Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
281-282
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281 nebst

nehmen 282

Zesen Mitbuhler. nebeneinander, adv., 1522 bei Pauli Schimpf 38 Ost. nebenher, adv., 1691 bei Stieler. Nebenmensch, m., bei Luther 3. Mos. 6, 2. Nebensache, f., 1641 bei Schottel 502; nebensächlich, adj., 1691 pei Stieler. Nebensatz, m., bei Herder Fragm. 1, 90. Nebenstunde, f.: Mußestunde, 1691 bei Stieler. Nebenwort, n.: Neben- bemerkung, 1663 bei Schottel 6402; gramma- tisch, Verdeutschung von Adv., von Gottsched eingeführt. In der ältern Sprache wurden in gleichem Sinne Zss. mit eben gebildet, z. B. Nebenerbe(Miterbe), mhd. ebenerbe, ahd. ebin- erbo m., Nebenchrist(Mitchrist), mhd. eben- kristen, ebenkrist, ahd. ebenchristäne m. nebst, Präp. mit Dat.: zugleich mit(u. dabei gleichsam zur Seite von). Eine Weiter- bildung von neben, zunächst nebens als Adv. 1512 bei Keisersberg Bilgerschaft 732, 171 b u. als Präp. 1663 bei Gryphius P. Squentz 14, dann mit Antritt von t nebenst, als Präp. im 17. Jh. von mittel- u. nordd. Schriftstellern häufig gebraucht(z. B. Zesen Ibrahim 216), durch Ausfall des n nebest(1616 bei Selenus Schachspiel 8, Gryphius Lustp. 166 P.) und nebst(1658 bei Weller Annalen 2, 47). Ebenso mnd. neven, neffen, im 16. Jh. neffens, neffenst als Präp., ndl. 1598 bei Kilian beneffens. Neck, m.: der Niæ(s. d.), bei Dichtern des spätern 19. Jh., nach schwed. nek, nülc (1844 bei Heine neue Ged.[I, 284 E.] Necken- lilie), bei Kopisch Nõck. necken, v.: mit kleinen empfindlichen Be- leidigungen reizen, durch kleine mutwillige Handlungen od. mutwillige Worte reizen od. nur plagen. Md. im 14. Jh. necken«durch mancherlei Plage reizen u. beunruhigeno, intr. cdie Eßlust reizen», 1477 clev. naggen«be- unruhigen, quälen, reizen», obd. einmal in den Fastnachtsp. des 15. Jh. 80, 33«peinigen?; dazu md. im 13. Jh. nachaft(nac-haft) clistig, im Bösen gewandt und nacheit(nac-heit), nackeit f.«List, Hinterlist, Bosheit, Lust im Antun von Bösem. Erst im 18. Jh. beginnt das Wort von Mitteldtschld. aus häufiger zu werden(1734 bei Steinbach, 1741 bei Frisch). Wohl zu nagen, vgl. norw.-dial. nagga«nagen, beißen, plagen, ärgern, schmerzen», schwed. nagga, dän. nage. 4BL. Neckeréi, f., bei Lessing 7, 55. neckisch, adj., md. im 13. Jh. neckisch cboshaft, böslich». necksen, v.: necken, beim j. Goethe 3, 106(Briefe 2, 291) aus md. Mundart, Intensivbildung zu necken. 1 Neffe, m.(-/, Pl.-/): Schwestersohn,

Bruderssohn. Mhd.-mnd. neve, md. auch nebe, ahd. nefo, nevo m. meist«Schwestersohn», dann Bruderssohn, Mutterbruder, Enkel(auch bei Luther), Geschwisterkind, Vetter, Verwandter überhaupt»; dazu ndl. neef m.«Enkel, Neffe, Vettery, ags. nefa m.«Sohns-, Schwester-, Bruderssohn», anord. neft m. Neffe, Groß- neffe, Verwandter». Urverw. mit lat. nepôs m. (Gen. nepotis)«Enkel, Neffey, gr. dveim*c m. Geschwistersohn, Verwandter», air. nia(Gen. niad)«Schwestersohn», alit. nepotis, nepatis, nepuotis m.«Enkel, Neffes, abg. netνj m.«Neffey, aw.-apers. napãt-«Abkömmling», aind. ñät- m. Nachkomme, Enkel». Vgl. Nichte, Niftel.

²Neffe, f.(Pl.-n): Blattlaus, 1788 b. Krünitz 42, 701 grüne Neffen u. Kohlneffen, ein md. Gärtnerausdruck, wohl aus glbd. gr.-lat. aphis.

Negatiön, f.(Pl.-en): Verneinung, Ver- neinungswort. 1571 bei Rot. Aus lat. négãtio f. «Verneinung», von negäre cnein sagen, ver- neinen». negativ, adj.: verneinend, aus glbd. lat. négdãtzvwus. Subst. Negativ, n.:(in der Photographie) das Bild auf der Platte, das alles verkehrt zeigt. In neurer Zeit. negieren, v.: verneinen, leugnen, 1571 b. Rot, aus lat. négãre.

Neger, m.(-s, Pl. wie Sg.): Schwarzer, d. h. Mensch von schwarzer Hautfarbe, wul- stigen Lippen, stumpfer Nase u. krauswolligem Haar. Negro 1606 bei Hulsius 7. Schiffahrt, Neger 1777 bei Adelung. Aus glbd. frz. négre, span. ital. negro m., von lat. niger, span. ital. negro schwarz».

Negligé(spr. neglizé), n.(-s): Haus-, Morgen-, Nachtkleid. 1755 bei Lessing 2, 16 Neglischee, aus glbd. franz. négligé m., von frz. négliger, lat. negligere«vernachlässigen».

nehmen, v.(Präs. nehme, nimmst, nimmt, Konj. nehme, Prät. nahm, Konj. nähme, Part. genommen, Imp. nimm): an und zu sich be- wegen; in seine Gewalt kommen machen; in ein Verhältnis des Verbunden-, Zusammen- seins mit sich kommen machen; refl. sich be- nehmen(Lessing 1, 531, Schiller Karlos 2, 7). Mhd. nemen(Präs. nim, md. neme, Prät. nam, Pl. nämen, Konj. ncme, Part. genomen, ge- numen, Imp. nim u. frühmd. nem), daher im 16. Jh. u. noch 1678 bei Krämer nemmen, ahd. neman; dazu asächs.-ags.-got. niman, afrs. nima, nema, anord. nema(auch wie dän. nenme auffassen, lernen»). Wahrscheinlich urverw. mit gr. véuetv caus-, zuteilen, weiden lassen, (im Medium) in seiner Gewalt haben, wofür nehmen oder haltenv, véeuoc n.«Weidetrift⸗, lat. nemus n. Waldtrift, Hainy, abg. imati