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Nacht 260
Nachschrift, f.: das hintennach Geschrie- bene, Postskriptum u. Kopie, beides 1678 bei Krämer, gerichtlich von der Replik u. Triplik schon in der Kammergerichtsordnung 1521 (Reichsordn. 982).
Nachschub, m.(*s, Pl.-Schübe): das Nach-
schieben u. Nachgeschobnes zur Ergänzung od. Förderung, 1402 b. Janssen Frkf. Reichsk. 1, 699.
nachsehen, v.: hinter einem her- od. drein- sehen(mhd. näch sehen); etwas geschehen lassen, ohne es streng zu beurteilen od. gar zu rügen(1595 bei Ayrer Dram. 1, 105, 23);
untersuchend durchsehen(1678 bei Krämer).
Der Inf. als Subst. Nachsehen, n. in das Nachsehen haben«den bloßen Nachblick auf etwas Verlornesy, 1515 im Eulenspiegel Cap. 19.
nachsetzen, v.: hintennach setzen(15. Jh. bei Diefenb. gl. 450 ²); hintan-, zurücksetzen (1541 bei Frisius 676 b); nachjagen, verfolgen (1631 bei Bürster 15, aber schon mhd. im 14. Jh. nächsetzig«nachstellend).
Nachsicht, f.: das Hingehenlassen, Scho- nung, Geduld, 1711 bei Rädlein;(kaufm. 1678 b. Krämer) Zahlungsfrist; nachprüfende Unter- suchung(ebd.). 43. nachsichtig, adj., 1798 bei Adelung.
nachsinnen, v.: sinnen.
Nachsommer, m.: Spätsommer, 1691 bei Stieler.
Nachspiel, n.: dem Hauptspiel folgendes Schauspiel, 1691 bei Stieler; in übertr. Bed. 1789 bei Wieland Lucian 6, 58.
nächst, Sup. des Adj. nah(s. d.); Adv. zur Bezeichnung der größten Nähe örtlich od. zeit- lich. Bei Fischart Flöhh. 1257 nächst, bei H. Sachs negst, bei Luther nehest, im 17. Jh. meist nechst, mhd. nœ(he)st u. näh(e)st, näst, md. né(h)st, ahd. nähist, nähöst. Schon im Ahd. steht nach dem Adv. der Dat.; als Präp. mit dem Dat. erscheint das Wort md. im 13. Jh.
nachdenken, mhd. nãch
bei Ebernant v. Erfurt 2273 néhest, sowie mnd. nãst, négest, nést. Nüchste, m.(-n, Pl.-n): Im biblischen Sprachgebrauch, bei Luther der Neheste, ahd. nähisto m.«der
Mitmensch.
Nächste, bürgerliche Nachbar, Verwandte», dafür got. némwundja m. der«Nüchste»(vgl. ahd. näãhant Adv.«nah, in der Nühe»). Bei Luther Esth. 1, 19 auch Neheste f. u. in der Bed.«Nachbarin» 2. Mos. 11, 2 Nehestin f. nächstens, adv.: in der nächstkommenden od. doch sehr naher Zeit, 1691 bei Stieler nechstens.
nachstehen, v.: nachfolgen(mhd. näch stãn); zurückstehen, nachgesetzt werden(1691
bei Stieler); auf etw. gerichtet sein, trachten (bei Luther Römer 9, 31, schon mhd. stän näch).
nachstellen, v.: nachtrachten, bei Luther, mhd. stellen näch, urspr. vom Jäger u. Vogel- steller, der Schlingen, Netze u. Fallen stellt, so bei H. Sachs 5, 156, 33.
Nacht, f.(Pl. Nächte): die Dunkelheit nach Sonnenuntergang, die Zeit von Sonnen- untergang bis gegen Sonnenaufgang; tiefe Dunkelheit. Mhd. u. ahd. naht f.(Pl. mhd. nehte u. naht(e), ahd. naht mit Dat. Pl. nahtun u. nahtin); dazu asächs. naht, afrs.-ndl. nacht, ags. niht, neaht, neht, engl. night, anord. nãtt, nött, schwed. natt, dän. nat, got. nahts f. Verw. mit glbd. lat. noæ f.(-oFis), gr. vo? f. (Gen. rc), ir. innocht diese Nacht», lit. naktis f., apreuß. naktin Akk., abg. nosti f., alb. nato, aind. näktis f. Nachts. 4L. nächt, adv.: in vergangner Nacht, gestern abends, ge- stern, spätmhd. nächt, md. im 13. Jh. nechte, erstarrter Dat. Sg.(mhd. nehte, ahd. nahti); in gleicher Bed. nächten, adv., erstarrter Dat. Pl., mhd. nehten, nähten u. nehtint, md. nechten(t). Mit genetiv. s auch nhd. nächtens (Rückert 2, 204, Heine 1, 140) im 16. Jh. nachtens. nachten, v.: Nacht werden, dunkel werden, mhd. nahten, ahd. nahtén(ez nahtétæwird Nacht'»). nächtig, adj., bei Goethe, um 1500 nechtig, nãchtig(Diefenb. gl. 382), mhd. in Zss. nehtec,
im 12. Jh. nahtig. nächtigen, v. übernachten,
1839 bei Immermann Münchh. 1, 142, dafür 1809 bei Campe näãchten(aus der Volksspr.). nächtlich, adj., im 16. Jh. nächtlich, 1482 im Voc. theut. XIb nachtlich, ahd. nahtläh. nachts, adv.; bei Nacht, mhd.-ahd.-asächs. nahtes, ags. nihtes, mhd.-spätahd. im 11. Jh. auch des nahtes, nhd. des Nachts, dann mhd. u. ahd. eines nahtes«in einer Nachto, nhd. eines Nachts, adv. stehende Gen. Sg., nach Analogie des adv. Gen. Sg. fages gebildet, zumal da im 8. Jh. fages indi nahtes«bei Tag u. bei Nacht⸗ verbunden steht, ebenso ags. dœæges and nihtes. ZVS. nächtelang, adj.: Nächte hindurch dauernd, mhd. nahtlanc, ags. nihtlang Adj. cdie Nacht hindurch dauernd, anord. Adv. nattlangt u. nãttlengis«die Nacht hindurchs. Nachtessen, n. Abendessen, mhd. nahtezzenn. Nachteule, f., im 15. Jh. nachtule(Diefenb. gl. 380 2), 1530 bei Peypus nachtäul, bei Luther Nachteule. Nachtfalter, m.: Nachtschmetter- ling, 1777 bei Adelung. Nachtgeschirr, n., 1678 bei Krämer. Nachtgleiche, f., 1716 bei Wolff math. Lex. 27, dafür mhd. ebennaht f. Nachthütte, f.: Hütte zur Bewachung eines


