Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
261-262
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261 Nacht

nachtreten 262

Gartens, Feldes, bei Luther Jes. 1, 8. Nacht- lager, n.: Lager zum Ubernachten, Nacht- quartier, 1678 bei Krämer, im 16. Jh. Nacht- lãger n. Nachtlicht, n., mhd. nahtlicht, ahd. nahtlioht n. Nachtmahl, n.: Mahlzeit am Abend, mhd. nahtmäl n.; im besondern das Sakrament des Altars, wegen seiner Ein- setzung«in der Nacht»(I. Kor. 11, 23), 1535 bei Schwarzenberg Cicero 154(s. Abendmahl). Nachtmütze, f.: Schlafmütze, 1691 b. Stieler. Nachtrabe, m.: die gemeine Eule, strix ulula (mhd. nahtrabe n),-rappe, ahd. nahtraban m., verkürzt ahd. naht(kh)ram, mhd. nachtram, nhd. Nachtram m.; dazu and. nahthram, ags. niht-hrœfn, nihlhremn m., engl. nightraven, anord. näãtthrafn m., dän. natravn); der Nacht- reiher, ardea nycticorax(1557 bei Heuflin Vogelbuch 1822 Nachtrabe, Nachtram); die aschgraue Nachtschwalbe, caprimulgus(1556 bei Frisius 187 b Nachtraam). S. d. folg. Nachtschatten, m.: die Pflanze solanum, zuerst die schwarzbeerige Art(daher der Name), mhd. nahtschate, ahd. nahtscato m. (auch in der urspr. Bed.«nächtlicher Schatten, Schatten d. Nacht); dazu mnd. nachtschade(n), =Scheden m. Auch die Nachtschwalbe heißt Nachtschatten, Nachtschade, 1777 bei Adelung. Vgl. dän. natskade«Nachtrabe», schwed. natt- skata«Fledermaus». nachtschlafend, part. in bei nachtschlafender Zeit, mhd. bi naht- släfender zit, mnd. in nachtslãpender tit, auch in slãpender tidt des nachtes. Nachtseite, f.: die von der Sonne abgewendete Seite eines Planeten, im Gegensatz zur Tagseite, bei J. Paul Werke 59, 38; in übertr. Bed. bei Goethe l. H. 49, 71. Nachtstück, n.: Bild einer nächtlichen Szene, 1691 bei Stieler. Nacht- stuhl, m., 1561 bei Maaler. Nachttopf, m., 1734 bei Steinbach. Nachtviole, f.: die nur bei Nacht duftende, wohlriechende Blüte der hesperis matronalis, u. diese Pflanze selbst, 1721 bei Jablonsky. Nachtwache, f.: das Wachen bei Nacht(1482 im Voc. theut. X); ein Teil(3 4 Stunden) der gleichmäßig ab- geteilten Nacht(bei Luther Matth. 14, 25, ahd. nahtewahha f.«bestimmte Nachtzeit zum Gebet in Klöstern»); das bestellte öffentliche Aufachten zur Sicherheit des Ortes während der Nacht(md. im 14. Jh. nachtwachte, ahd. nahtwanta f.); die zum öffentlichen Aufachten während der Dauer der Nacht Bestellten (spätmhd. nachtzwache, nachtwacht f.). Nacht- wächter, m.: nachts öffentliche Wache Hal- tender, bes. der zugleich die Stunden ansingt

od. ausruft, auch dabei anbläst, spätmhd. im 15. Jh. nachteachter, ahd. nahtzwahtari m. nachtwandeln, v.: nachts im Schlafe wan- deln, ohne sich dessen bewußt zu sein, bei Schiller Macbeth 5, 1; Nachtwandler, m.: Schlafwandler, 1716 bei Ludwig, dafür im 17. Jh. bei P. Fleming 115 Nachtaanderer m. Nachtweide, f.: Wiese zur Weide des Rind- viehs während der Nacht, im 15. Jh. nacht- ꝛaid f.(Weist. 6, 250,§ 6). Nachtzeit, f., mhd. nahtzit f. Jetzt bei der Bahn die Zeit von 6 Uhr abends bis 5,59 morgens.

Nachteil, m.(-s, Pl.-e): Minderung in Be- ziehung einer Vollkommenheit, als Minderung erscheinendes Ubel, Schaden, Beeinträchtigung. Md. im 15. Jh. nochtheil, öst. im 14. Jh. nãchtl, wohl als Gegensatz zu älterm Vorteil(s. d.) gebildet. 43L. nachteilig, adj., md. im 15. Jh. nochteylich(Michelsen Mainzer Hot zu Erfurt 25).

Nachtigall, f.(Pl.-en): der Singvogel luscinia. Mhd. nahtegal(e), spätmhd. nahti- gal(le), ahd. naht-, nahte-, nahtigala f., im 16. Jh. häufig Nachtgall(Dasypodius, Maaler) neben Nachtigal(1549 bei Eber u. Peuer Voc. D 1 ½, Proschmeus. A); Nachtigall(H. Sachs 6, 368); dazu and. nahtigala, mnd. nahtegal, ndl. nachtegaal, ags. nihtegale f., engl. nightin- gale(im Ahd. u. Ags. auch die Nachteule als zur Nachtzeit schreiender Zaubervogel). Mit erhaltnem alten ĩ(wie in Bräutigam) 29s. aus Nacht(ahd. naht, Gen. nahti) u. ahd. gala f. «Sängerin», von ahd.-ags. galan, anord. gala «singen»(s. Gall), also=«Nachtsängerin,.

Nachtisch, m.: das nach der Mahlzeit Aufgetragne, Dessert, 1541 bei Frisius 784 b.

Nachtlager, nächtlich usw., s. Nacht.

Nachtrab, m.(-Lels, Pl.-e): der den Heerzug im Kriege schließende Heeresteil. 1534 bei Franck Weltbuch 462, aber schon im 15. Jh. nachtraber m. ceiner vom Nach- trab?, im Pl.«der Nachtrab». Vgl. noch ZfdW. 1, 31. S. Vortrab.

nachtrachten, v.: eifrig wonach streben; in böser Absicht nachstellen. Bei Luther u. H. Sachs.

Nachtrag, m.: ergänzende Nachholung, 1734 b. Steinbach. nachtragen, v.: hinterher tragen, bei Luther; grollen, 1691 bei Stieler, aber schon mnd. nadragen. nachträglich, adj.: nachgeholt, 1809 bei Campe.

nachtreten, v.: den Tritten eines Voran- gehenden folgen, 1541 bei Frisius 175 b nach- trätten(md. im 13. u. 14. Jh. nãch treten«nach-

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