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mhd. niurneborn, ahd. νινεoran. Neugier, f., um 1700 die Gier etwas Neues zu machen», 1751 bei Lessing 1, 106 die Gier etwas Neues kennen zu lernen»; daneben Neubegier, 1735 bei Stoppe Parnaß 3. Neugierde, f., 1680 bei Francisci Lufft-Kreys 1234 Neu-Gierde «ͥdie Sucht Neues kennen zu lernen»; daneben Neubegierde, 1735 bei Stoppe Parnaß 336. neugierig, adj., 1557 bei Waldis Esopus 4, 95, 294 newwgirig, daneben neubegierig 1673 bei Weise Erzn. 3; eine ältre genetivische Neben- form ist 1653 bei Zincgref Apophth. 3, 179 nezs-gierig, ndl. 1598 nieuwsghierigh, noch märk. müsgirich(Frommann 4, 267, 149), brem. nijsgirig u. mit Übergang des sg in sch nd. nischirig, md. neuschierig. Im Mhd. hatte man dafür das Adj. niuwe)gerne(noch appenzell. nügern), 2zgs. mit mhd. gerne, ahd. gerni cbe- gierig, worauf erpicht»(s. gern), u. im Ahd. das Subst. niugerni, mhd. niugerne f.«Neu- giery», neuhochdeutsch, adj.: hochdeutsch vom Ende des 15. Jh. an, insbes. aber seit Luther, ein Ausdruck Jacob Grimms(Gramm. 1², XI). Neujahr, n., im 16. Jh. das nezw jar (mit Flexion des Adj.), aber 1540 bei Alberus dict. B 1 b newwjar«Neujahrsgeschenk», ebenso 1518 bei Keisersberg Baum der Seligkeit 6 b nuwe jar(Pl.), genauer 1663 bei Schuppius 402 Neu-Jahr-Geschencke n. u. 1605 bei Hulsius Neujahrgab f. Neulicht, n.: Neumond, im mrhein. Voc. ex quo 1469 nüliecht n. neu- modisch, adj., bei Lessing 2, 400 vom J. 1748. Neumond, m., bei Luther Newemond, 1414 eyn ndte mänt u. sonst im 15. Jh. nã mönt, neiwmon(Diefenbach gl. 383 c), spätahd. miu- mäne m. Neurod, n.(-es, Pl.-e): frisch od. auch später als andres angerodetes u. so ur- bar gemachtes Land. In Mitteldeutschland (s. Eod) für mhd. nise)riute u. niu-geriute n., 1371 neuraust. Neuzeit, f., bei H. Heine 14, 184(Hamb. 1861 f.); dazu neuzeitig, adj., 1775 bei Heynatz Briefe 5, 113.
neun: Zahlwort, alleinstehend auch noch althergebracht im Nom. u. Akk. neune, im Dat. neunen; der Gen. älternhd. neuner, noch im Adv. neunerlei(s. Jei). Mhd.-ahd. miun, md. nun, spätmhd. neun, vereinzelt mhd. niνοαn, niwen, neuwen, ahd. uiνan(Otfrid 2, 4, 3), flekt. mhd. niune, ahd. niun, Ntr. niuniu; dazu asächs.-afrs. nigun, mnd.-ndl. ↄegen, ags. nigon, engl. nine, anord. Q⁷ια, schwed. nio, dän. n, got. nur der Gen. niuné erhalten, krimgot. nyne. Urverw. mit lat. novem, gr. evvéa, air. nõi-n, apreuß. neeints(der neunte), lit. devinè,
abg. deveti, armen. inn, aw. nava, aind. nãva cneun». Subst. Neune, Neun, f.: die Neun- zahl, mhd. niune f.(ein Hasardspiel). 4L. Neuner, m.: das Zahlzeichen 9(1691 bei Stieler); aus neun Bestehendes(im 15. Jh. schweiz. nüner m. ο Heller geltendes Münz- stück»); aus 9 Mitgliedern bestehendes Kol- legium(im 14. Jh. nüner, neuner). neunte: Ordnungszahl, mhd. niende, niunte, niwende, (1309) neunte, md. nũnde, ahd. niunto, niundo; dazu asächs. nigundo(F. auch niguda), afrs. niugunda, ags. nigopa, engl. ninth, anord. nundi, got. niunda, übereinstimmend mit glbd. gr. évoroc, apreuß. neuwints, lit. dewwintas, abg. devgtu; dazu neuntehalb: 8 ½, mhd. niunde- halp. Neuntel, n., gekürzt aus Neunteil(1562 Mathesius Sar. 302 Neuntheil): der neunte Teil, md. 1477 nöntel(Weist. 2, 242). Z0S. Neunauge, n.: der aalförmige Flußfisch petromyzon fluviatilis, die Flußpricke, mit einem Saugmaule u. an jeder Seite des Halses 7 Atmungsöffnungen, die wie Augen aussehen u. mit den zwei wirklichen als neun Augen genommen wurden, mhd. niuunouge, ahd. Niun- ouga n.; dazu ndrhein. im 12. Jh. nοga, mnd. negenöge, ndl. 1598 neghenooghe,(entl. schwed. nejonga, dän. negenõie). neunfach, adj., 1541 bei Franck Sprichw. 1, 40 b, dafür mhd. im 14. Jh. nezonfächtig. neunfalt, adj., mhd. niunvalt, md. navalt; neunfältig, adj., 1482 im Voc. theut. x 42 neun faltig, 1440 md. nunfaltig,-feldig. neunhäutig, adj.: durch- trieben, 1685 im Simpl. 1, 47 Klr. neun- mal, 1540 bei Alberus dict. Qq 2². Neun- töter, m.: d. kleine Raubvogel lanius collurio, weil er nach dem Volksglauben neun Tiere tötet, ehe er eins verzehrt, anders 1557 bei Heußlin Vogelb. 2372 Nüntöder oder Nün- moörder wirt er geheissen, daß er alle tag neün vögel töden sol. neunzehn: 19, mhd. niunzehen, ahd. niunzehan, niunzén; dazu and. nigentein, afrs. niugentine, ags. nigontine, engl. nineteen, anord. nĩtiãn; davon neunzehnte, mhd. niunzehende, auch niunzehendest, aber ahd. niuntozehanto. neunzig: 90, mhd. niunzec, niunzic, ahd. niunzug, niunzog, ags. nigontig, engl. ninetg&(s.-zig); davon neunzigste, mhd. niunzegest, md. nunzigist, ahd. niunzogösto. Neurasthenſie, f.: Nervenschwüche. Von gr. veòpov Nervy u. AcOéveia«Schwäche». Seit neurer Zeit aus den Krankenbüch. vordringend. neuträl, adj.: dem sächlichen Geschlecht angehörig; parteilos, keiner Partei zugetan. In der 2. Bed. wohl schon im 15. Jh. entl.


