Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
273-274
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273 Nareisse

gehört zu ahd. narwo m.«Klammer, Schnalle zum Schließen der Türs(noch bayr. öst. Narbe), Arb f.), asächs. naro, ndl. naar, ags. nearu, engl. narrow, ceng», d. h. zusammengepreßt, gezwungt(s. nährlich); viell. urverw. mit lit. nérti chineinschlüpfen, untertauchenꝰ, nard(n)ti ceine Schlinge machenꝰ, lett. närs, näre«Klam- mer, Schraubenzwinge». Kaum gehört dazu lat. nervus m. Sehne⸗. Vgl. Walde. 43L.

narben, v. intr.: zu einer Narbe werden, eine Diefenb. nov. gl. 20 b(noch obd.). Närrin, f.,

Narbe od. Narben ansetzen, 1691 bei Stieler; dazu mhd. sich nerwen sich enge machen, sich verengen»; trans.(auch näyrhen): narbig machen, 1741 bei Frisch. narbicht, narbig, adj.: eine Narhe od. Narben habend, 1663 bei Schottel narbicht, 1741 bei Frisch narbig.

Nareisse, s. Narzisse.

Narde, f.(Pl.-n): ostindische Art des Bartgrases(andropogon nardus od. spica nardi), sowie das aus der ährenartigen Blüte gezogne wohlriechende Ol; der Bergbaldrian(valeriana celtica, 1777 bei Adelung) usw. In den beiden 1. Bed. mhd. narde, ahd. narda f., neben mhd. nardas, nardi m., ahd. nardo m.; dazu ags. nard m.«Nardenbalsamꝰ, got. nardus m. Aus gr. Jat. nardus, gr. vdpdoc f., pers. nard, nãrd.

Narköse, f.(Pl.-n): Betäubung. 1712 bei Hübner Narcosis, aus glbd. gr. vãpxucic f., von vapkéetv starr machen, betäuben». narkö-

tisch, adj.: betäubend, schlafwirkend, im

16. Jh. bei Paracelsus de caducis 2, S6 narcotisch, nach gr. vopkurrixcastarr machend, betäubends.

Narr, m.(en, Pl.-en): im Widerspruche mit dem gesunden Verstande Handelnder; possenhafter Mensch(Fastnachtsp. des 15. Jh. 258, 5, als Hof- u. Schalksnarr schon Ende des 12. Jh.). Bei Luther N., aber noch bei Wieland 18, 319, Goethe 1, 142. 21, 113, Rückert 2, 187 Narre, mhd. narre, ahd. narro m.«Verrückter, Widersinniger», mnd. narre; entl. ndl. nar, schwed. narr m., dän. nar«belustigender Possen- macher, Torn. N. ist ein eig. hd. Wort dunkler Herkunft, nicht überkommen aus einem mlat. nãrio m.«Nasenrümpfer, Spötter». Mankönnte es zu Schnurre(s. d.) stellen od. zu lit nafsas m. zorn». 4L. Närrehen, n., in mildem Sinne, 1691 bei Stieler, nerrlein in den Fast- nachtsp. des 15. Jh. 121, 17. narren, v.: intr. als od. wie ein Narr handeln, 1494 bei Brant Narr. S. 113²2, mhd. in er-, vernarren, ahd. in irnarrén zum Narren werden»; trans.(auch närren): zum Narren haben, am Narrenseil führen, bei Luther narren, nerren, im 15. Jh. närren(Hätzlerin S. LXXIII, 48), 1515 bei

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

Narwal 274

Keisersberg Evangelibuch 116 narren cjem. einen Narren schelten». Narretéi, f. Pl.-en): Narrensposse, 1618 bei Schönsleder Narrethey, 1603 bei Albertinus Sendtschreiben 2, 158 5b Narrthey, gekürzt aus Narrenteiding(s. d.). Narrheit, f., mhd. narrhait(Vintler 4261) u. nar(re)keit,-kait, ahd. nar(ra)heit f. nar- richt, närricht, adj.: närrisch, bei Luther 5. Mos. 32, 21 nerricht, 1537 bei Dasypodius narrecht, mhd. narreht, im 15. Jh. narret bei

in den Fastnachtsp. des 15. Jh. 673, 34 nerrin. närrisch, adj., mhd. nerrisch, närrisch, 1494 bei Brant Narr. 10, 27 närsch, in den Fast- nachtsp. des 15. Jh. 843, 3 als Adv. nersch. ZUS. Narrenhaus, n.: Irrenhaus, 1575 im Garg. 138; das Dim. schon im 15. Jh. narren- heuslein n.«Dreh- od. Drillhäuscheny als spöt- tisches Gefängnis für Diebe, Lüsterer usw. Narrenkappe, f.: Narrenkapuze mitschellen- behangnen Eselsohren, od. einem hahnekamm- förmig ausgezackten roten Tuchstreifen, im 15. Jh. Narrenposse, f., 1678 bei Krämer Narrenbossen m., gew. im Pl., 1658 bei Schoch Studentenleben 36, 38 Ndr. Narrenpossen, 1663 bei Schupp 742 Narrenbossen; seit dem 18. Jh. üblich Narrenspossef.(Lessing 12, 264), zuerst 1746 bei Schnabel Insel Felsenburg 4, 463 Narrenspossen. Narrenseil, n.: Seil, woran man ehedem den Narren band u. führte(im 15. Jh.), daher die RA. einen am Narrenseil führen: cihn zum Narren halten, zum besten haben»(Fastnachtsspiele des 15. Jh. 122, 30). Narrenspiel, n., mhd. narrenspiel. Narren- teiding, m.,(bayr.) n.: Narrengeschwätz, Narrenwerk, Narrheit, zgs. mit mhd. tage-, tege-, teidinc n. m. f.«Verhandlung, zunächst gerichtliche»(s. verteidigen), bei Luther Narren- keiding(Ephes. 5, 4, noch bei Tieck 1, 211), daneben, da man die Herkunft des zweiten Wortteils nicht mehr fühlte, Narrentheidung (1581 bei Kirchhof Wendunmut 325 a, noch bei Goethe Faust5798), 1537 bei Dasypodius Narren- teding, 1541 bei Frisius 818 2 Narrentäding, mit Schwinden des 1556 bei Frisius 1190 b Narren- tädig, weiter gekürzt 1685 im Simpl. 1, 199 Kell. Narrenthey, s. Narretei.

Narwal, m.(*J, Pl.-e): das See-Einhorn, monodon monoceros. 1717 bei Nehring, dafür 1563 in Forers Fischbuch 90 b Rhinocer'wall m. Aus schwed.-dän. narhval m., anord. nãhvalr m. (woher ebenso engl. nareohal, frz. narwal m.), zgs. mit schwed. hual, anord. hvalr m.«Wal- fisch»(s. d.); der erste Wortteil ist dunkler

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