Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
265-266
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265 Nagel

nagen 266

und schwed.-dial. nopa«schlummern⸗, nop «Schlummer-.

1Nagel, m.(-s, Pl. Nägel): Horndecke an den Spitzen der Finger u. Zehen. Mhd. nagel (Pl. nagellen, negelle]), im 15. Jh. 282. nayl, nãl, wie frühndrhein. nael, ahd. nagal, nagil m. (Pl. nagala, negili); dazu asächs. nagal, ndl. nagel, afrs. neil, ags. nœgel m., engl. nail, alle sowohl von der oben bezeichneten Horndecke, als auch von dem im folg. Artikel bezeichneten metallnen oder hölzernen Stift; nur das anord. unterscheidet nagl m.(Gen. nagls, Pl. negl), später auch ngl f.(Gen. naglar)«Finger- u. Zehennagelu. nagli m. eiserner Nagel, ebenso dän. negl u. nagle. Urverw. mit den den Begriff jener Horndecke ausdrückenden abg. nogauti m. Nagel, Kralley, noga Fuß», lit. nägas m Fingernagel», nagâ«Pferdehufs, apreuß. na- gutis«Fingernagel», nage«Fußy, gr. övuẽ m. (Gen. X⁸oc)«Nagel, Klaue, Kralle, Huf(aber auch Haken)», lat. unguis m.«Nagel, Klaue, Kralle(dann Haken)', ir. inga«Krallen, kymr. euwin, aind. nachäãs m., nalchäm n., nalchäras m. cNagel, Kralle» u. dnghris qhris«Fußs, npers. nãxyun. ZUS. Nagelblüte, f. weiße Fleckchen in den Nägeln der Finger, im Volksglauben als Glückszeichen angesehen(die Nägel blühen), 1741 bei Frisch Nagelblüt, dafür 1664 bei Duez Nagelblühen n. Nagelkraut, n.: die früher zur Heilung von Nagelgeschwüren gebrauchte Pflanze illecebrum paronychia(1777 Adelung), auch die ehedem zur Vertreibung der schmer- zenden Nagelwurzeln angewandten Pflanzen draba verna(1793 bei Nemnich) u. hieracium pilosella(1530 bei Rößlin 135 b, Maaler 1561). Nagelmage, m.(-, Pl.-n): Verwandter im 7. Grade, mhd. nagelmãc m.; der Name entstand daher, daß die Verwandtschaftsgrade nach den Gelenken vom Kopfe bis zu der Spitze des Mittelfingers abgezählt wurden, mit dessen

Nagel als dem 7. Grade der Verwandtschaft nuoc, Part. genagen, noch bei H. Sachs Prät.

diese aufhörte. Mnd. nagelmach,-mage m. auch Verwandter von der Mutterseite». Nagel- probe, f.: das Umstürzen des namentlich beim Ausbringen einer Gesundheit ausgetrunknen Trinkgefäßes auf den Nagel des Daumens der linken Hand zum Zeichen, daß auch nicht ein Tropfen zurückgeblieben sei, der auf diesen Nagel falle, von Adelung aus der Hoftrinkord- nung des Kurfürsten Christian II. von Sachsen ( 1611¹) nachgewiesen, als altskandinavische Trinkersitte in Ficklers Übers. der Hist. des Olaus Magnus(1567) 359 erwähnt, vgl. auch Fischart Garg. 123 stürtzs umb, streichs, Klopffs

Nägelin und Brant Narr. 110, 113f. Nagel- Wwurzel, f.: der hintre im Pleisch steckende

Teil des Nagels als dessen Wurzel, 1691 bei Stieler, dafür mhd. nageleourz f., wie noch 1741 bei Frisch.

*Nagel, m.(*s, Pl. Nägel): der zum Ein- schlagen gemachte, an dem einen Ende dicke

d. breite gerade metallne od. hölzerne Stachel,

der zum Anheften od. Daranhängen dient. Ein u. dasselbe Wort mit Nagel(s. die Belege dort). 4BL. Nägelchen, Nügelein, n

kleiner Nagel, um 1480 im Voc. inc. teut. 0 nagelin(Var. nagely)), bei Diefenbach gl. 126 b negelchen. S. Näglein, Nelke. nageln, v., mhd. nagelen, negelen, ahd. nagalen; dazu asäãchs. neg- lian, got. ganagljan(annageln). ZUS. Nagel- bohrer, m.: Handbohrer zum Vorbohren für

den einzuschlagenden Nagel, 1691 bei Stieler

Nagelborer, 1727 bei Aler Nagelbohr, statt des alten Ausdrucks Näber(s. d.). nagel- fest, adj.: fest durch einen Nagel od. Nägel (s. Niet), 1586 bei Diefenbach-Wülcker; dazu anord. nagl(a)fastr, schwed.-dän. nagelfast. Nagelfluh, f.: eine Fluh, Felswand, worin die Trümmersteine, welche sie bilden, im Bruche wie die Köpfe großer Nägel hervorstehen, 1777 pei Adelung Nagelflühe f. Nägelmal, n.: Ein- druck, Narbe von Näügeln, b. Luther Joh. 20, 25 Negelmal. nagelneu, adj.: neu wie ein frisch aus der Schmiede gekommner Nagel, spätmhd. nagelniuwe(neben mhd. viurniuze cfeuer- neus), verstärkt funkelnagelneu(S. funkelneu). Nagelschmied, m., 1678 bei Krämer; dafür spätmhd. nageler m. Nagelschnecke, f., die Stachelschnecke murex brandaris, 1664 b. Duez.

nagen, v.(Prät. nagte, Part. Prät. genagt): mit den Zähnen in Teilchen nach u. nach los- od. abschaben;(bildl., schon mhd.) anhaltend nach u. nach woran still verzehrend wirken od. empfunden werden. In der 1. Bed. mit starker Flexion mhd. nagen(Präs. negt, Prät.

nueg, im 17. Jh. bei S. Bürster 92 u. 187 Part. genagen), ahd. nagan, aber älter gnagan(auch in bignagan, noch 1691 bei Stieler beknagen), daneben ahd. ginagan, mhd. g(e)nagen, älternhd. u. noch bayr.-schweiz. gnagen; den urspr. Anlaut zeigen auch heutiges ndrhein. u. ostfrs. knagen, 1495 in d. Kölner Gemma U 2 b knaghen, 1477 elev. u. im 15. Jh. westfl. xnagen bei Diefenb. gl. 499°, and. cnagan, mnd. gnagen, Knagen; dazu mndl. cnaghen, nndl. nagen, ags. gnagan (Prät. gnoh, Pl. gnogon, Part. gnagen, gnœægen), engl. gnaw, anord. gnaga(Prät. stark gnõg u.