Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
283-284
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283 Nehrung

Neige 284

(Präs. imq)«nehmen, greifen,, lit. imti(Präs. imi)«nehmen», nãmas m.«Haus». Vgl. Idg. Forsch. 18, 238. Auch lat. emo ckaufen» wird .dazugestellt. Vgl. Walde. 4L. Nehmer, m., mhd. nemer, ahd. nemeri m. Nehrung, f.(Pl.-en): an der preußischen Ostseeküste lange schmale Landzunge, die eine Bucht fast als Binnenmeer abschließt. 1584 bei Henneberger Beschreib. d. Landes zu Preußen 333 Neerung, 1639 bei Micrälius Pommern 1, 6 Nüäring f., aber bei Jeroschin

im 14. Jh. Nerge f.(die kurische Nehrung) u. noch 1599 bei Schütze Preußen 76 b Nerge f. Also nicht aus«Niederung», sondern, da die

Nehrung ein enger Landstreifen, lat. angustia kerrae ist, viell. eine Ableitung von asächs. naru«eng»(s. nährlich).

Neid, m.(-els): gehässige Gesinnung mit innerlich quälender Gemütsstimmung über andern zuteil Werdendes oder Gewordnes, besonders wenn eigne Begierde nach diesem sich regt od. lebhaft ist. Mhd. nit m.(Gen. des, Pl.-de) cfeindselige Gesinnung, Kampf- grimm, Haß, Groll, Eifersucht, Mißgunst,

Neido, ahd. nid m.(Pl.-a u.-i); dazu asächs.

and. nith, nid«Wetteifer, Anstrengung, Feind- schaft, Haßy, mnd.-mndl. nét, ndl. nijd, afrs. nith, nid m. Haß, Neidꝰ, ags. nip m.«Streben, Anstrengung, Feindseligkeit», aber anord. nd

n. Hohn, Beschimpfungy, norw. nν⁴ Schande,

Verdruß, Arger», dän. nid«N. eidy, got. neip n. Neidy». Dazu air. nith«Not, Bedrüngnis». Man stellt noch dazu(mit anderm Wurzel-

auslaut) got. naiteins f.«Lästerung», ganaitjan

clästern, schmähen», ags. ncetan, ahd. neizzan cplagen, quälen», die zu lett. naids«Haßꝰ, naidigs«feindselig», nst(Präs. nĩdu)«hassen», gr. 6veidoc n.«Schimpf, Schmähung», aind. nidãä«Spott, Schmach» gehören. Lat. nzti «sich stemmen, stützen» ist nicht verwandt. 4BL. neiden, v., mhd. näden(selten schwach, fast immer starkflekt. Prät. neit, Pl. niten, Part. geniten u. md. geniden), aber ahd. mit schwacher Flexion nöüdon u. nidan chassen, beneiden». Neider, m., mhd. ndœre, nider m. Hasser, Neider». neidig, adj., mhd. nidec, nãdic, ahd. nãdig, nidic«feindselig, eifersüchtig, mißgünstigo, mnd. nidich. neidisch, adj., md. im 13. Jh. nidisch, seit dem 15. Jh. über ganz Deutschl. verbreitet; dazu neidschen, v.: gehässig u. kleinlich quälen, insbes. nei- discher Weise, beim j. Goethe 2, 385 u. 3, 448, clev. 1477 nijtschen«beunruhigen, kränken, quälen». ZUS. Neidhammel, m.: neidischer

Mensch(vgl. Streithammel), 1654 bei Olearius

persian. Rosenthal 1, 7, aus md. Mundart 1565 bei Mathesius Psalm 130 Bl. 11 b Neidthemel m. Neidhart, m.: recht neidischer Mensch, im 13. Jh. nithart(Renner 14126), erscheint als appellativischer Gebrauch des mhd. Manns- namens Nithayrt(gemeint ist der Dichter Neit- hart von Reuental), ahd. Nidhart, als Adj. ags. nipheard«kühn im Kampfe». Neidkragen, m.: neidischer, auch geiziger Mensch, bei Platen, dafür 1795 bei Bronner Leben 1, 197 Neidhals. neidlos, adj.: nicht neidisch(Klop- stock Mess. 11, 543); keinen Neid erregend (1691 bei Stieler). Neidnagel, m.(-s, Pl. -nägel): im Fleische des Nagels an Finger od. Zehe unten festgehaltner Nagelsplitter;

über dem im Fleische steckenden Teile des

Nagels losgerißnes, aber unten haftendes ein- reißendes schmales Hautstückchen. 1691 bei Stieler Neidnagel u. Neidhaken, 1664 bei Duez Nieclnagel oder Nägelstroh; dazu ndl. 1598 nijdnaghel m. neben nijdvel n.(Neidfell, Neid- haut) u. nijdoleesch n.(Neidfleisch), nach dem gemeinen ndl. Volksglauben, wie Kilian an- gibt, daß der, dessen Haut neben dem Nagel sich löst, von jemand mit neidischem Blick angesehen werde, deshalb auch frz. envie f. «Neid u. Neidnagel». Umdeutungen sind ndl. 1598 niſpnagel, nijpvel, nijpuleesch, bezogen auf ndl. nijpen«kneipen», wie bei Adelung und Campe NMietnagel abgeleitet von nieten cdrücken, schmerzen», ferner nd. noôdnagel m., das in seiner Grdbed. Not(Qual) verur- sachender Nagel⸗ mit dem im 16. Jh.(Diefenb. gl. 489 2) vorkommenden ndl. dawanghnagel (Zwangnagel) stimmt.

Neige, f., mhd. neige f. cniederwärts, selbst bis auf den Grund gehende Biegung, Senkung, Endschafty, im 15. Jh.«letzter Inhalt eines Gefäßes»(1482 im Voc. theut. x 22 naig). Von neigen, v.(Prät. neigte, Part. geneigt): von der senk- oder wagerechten Richtung vor- u. niederwärts abweichen machen,(dann refl.) davon abweichen. Mhd. neigen in beiden Bed., auch refl., ahd.(h)neigan, asächs. hnégian, ags. hncégan, anord. hneigja, dän. neie(sich neigen), got. hnãinjan«niederbeugen, erniedrigen), ist das Faktitiv zu dem starken mhd. nigen(Prät. neic, Pl. nigen, Part. genigen), ahd.(h)nigan, asächs. hmgan, ags. hnigan, anord. hniga, got. heiwan«sich niederwärts biegen, sich neigen, sinken». Dazu nicken. Urverw. mitlat. convére (Perf. cönixi)«die Augen schließen, blinzeln), nickãre«winken). 4BL. Neigung, f.: Hand-