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schwach gnagada, Pl. gnõgudaum), daneben naga (Prät. schwach nagada), schwed. nagga, dän. nage. Die schwache Flexion, die sich im Ndl. u. Nd.(schon mud.) zeigt, erscheint im 16. Jh. auch hochd.(1578 bei Clajus Gramm. 99). Viell. urverw. mit abg. nisti(Präs. ni⁊) chinein-, durchbohren» u. nox²* m. Messer, Schwerty, lett. nazis«Messer», gr. vöccuw steche, stoßey, doch bleibt der Anlaut g-, k- unerklärt. Vgl. necken. RA. Am Hungertuche nagen, s. Hunger- tuch. 4 BL. Nager, m., 1678 bei Krämer. ZUS. Nagetier, n., 1777 bei Adelung.
Näglein, n.(-*, Pl. wie Sg.): die als fei- nes Gewürz gebrauchte getrocknete unaufge- schloßne Blütenknospe des urspr. ostindischen Baumes caryophyllusaromaticus, benannt nach der Khnlichkeit mit einemkleinen Nagel(s. d.²); dann die ähnlich gestaltete u. ähnlich gewürz- haft duftende Blüte od. Blütenbüschel von syringa vulgaris(in Mitteldeutschland u. der Schweiz), im 16. u. 17. Jh. auch die Nelke od. Grasblume, dianthus(1546 bei Bock 218 Nege- lein). In der 1. Bed. ahd. negelli(Ahd. Gl. 3, 51, 66), mhd. negel(!)in, im 14. Jh. negellein, nägellein, md. nagellin, verkürzt neil(i)kin, neilichin n., woraus mit Geschlechtswechsel nhd. Nelke f.(s. d.), genauer«Gewürznelken, zum Unterschied von den Grasblumen od. Gras- rosen, die bei Luther 4, 178 b Nelichen, 1517 bei Trochus L 12 Negelkenblumen heißen, ndl. nagelbloem.
nah(e), adj.(Komp. näher, Sup. nächst): durch geringen, nicht bedeutenden Raum od. geringe Zeitwovon getrennt. 1440 nahe(Diefen- bach gl. 465 c), mhd. nãch(flekt. nãher), gekürzt nã, ahd. näh; dazu asächs. näh, mnd.-ndl. na, afrs. néı(statt néch), ni, ags. néah, engl. nigh. Im Komp. mhd. /œher, näher, zsgz. nãr, spätahd. nähere, mnd. naer, när, nager, neger, ags. néar; im Superl. mhd. nœ(e)st(später nœchst) u. nũhest, kontrah. nœst, nést, näst, ahd. nähist, nãhõst, asächs. hist, mnd. ndst, narest, nagest, negest, neist, ags. nert. Das Adv. lautet mhd. nãhe, gekürzt nã, ahd. näho, asächs. näãh, ags. néah, néh, engl. nigh, near, anord. nœr(i),schwed. när(a), dän. nãr, got. nenνν⁴). Viell. zu lit. nöti creifeny. Vgl. Zupitza 66, Btr. 24, 530. Vgl. nach u. Nachbar.
1 Nähe, f.(Pl.-n), das von dem Adj. nahe abgel. Subst., mhd. nœhe, nähe, ahd. nähdf., md. néhe, gekürzt né u. ohne Umlaut nã, mnd. nchef.
*Nühe, f.(Pl.-n): plattes größres Wasser- fahrzeug, bes. zum Ubersetzen von Menschen, Tieren, Fähre. Am Neckar u. Rhein, hess. 1460
md. uéhe f., 1578 bei Golius Cap. 34 Nähe; südlicher Naue f.(s. d.).
nahen, v. intr. u. refl.: nahe kommen. Mhd. nähen u. nœhen, ahd. nähan intr. u. refl.(urspr. nahe bringen), md. néhen, négen, nélen; dazu asächs. ²d³ian, ags. genehzwian(sich nähern), anord. nã, schwed. nd, dän. naa, got. sil nénjan.
nähen, v.: mittelst Nadel u. Fadens ver-
binden. Alternhd. nehen, neen, näxyjen, neyen,
mhd. ncjen(Prät. nœſjelte, nãte, Part. gencæ jelt, genãt), nœνen, nœgen, neigen, ucen, md. néjen, néõuen, néhen, né(ge)n, ahd. näjan, nãrwan, nã(h)an; dazu mnd. nei(g)en, neggen, noien, ndl. naaien. Urverw. mit lat. nére«spinnen?, dann«weben», nomen n.«Gewebe», gr. véetv «spinnen», viuo n.«Gespinnst, Faden, vfrrpov n.«Spindelꝰ, ir. snãthe«Faden», sndthat«Nadel», lit. nitis f. Stäbchen mit Fäden verbunden zum Heben u. Niederziehen des aufgezognen Garnes auf dem Webstuhlen, diwinltis«Zwil- lichy, trinitis«Drillich⸗, abg. niti f.«Strick», nista f.«Fadenꝰ, russ. niti f.«Faden». Weltres bei Walde. Vgl. Nadel, Naht. 4BL. Näher, m., 1505 in der Straßburger Gemma B 3 b neyer «Schuhmachery, md. im 15. Jh. néεοer, 1642 bei Duez Näer(Schuster, Schneider), 1691 bei Stieler Neæher; dazu Näheréi, f. u. Näherin, f., 1470 nägerin, negerin(Mone Ztschr. 13, 159), älter Nählerin(s. d.). ZUS. Nühkissen, n., 1590 bei Diefenb.-Wülcker Neheküssen. Näh- mädchen, n.: Nähterin, 1727 bei Aler Näe- Mãgdlein. Nähmaschine, f. Im 19. Jh. Näh- nadel, f., 1605 bei Hulsius. Nähschule, f., 1715 bei Amaranthes. Nähstein, m., erst nach dem 1. Viertel des 19. Jh.
nähern, v.: näher bringen; refl. 2äher kommen. Mhd. nœhern intr.«pnäher beisammen stehny, sich ncœhern(mit Dat.)«näherkommen. 4B2L. Näherung, f., 1482 bei Melber X 62 neherung; mathematisch 1716 bei Wolff.
Näherrecht, n.: das nähere Anrecht, Vor- zugsrecht, insbes. das ius retractus, zufolge dessen der Käufer eines Grundstücks dies gegen Erstattung des Kaufpreises an den Verkäufer wieder abtreten muß. 1691 bei Stieler, dafür 1657 bei Speidel Speculum 277 Näherkauff m., afrs. markap, mnd. nakop m.
nahezu, adv.: beinahe. Bei Wieland 32, 140, noch getrennt bei Goethe 32, 193 u. 13, 233 Nahe zul.
nähren, v.: mit Speise od. dem nötigen Unterhalt versehen u. dadurch erhalten; über- haupt unterhalten u. befördern;(refl.) seinen Unterhalt verdienen. 1711 bei Rädlein n., im


