefe, unten; auf dieser Erde. Nur noch dichterisch. Bei Luther 6, 1762 nidden, mhd. niden(e), ahd. nidana, kölnisch 1263 nlieden(Höfers Urk. S. 15 benieden); dazu asächs. nidana, mnd. neddene, ags. neodan«von untem(engl. beneath), anord. nedan«von unten her, untenꝰ, schwed. nedan, dän. neden. Mittels der Endung-ana gebildet von ahd. nida«nid»(s. d.). nieder, adj.: tiefer liegend, unterwärts befindlich, niedrig von Art u. Stand. Mhd. nider(e), ahd. nidari, nidiri(Komp. nidaror, Sup. nidarõst); dazu and. nithiri«der unteren, mnd. ned(d)er, ndl. neder, afrs. nithere, nedere, neer, engl. nether, mit komparativischer Bed. ags. neopera, nipera, engl. nether, anord. neckri (Sup. nedstr), schwed.-dän. nedre. Das Adj. ist eine jüngre germ. Bildung aus dem Adv. nieder von oben nach unten, in die Tiefe, in der Tiefe, mhd. nider, md. nidder, neder, ahd. nidar(auch Präp. mit Dat.), asächs. nidar, mnd. nedder, ndl. neder-, afrs. nither, neder, ags. niper, anord. nidy, urverw. aind. nitaräm zabwürtsy. Mit andrer Abl. abg. nizi cab-

wärts, unten». 4L. niedern, v.(refl. bei Schiller 1, 239), mhd. nider(e)n, ahd. nidarren (aus* nidar jan), nidiran; dazu andfrk. geni- theron, ags. geniderian eniedrig machen, er- niedrigen»; davon Niederung, f.: Erniedri- gung(bei Luther, ahd. nidarunga, mnd. nede- ringe f.), dann niedrig Liegendes(1691 bei Stieler), Tiefland(1777 b. Adelung). niedrig, adj., bei Luther nidrig, 1537 bei Dasypodius niderig, mnd. neddrig; davon niedrigen, v., bei Luther nidrigen, md. 1452 niderigen(Mi- chelsen Ratsverf. v. Erfurt 20), mnd. nedergen, u. Niedrigkeit, f., bei Luther. ZUS. nieder- deutsch, adj.: norddeutsch, 1521 bei Schade Satiren 3, 68, 24 nider dütsch(vom Volk, 1581 bei Fischart Bienenk. Titel auff Nider Teutsch (von der holländisch. Sprache), aber schon um 1480 im Voc. inc. teut. r 32 Nider teutschelant. niederdrücken, v., mhd. nider drücken, Part. md. im 13. Jh. nider gedrucket«demütig». Niedergang, m., mhd. niderganc m.«das Niedersteigen, Untergang der Sonne, West». niedergeschlagen, Part.: niedergebeugt, entmutigt, traurig, bei Luther Ps. 145, 14. Niederkleid, n.: Hose, Unterhose(b. Luther), mhd. niderkleit n. Kleid für den Unterleibs, mnd. nedderkleit. niederkommen, v.: ins Kindbett kommen, gebären(1535 b. Schwarzen- berg 149 ² niderkumen), mhd. nider kKomen cherabkommen, zu Bette gehn», mit Gen. kindes nider komen«gebärens; dazu Nieder- kunft, f. Entbindung, 1683 im Neuen teutsch- franz. Wbch. 232². Niederlage, f., mhd. niderlãge f. das Niederlegen, Sichniederlegen, Aufenthalt, Ruher, im 15. Jh.«ͥdas Besiegt- werden im Kampfe u. Aufbewahrungsort von Warem(in der Bed. Privileg des Stapelrechts u. Warenmarkt schon im 13. Jh. nd. ned(d)erlage bei Haltaus S. 1417f.). Niederland, n., mhd. Niderlant n. sdas untre Land, das Land am Niederrhein», auch Niedersachsen, Nieder- schwaben, Niederbayern», mnd. Necdderlant Niedersachsen, im 16. Jh. in der Zimm. Chron.*² 1, 514,29 der Pl. Niederlande(die holländischen Pronvinzen); davon Niederländer, m., mhd. Niderlender m.«Bewohner des Unterlandes», im 16. Jh.«Holländer»(Zimm. Chr. ²1, 273, 1f.), u. niederländisch, adj., mhd. im 14. Jh. niderlendisch caus dem Unterland gebürtig), im 16. Jh. cholländisch(Zimm. Chr. ² 3, 235, 38). niederlassen, v., mhd. niderläzen, ahd. nidar- lãzan tr. u. refl. cherunter lassen, sich nieder- bewegen», auch im Mhd. refl.«sich ansiedeln?; davon Niederlassung, f.: Ansiedlung, 1691