275 Narzisse
Herkunft, man hat ihn schon im 17. Jh.(Thom. Bartholin de unicornu 1645) von isl. nr, n6, anord. nãr m. Leichnam» abgeleitet, wegen der bes. im Alter auffallenden weißen od. gelblichweißen Hautfarbe des Tieres. Anord. nãr entspricht got. naus m. Toterꝰ, abg. navi Leiche», apreuß. nowεs«Kadaver, Rumpf,.
Narzisse, f.(Pl.-n): die Blume narcissus. 1561 bei Maaler Narcissen f., 1546 bei Bock 287 b Narcissenrõtlin(d. i.-röslein). Aus gr. Jat. nareissus m., gr. vdpkiccoc m. f.
Nasäl, m.(-s, Pl.-e) od. Nasallaut, m.: Nasenlaut, d. h. durch die Nase tönender Laut, wie z. B. n in frz. an, vin, on usw.; auch über- haupt das n. 1801 bei Campe. Aus dem subst. (mit Ergänzung von litera f.«Buchstabe») gebrauchten spätmlat. Adj. nãsälis, von lat. nãsus m. Nasey.
naschen, v.: lüstern feinschmeckend od. leckerhaft heimlicher Weise genießen, im Mhd. auch schon in Bez. aufverstohlne Liebesfreuden. Mhd. naschen, selten neschen, ahd. nascon; dazu schwed.(s)naska n.«naschen, wird zu got. hnasgus«weich, fein(von Gewändern), ags. hnesce czart, weich, weichlich», engl. nesh gestellt; dazu vielleicht aind. kisnasas m. Teile des zerriebnen Kornes, Schrot, Gries», lit. knisu«wühle, grabe». 4 BL. Näscher, m., mhd. nescher, nascher, ahd. nascere m.; davon Näscheréi, f., 1517 bei Trochus P 6 b neschery, 1618 bei Schönsleder Nascherey, u. Näscherin, f., mhd. nescherin. naschig, adj., 1514 bei Keisersberg hell. Lew 30 neschig; dazu Nä- schigkeit, f., 1663 bei Schuppius 406. nasch- haft, adj., 1691 bei Stieler; dazu Nasch- haftigkeit, f., 1741 bei Frisch. ZUS. Nasch- markt, m., Fastnachtsp. des 15. Jh. 1104. Naschwerk, n., 1643 bei Moscherosch Cura parentum 87.
Nase, f.(Pl.-n): das Geruchswerkzeug; (bildl.) Verweis(im 17. Jh. bei Schuppius); Hindernis, Schwierigkeit(schweiz.). In urspr. Bed. mhd. nase, ahd. nasa f.; dazu mnd. nese, nase, mndl. nese, nose, ndl. neus, afrs. nose, n08(i), ags. nasu, nosu, näs-, engl. nose, anord. nõs f.(Pl. nasar, nasir), schwed.-dän. näse, norw. dial. nôs f.«Maul, Tierschnauzes. Urverw. mit glbd. lat. nãsus m., nüris f.(Nasenloch, Nase), abg. nosi m., nozdri Nasenlöchers, lit. nõsis f., nasra? m.«Rachens, aind. nãsa f., apers. nham, awest. nauha(Dual). Vgl. Näster. näseln, v.: durch die Nase sprechen, im Part. Präs. spätmhd. neselnder, niselnder, ahd. nes- lendir, neselenter, nesilenter, niselender. S.
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nassauern 276
nieseln. nasig, adj., in Zss. breit-, stunpfnasig od. näsig, 1470 md. nasicht, 1691 bei Stieler nasicht, näsicht. ZUS. Nasenbein, n.: Nasen- knochen, mhd. nasehein. Nasenflügel, m.: die untern auswärts gebognen knorpligen Seiten- wünde der Nase, 1712 bei Hübner. Nasenlaut, m., 1801 bei Campe. Nasenloch, n., mhd. nas(e)-, nasenloch n. Nasenquetscher, m.: Sarg mit plattem Deckel, 1797 bei Heynatz, da- für 1777 bei Adelung Nasenquetsche f. Nasen- stüber, m.: Schneller mit einem Finger an die Nase, 1640 in Zesens Helicon 1, O 6 e Nasen- stõber, Nasenstieber, 1658 bei Schoch Stud. 17, 15 Nasenstäber(Ausg. v. 1668 Nasensteuber). Nasentuch, n.: Schnupftuch, rhein. im 15. Jh. naesenduch(Diefenb. gl. 375°), mnd. nesedõk n.; dazu das dim. Naßtüchlein 1575 im Garg. 107. naseweis, adj.: voreilig die Nase in alles steckend, unüberlegt u. unbescheiden urteilend, vorlaut, vorwitzig, überklug, 1494 bei Brant Narr. 110², 47 naßiß, im 16. u. 17. Jh. nas-, nase(n)wweis, hervorgegangen aus mhd. naseuwise ckundig mit der Nases, d. h. mit feinem Geruche begabt, zunächst vom Spürhund, dann auch vom Menschen; subst. Naseweis, m., im 16. Jh. bei Fischart 2, 220 Kz. Naßeweis. Dazu Nase- weisheit, f., 1678 bei Krämer Naseweisheit, 1711 bei Rädlein Nasenweißheit. nasführen, v.: an der Nase führen,(bildl.) absichtlich vergeblich Hoffnung machen u. so täuschen, 1790 bei Goethe Faust 3535. Nashorn, n.(-s, Pl.-hörner): das Rhinoceros, 1606 bei Gesner Icones animalium quadrupedum 61 Naßhorn, 1663 bei Schönsleder Nasenhorn.
naß, adj.(Komp. nässer u. nasser, Sup. nãssest u. nassest): von Flüssigkeit durch- drungen od. überdeckt. Mhd.-ahd. naz(Gen. zzes); dazu asächs.-mnd. ndl. nat, got. in natjan cbenetzen»(s. netzen). Kaum zu aind. nad f. «lußy. Etwa aus*zmat u. zu lit. vanduõ m. Wasser», lat. unda f.-Wogey. Subst. Naß, n., mhd. naz n.«Flüssigkeit, Feuchtigkeits. 4BL. Nüsse, f., mhd. nezze, ahd. na;)“, uezzi, mnd. nette f. nassen, v. intr.: aß werden, mhd. nazzen, ahd. nagzén. nässen, v. trans.: naß machen, 1640 in Zesens Helicon 1, Nla, aufgekommen neben netzen(s. d.); intr. Feuch- tigkeit von sich geben, 1691 bei Stieler. näß- lich, adj.: ein wenig naß, 1716 bei Ludwig nässlicht, als Adv. 1482 im Voc. theut. X 2 ½ naßlich. ZUS. naßkalt, adj., 1809 bei Campe.
nassauern, v.: nicht bezahlen, essen u. trinken ohne zu zahlen. Berlinisch, eine humo- rische Weiterbild. von berl. naß armꝰ, per


