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stellen»); unselbständig nachahmen, 1691 bei Stieler. Nachtreter, m.: nachfolgender Be- gleiter, Herrendiener, 1541 bei Frisius 175³ Nachtrãtter; in übertragner Bed. 1691 b. Stieler.
nachts, Nachtschatten usw., s. Nacht.
Nachwehe, f.(gewöhnlich im Pl.-n): Schmerzen nach einer Krankheit(Keisersberg Evangelibuch 31 Nachawee Pl.), im bes. nach der Geburt(1715 bei Amaranthes); unange- nehme Nachempfindung, üble Folgen(1508 bei Keisersberg Predigen 79 b Nachaeegen Pl.).
Nachweis, m.(-es, Pl.-e), erst 1840 bei Dahlmann Gesch. v. Dänemark 1,37 zu belegen. nachweisen, v.: anzeigen, daß u. wo etwas vorhanden ist, 1691 bei Stieler, aber mhd. nãch wisen«den Weg nach einem zeigen».
Nachwelt, f.: die später lebende Mensch- heit, 1648 bei Zesen Dögens Baukunst, dafür 1641 bei Schottel 502 nachgeborne Welt.
Nachwuchs, m.: das Nachwachsen u. Nach- gewachsne(J. Paul bei Campe), insbes. nach- wachsende Generation(1789 bei Wieland Lu- cian 4, 368).
nachziehen, v. intr.: nachfolgen; trans. hinterherziehen. In beiden Bed. mhd. nãch ziehen. Nachzug, m.: Nachtrab des Heeres (Rückert Hamasa 1, 38), 1525 bei Baumann Quellen 1, 547; davon Nachzügler, m.: hinter dem Heer zurückbleibender Soldat, bei Goethe 33, 12.
nachzotteln, v.: lässig hinterdrein gehn, 1617 bei Ulenhart Lazarillo de Tormes 67, dafür spätmhd. näch zoten.
Nackedei, m.(Gen. wie N., Pl.s): nacktes kleines Kind. Zu nackt. Nordd. Bei Pletsch.
Nacken, m.(—‧d, Pl. wie Sg.): Halsteil unter dem Hinterkopfe, 1508 in der Straßburger Gemma r 5 nacken, bei Luther u. noch im 17. Jh. bei Logau u. Schuppius 284 Nacke, mhd. u. md. nacke u. stark nac(Gen.-kes), ahd. (h)na(e)ch m.«Hinterhaupt, Nacken»(Pl.-a); dazu mnd. nacke, necke, afrs. hnellka, ndl. nelc, ags. hnecca m., engl. neck, anord. hnacki, hnakkr, schwed. nache m., dän. nalclce. Dafür bayr. die Kollektivbildung gnack n., vgl. Genickt. Vielleicht urverw. mit air. cnocc«Hügel», da auch ahd. hnach durch lat. cacumen glossiert wird u. bayr.-öst. noch m. æ«kleiner Hügels bedeutet. Vgl. Genickc.
nackt, nackend, adj.: unbekleidet, unver- hüllt(bes. an der Oberfläche). Mhd. nacke n)t (spätmhd. nacl, 1505 in der Straßburger Gemma r 3 b nackend, md. im 13. Jh. nacken), ahd. nah- hut, nachot, naccot; dazu mnd. nakcet, nalen,
ndl. naakt, afrs. nakad, naled, naken, ags. nacod, nœcad, engl. naked, anord. nöklvidr, nöktr, nakcinn, schwed. naken, dän. nõgen, nagen, got. nagaps. In den Ma. teils verkürzt, wie nd. nack, teils weitergebildet, md. u. schwäb. nackig, im 17. Jh. nackicht, nackigt, Ende des 15. Jh. in Harffs Pilgerfahrt 145, 4 nackelich, mnd. naken- dich. Urverw. mit glbd. lat. nãdas aus*no- guedos, air. nocht, lit. nãogas, abg. nagü, aind. nagnäs; abweichend in der Lautform, aber kaum zu trennen awest. mayna-, gr. Tuνvc. 4BL. Nacktheit, f., spätmhd. im 15. Jh. nackenheit(auch 1514 bei Keisersberg irrig Schaf A62 nackheit), 1664 bei Duez Nackighkeit, 1691 bei Stieler Nackig-, Neckigheit.
Nadel, f.(Pl.-/): kleines spitzes W9erkzeug zum Zusammen- u. Anheften; schmales rundes stechendes Blatt, z. B. an dem Wacholder, der Tanne usw.(1741 bei Frisch, 1719 bei Fleming t. Jäger 36 b, früher Tangel); Magnetnadel(mhd. nãdel); kleiner Kristallspieß(Bergmännisches Wtbch. Chemnitz 1778); Spitzsäule, Obelisk (1452 bei Muffel Rom 28). In der 1. Bed. mhd. nãdel(e), md. nãlde, später nolde, ahd. nãdela, nãd(i)la u. nãlda f.; dazu asächs. nãdla, mnd. natel, mndl. naelde, nndl. naald, afrs. nédle, ags. ndl, népl f., engl. needle, anord. nãl, schwed. näl, dän. naal, got. nepla f. Eig. Werkzeug zum Nähen», von nähen(s. d.). Vgl. noch gr. vrpov m.«Spindel». 4 L. Nadler, m.: Nadelmacher, mhd. nãdelœre, nadler, näldener, mnd. natteler nãtteler netelerem. ZUS. Nadel- büchse, f., 1711 bei Rädlein, Nadelbüchslein 1691 bei Stieler. Nadelgeld, n.: das einem Frauenzimmer für Anfertigung u. Anschaffung von Nadelarbeit, als Kleidung, Putz usw., aus- gesetzte Jahrgeld, 1678 bei Krämer. Nadel- holz, n.: Nadeln tragendes Holz, 1740 bei Zedler 28, 328 Nadelnholz. Nadelöhr, n., mhd. nãdel-, nãldenære n. Nadelstich, m., über- tragen b. Schiller Fiesco 2, 2. Nadelwickler, m.: ein die Nadeln der Fichten zusammen- spinnender Nachtschmetterling, phalaena tor- trix piceana, 1777 bei Adelung.
nafzen, v.: nickend schläfrigsein,(nickend) leise schlafen. Schwäb.; bayr. naffezen, öst. napfezen, napfitzen, um 1480 im Voc. inc. teut. r 1 naffatzen, im 15. Jh. auch naphizen, mhd. nafrzen, ahd. hnaffezen, naphezen. Intensivbil- dung zu glbd. schwäb.-kärnt. napfen, ags. hnap- pian, hnœppian, engl. nap«schlummern, nickend schläfrig sein, norw. nap«Schlummer, Schlüf- chen», ablautend zu mhd. nipfen«nickend leise schlafen, schlummern?; dazu nipp, nippen(s. d.)


