299 niedlich
Niere 300
bei Stieler. niederlegen, v., mhd. nider legen, ahd. nidarlegjan zu Boden legen, nieder-
werfen»; ein Amt usw. aufgeben, 1664 bei Duez. niedermachen, v.: niedermetzeln, 1644 bei Bürster 27. niedermetzeln, v., 1727 bei Aler, dafür im 17. Jh. niedermetz(g)en. niedersäbeln, v., 1647 bei Olearius pers. Reisebeschr. 5, 15. niederschiefßen, v.: tot schießen, 1559 bei Murner Eneis f 8 b. Nieder- schlag, m., mhd. näiderslac m. Totschlag, Niederlage; das aus einer Flüssigkeit sich Niederschlagende, zu Boden Fallende», 1666 bei Comenius Sprachenthür§ 27; die aus der Luft sich niederschlagende Feuchtigkeit, bei Humboldt Kosmos 1, 359. niederschlagen, v., mhd. nider slähen zu Boden schlagen, schlachten, lagern, sich lagern»;(bildlich) cunterdrücken, vernichten», bei Luther;«ent- mutigen»(Hiob 15, 24 niderschlahen), s. nieder- geschlagen. Niedertracht, f.: Niedrigkeit der Gesinnung, bei Goethe an Schiller 6, 220. niederträchtig, adj., mhd. nidertrehtic cniedrig geschätzt», älternhd. im 16. Jh. aniedergesenkt, niedrig, unscheinbar»(noch bei Goethe 3, 54),«den Sinn auf Niedriges gerichtet, unterwürfig»(noch beiSchiller 1, 21); (im 18. Jh.)«gemein, verworfen»(1755 bei Rabener 1, 107), in obd. u. md. Ma. cherab- lassend, leutseligs; dazu Niederträchtig- keit, f., im 16. Jh.«Unterwürfigkeit, Demut⸗ (1541 bei Frisius 257², noch bei Wieland 20, 47); im 18. Jh.«Niedrigkeit, Gemeinheit der Ge- sinnung» usw.(1741 bei Frisch). Nieder- wat, f.: Niederkleid, bei Luther 3. Mos. 6, 10 u. 16, 4 Niderwad u. Niderwand(s. Lein- wand), mhd. nĩderwt f., von zt f.«Kleidung». niederwärts, adv., mhd. niderwert, dwart u. werkes, ahd. nidarort(aus nidarwert) u. nidarortes.
niedlich, adj.: durch Klein-, Fein-, Zart- heit, Sauberkeit gefallend; leicht empfindlich (hess.). Bei Luther né.«Verlangen erweckend, wünschenswert, erfreulich zum Genusse,⸗ (Sprüche Sal. 9, 17, Dan. 10, 3 u. so von deli- katen Speisen noch bei Wieland 16, 243), czierlich, fein, hübsch»(Luther 8, 373² J.); im Adv. ndrhein. gegen Ende des 12. Jh. nst- liche, asächs. niudlico ceifrigs, md. 1403 nieth- lchen ceifrig, freudig(Schannat dicœcesis Fuldensis 319), ags. nõodlice«sorgfältig, eifrig, gerny». Von ahd. niot, niet m.«lebhaftes Ver- langen, eifriges Streben», mhd. nlet in gegen- niet m.«Gegenstreben», noch im Schmal- kaldischen es hat mich ein Niet nach etw.«ich
habe große Lust wonach», auch adj. nied(s. d.); dazu asächs. niud, afrs. niod m. Begehren, Verlangen». Das Wort gehört zu dem unter genau behandelten ahd. ganlanæstoßen⸗. 4BL. Niedlichkeit, f., 1691 bei Stieler, in der Bed.«Wohlschmeckendes, Delikatesse?, 1654 bei Logau Zugabe D 43 der Pl. Nietligkeiten.
niedrig, s. nieder.
niemals, adv.: zu keinem Zeitpunkte, zu keiner Zeit. Im 16. Jh. bei F. Platter 157 B. niemolß, neben niemal(1634 bei D. v. d. W9erder Ariost 4, 38, 8, noch bei Goethe u. Schiller), niemalen(1639 bei Micrälius Pommern 1, 9, noch bei Schiller, Immermann, Freytag). Zgs. aus nie(s. d.) u. Mal(s. d.), mit genetiv.-s, während niemal Akk.-Bildung u. niemalen aus dem Dat. Pl. gebildet ist.
niemand, zählendes Pronominalsubst.: nicht jemand, kein Mensch. Mhd. nieman, niemen(bis ins 16. Jh.), md. niman, néman, nimin, ahd. neoman, nioman, entstanden aus nie eoman(s. nicht u. jemand); dazu asächs. neoman, nioman, mnd. nemen, afrs. nammon, nemmen, nimmen; dafür got. ni manna u. ni mannahun. Mit angetretnem Dental seit dem 14. Jh. mhd. niemant, niemand, verkürztniempt, niemd, md. nimant, ndrhein. im Karlmeinet némant, mnd. nemant, nement, numment, afrs. nement, nimment. Der Gen. lautet ahd. nio- mannes, mhd. nieman(ne)s, im 15. Jh. niemands; der Dat. ahd. neo-, niomanne, mhd. niemanne, niemande, nieman, im Nhd. gew. unflekt. nie- mand, seit dem 17. Jh.(1673 bei Weise Erzn. 153) niemanden u. im 18. Jh. stark niemandem; der Akk. ahd. eomannan, mhd. nieman(nen), im Nhd. niemand(1518 bei Keisersberg) u. niemanden(1734 bei Steinbach); im Nom. häufig mit angefügtem s, mhd. seit dem 14. Jh. niemans, im 15. Jh. n„emantz, noch bei Aler 1727 niemands. In der Verbindung n. anders: «sonst niemand, mhd. niemen anders, ist anders Gen. Sg. Als wirkliches Subst. Niemand, m., mhd. her Nieman, mit angetret. s im 16. Jh. der Niemands(Zimm. Chron. ² 3, 159 37).
Niere, f.(Pl.-/): rotbrauner, gebogen bohnenförmiger, zur Harnabsonderung die- nender Körper in der Bauchhöhle, beim Men- schen in der Lendengegend. Unter nd. Einfluß dringt seit dem 18. Jh.(Rädlein 1711, Ludwig 1716) das F. durch, aber älternhd. u. noch bayr. M., mhd. nier(e), ahd. nioro m.(im Ahd. auch«Hode); dazu mnd. nere f., ndl. 1598 niere f., nndl. nier f., anord. nyra n., schwed. mure m., dän. nyre. Urverw. mit gr. veꝓpòc


