289 nett
neu 290
zauberischen Knopf(Knoten), 1586 b. Fischart Bodinus 218f. 4B L. nesteln, v.: mit Nesteln schnüren, binden, mhd. nesteln u. nesten, spät- ahd. nestilen, and. nestilon, mndl. nestelen, nastelen cfest umwinden, fest knüpfen, fest schnüren»; dazu anord. nista zusammen- heften, schwed. nästa, dän. neste(befestigen), ags. nestan«spinnen⸗. Nestler, m.: Nestel- macher(spätmhd. im 15. Jh. nestler, noch bayr. Nestler u. Neßler), Nestelkrämer(1678 bei Krämer). ZUS. Nestelloch, n.: mit Metall eingefaßtes Schnürloch zum dureh- stecken der Nestel, 1664 bei Duez.
nett, adj.: sauber blinkend(1575 im Garg. 152 u. 154 nett); bis ins kleinste mit genauer Angemessenheit sorgfältig u. fein(1663 bei Schottel net, schon 1643 im Sprachverderb. 32 neet); ohne Abbruch u. Zutat genau u. be- stimmt(1641 bei Harsdörffer Gespr. 2, 167 net, vgl. netto); dazu ndrhein. im 15. Jh. bei Diefenb. gl. 8b net inde proper, 1477 clev. nett«schmuck», ndl. 1598 net. Aus dem frz. net adj., prov. net«rein, hell» usw., ital. netto, span. nefo, von lat. nitidas«blinkend, glänzend, glatt, schön, schmuck, zierlich», zu lat. nitére«blinken, glänzen». 48L. Nettheit, f., bei Campe 1809. Nettigkeit, f., 1678 bei Krämer, dafür 1747 bei Bodmer Lobged. 36 Nette f.
netto, adv.: rein u. genau, d. h. nach Ab- zug alles Abzuziehenden u. ohne weitern Ab- zug. In unsrer Kaufmannssprache seit dem frühen 17. Jh.(1662 bei Schurtz Buchhalten), aus ital. netto(s. nett).
Netz, n.(-es, Pl.-e): Gestrick mit offnen durchsichtigen Maschen zum Fange von Tieren; dann diesem Gestrick Khnliches. Alternhd. Netze, mhd. netze n.(Pl. netze,-r,-n), auch Haarnetz, Fliegennetz, Netzhaut um die Ein- geweide», ahd. nezai n.(auch Netzhaut); dazu asächs. net(ti), mnd. nette n., ndl.-ags. engl.- anord.-dän. net n., schwed. nät, got. nati n. Netzo; daneben afrs. nette, nitte f.«Netz- haut⸗, u. im Ablaut anord. nôt f.«großes Netz»; dazu vielleicht Nessel(s. d.). Wohl urverw. mit lat. nassa f.«Fischreuse, Netzo. Vgl. Walde. ZUS. Netzhaut, f.: netzförmige Haut, insbes. im Auge(1721 bei Jablonsky Netzhüutlein).
netzen, v. trans.: naß machen. Mhd. netæen(Prät. netzete, nazte, Part. genetzet, genazt), ahd. nezzan, nazzen, mnd. netten, got. natjan«benetzen». Von nuß(s. d.).
neu, adj.: erst oder noch nicht lange der
Gegenwart angehörig. Mhd. niuzwe, gekürzt niu, Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. Iſ. Bd.
md. nitebe(daher im 16. Jh. navo, in md. Ma. nau, 2. B. auch in Naumburg), ahd. niuzwi; dazu asächs. niuawi, and. nigi, mnd. nig)e, nigge, ndl. nieuao, afrs. nĩe, ags. nνοε, néoeve, engl. neuv, anord. nyr, schwed.-dän. ny, got. niujis. Urverw. mit glbd. lat. novus, gr. vé(f)oc, ir. nie, agall. novio in Namen wie Nowiodanum«Neuburgs, abg. novü, lit. naãjas, arm. nor, aw. nava-, aind. nãν)as. Adv. Ausdrücke: aufs neue: wiederum, 1540 bei Alberus dict. HH 2 gff ein neroes, 1559 bei Ryff Chirurgey 98 b auff das neuv, aber in der Bed. cals etwas neues» bei Luther 7, 410 b auffs neww. von neuem, 1501 bei Reuchlin Cie. Tusc. S 1 von neuavem, 1495 bei Reuchlin Demosth. 1. olynth. Rede S. 3(Poland) von Nauwen. 4BL. neuen, v.: in er-, verneuen, mhd. niuaven, md. nüwven, ahd. niunon, ags. nawian, in Zss. mhd. erniuen, ahd. irniuavon, mhd. verniuwen, md. vernüwen. Vom Komp. ist abgeleitet neuern, v.: in er-, verneuern, mhd. niuwern, gekürzt niuren, in Zss. mhd. erniuwern; davon Neuerer, m. 1776 b. Herder Phil. u. Gesch. 13, 59, u. Neuerung, f., mhd. niuwerunge, md. nuwerunge f. neuerlich, adj.: in der jüngsten Zeit geschehen, bei Wie- land 8, 413; adv.: jüngst bei Lessing 12, 256, in der Bed.«neu, ungewöhnlich» 1691 bei Stieler. Neuheit, f., 1573 bei Fischart 3, 48, 46 Kz., md. im 14. Jh. nseeheit(Mystiker 1, 60, 4), dafür älternhd. Neue f.(noch bei Voß Br. 2, 49), 1537 bei Dasypodius Neawe, mhd. Qiναzνe, md. nãνε, ahd. nνυιιιι f. Neuig- keit, f.: Neuerung, Neuheit(md. nãνekeit f., bei Luther Nerwigkeit, NNeukeit, im 17. u. 18. Jh. auch Neurigkeit); neue Begebenheit od. Nach- richt(1689 bei Lohenstein Arminius 1, 25 b u. 1261 ²). neulich, adv., mhd. näuzweliche n), niuldch, md. nutwelich(en), nülich, ahd. nitwi- licho; das Adj. erst im 16. Jh. Neuling, m., zu Anfang des 15. Jh. nezwling bei Diefenb. gl. 383c. ZUS. Neubau, m.(Pl.-bauten), 1740 bei Zedler. Neubruch, m.: neu zu Feld od. Wiese angebrochnes Land, mhd. 1316 nevpruch. neudeutsch, adj., im Gegensatz zu altdeutsch, 1631 bei Zincegref Apophth. 2, 81 auff neua-teutsch. neuerdings, adv.: jüngst, kürzlich(1781 bei Müller Siegfr. v. Linden- berg 1, 161, dafür bei Wieland 12, 7 ganz neuer Dinge); von neuem(1782 bei Schiller 2, 376). Gleicher Bildung wie allerdings(s. d.). neu- gebacken, neubacken, Part., im 14. Jh. neupacken(Nürnb. Pol.-Ordn. 197), in über- tragner Bed. 1673 bei Weise Erzn. 67, 113. neugeboren, Part., bei Luther neuwgeborn, 19


