Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
285-286
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28⁵ nein

Nerv 286

lung des Neigens(1691 bei Stieler); geneigte Richtung od. Lage(1571 bei Rot); Zuneigung, Gelüsten(mhd. neigunge f.); Gnade, Huld, Gunst(1663 bei Schuppius 731); freundschaft- liche u. liebevolle Gesinnung(1620 bei Alber- tinus Lustgarten 142).

nein, adv. u. interj.: Gegensatz von Ja. Mhd.-ahd. nein; dazu asächs.-mnd.-mndl. nén. Zsgez. aus ahd. ni ein, asächs. ne én cnicht eins». Got. entspricht, ags. n6, n5, anord. nei cnein?,(dän.-schwed. nei aus neigi); ur- verw. mit lat.«daß nicht»,-(in nefas «Unrecht»), gr. vn-, air.«nichta, abg.-lit. ne«nicht», aind. a2 nicht». Vgl. un.

Nekrolög, m.(-S, Pl.-e): Totenverzeichnis; Lebensbeschreibung eines Verstorbnen. Seit 1790 aufgenommen aus franz. necrologe m. «Namen- und Totenliste der auf bestimmte Tage zu verehrenden Personen in geistlichen Stiftern, Klöstern⸗, von glbd. gr. lat. necro- logium, gr. vexpoké †iov n., 2gs. aus gr. vexpoc m.«Leichnam» u. einer Ableitung von Xévei cdarlegen, rechnen. Nekromänt, m.(en, Pl.-en): Totenbeschwörer, Totenbefrager, aus glbd. gr. vexpéuavric m., einer Zss. mit udvric m.«Weissager, Prophets. Nekromantje, f.: Totenbeschwörung u. befragung zu Wahr- sagung, 1571 bei Rot Necromancei, 1586 bei Fischart Bodinus 257 Necromancy, aus glbd. gr.-Jat. necromantia, gr. vexpouavreia f., 2gs. mit gr. Havreia f.«Weissagung, Wahrsagerei?. Vgl. Nigromantie.

Nektar, m.(-s): Göttertrank, Götterwein. Nectar 1619 bei Weckherlin 2, 238 F., aus glbd. gr.-lat. nectar, gr. véxrap n.

Nelke, f.(Pl.-n): Gewürznäglein; die Pflanze dianthus, besonders die Gartennelke dianthus caryophyllus(in Kurhessen aber der Goldlack). Hervorgegangen aus älterm Näg- lein(s. d.), in der 1. Bed. im 15. Jh. nelgin, nelchin, nelekin(Diefenb. gl. 101), 1664 bei Duez Nelcken, ebenso in der 2. Bed. 1598 bei Colerus Hausb. 2, V 32, bei Luther Nelichen, im 15. Jh. nelchin(Diefenb. nov. gl. 76 ²).

nennen, v.(Prät. nannte, Konj. nenn(e)te, Part. genannt): mit Namen bezeichnen. Mhd. nennen(Prät. nante, Part. genant, genennel), da- neben nemmen(Prät. namte, Part. genem(me)!) u. niemen, ahd. namnan, nemnan, nemman, nennen(Prät. nemnida, namta, nanta, Part. ga- namnit, ganemnit, ginemmit, ginennit, ginant); dazu asächs. nemnian, afrs. namna, nanna, ags. nemnan, namnian, anord. nefna, schwed. nemna, dän. nävne, got. namnjan. Von Name

(s. d. u. das Zeitwort namen). Die veralteten Formen Prät. nennte noch bei Schiller 4, 115, Part. genennet Lessing 2, 373, genennt Wie- land Suppl. 1, 138. 4B L. Nenner, m.:(gram- matisch) der Nominativ(s. d.), 1482 bei Melber HR4 b;(mathematisch) die die-tel ausdrückende Bruchzahl, 1529 bei Adam Riese, 1514 in Böschensteyns Rechenbuch C. Nennung, f., spätmhd. im 15. Jh. nennunge f. Nenn- wert, m., bei Campe 1809 als neu. Nenn- wort, n.: Hauptwort, grammatisch, 1593 bei Helvicus, für lat. nömen, dafür ahd. namo m. Nepotismus, m.(Gen. wie Nom.): unge- rechte Begünstigung der Verwandten, Vettern- wirtschaft, wie sie den Päpsten zugeschrieben wurde. Abgeleitet von lat. nepôs Enkel, Verwandter?, nlat.«Verwandter des Papstes». 1703 im Zeit.-Lex. nergeln, nörgeln, v.: quälend od. doch belästigend, auch mäkelnd Mißvergnügen, Un- willen worüber anhaltend in Worten u. Tönen äußern, mit fortdauernder Belästigung reden, bitten, klagen, zänkisch tun. In Nord- und Mitteldtsschld., auch schwäb. im Ries, schweiz. 1734 b. Weber närgeln, 1759 b. Lessing 12, 130 nergeln, 1777 bei Adelung nörgeln, aber kur- hess. u. obsächs. nergeln, nirgeln undeutlich sprechen, brummenꝰ, 1711 bei Rädlein nurgeln grunzem. Verw. mit nd.-ndl. nurken«murren, mnd. u. noch westf. nurren«knurren)y, älter- ndl. aorren zänkisch brummen» u. nerren (6. d.). 4. Nergeléi, Nörgelei, f., 1790 bei Bahrdt Gesch. seines Lebens 3, 179 Nörgelei. Nérgler, Nörgler, m., 1711 bei Rädlein. nerren, v.: einen hellen knurrenden Ton hören lassen. Im 15. Jh. ner(re)n(Diefenb. nov. gl. 3192 vom Hunde). Tonnachahmendes Wort. Nerv, m.(9en u.-e]ls, Pl.-en): Sehne, Plechse, Muskelband(1538 bei Herr Columella 84 b Nerff m., 1541 bei Frisius 288 b Nerven, noch bei Gellert 1, 271 u. Körner Zriny 1, 1); (bildl.) Spannkraft, Kraft(1562 bei Mathesius Sar. 230², sowie bei Schiller, Herder, Kant); Bogensehne, Saite(1571 bei Rot, noch bei Klopstock u. Voß); von dem Gehirn od. dem Rückenmark ausgehendes Faserbündel als Leiter der Empfindung und Bewegung(im 16. Jh. bei Paracelsus, z. B. 1565 Wundartzney S. 23 Nerven, 1575 im Garg. 246 der optische Nerf). Im 17. u. 18. Jh. häufiger das F. Nerve (1678 bei Krämer). Aus lat. nervus m.«Sehne, Flechse, natürliches Band der Gliederv. 4 B L. nervig, adj.: muskulös, kraftvoll, 1741 bei Frisch; nervicht 1716 bei Ludwig. nervös,