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Nachschlüssel 258
nunde das Seil hangen lassen». Das starke nachhangen hat sich erst später in den Be- griff eingedrängt. nachhér, adv.: nach dieser Zeit. Ge- wöhnlich auf der zweiten Silbe betont, aber in Verbindung mit dem Gegensatz vorher rückt der Hauptton zur Hervorhebung auf das erste Wort der Zss. 1734 bei Steinbach, nachher u. nachhero. Vgl. nacher. 4BL. nachhérig, adj., 1777 bei Adelung. nachholen, v.: etwas Versäumtes nach- träglich einbringen, 1691 bei Stieler. Nachhut, f.: Nachtrab eines Heeres, mhd. nãchhaote f.[nõãchllanc m. Nachklang, m.: nachtönender Klang, mhd. Nachkomme, m.(-/, Pl.-n): der in der
Zeitfolge später Lebende; der der Abstammung nach später Lebende. Mhd. nächlcome(auch Nachfolger), md. nãkome, näkume m., dafür
ahd. aphtarguemo, dann afterchomo m. 2sg. aus dem Adv. nach(s. d.) u. ahd.-guemo, -chomo, mhd.-kome m. der Kommende» (s. kommen). 4BL. Nachkommenschaft, f., 1663 bei Schuppius 731. Nachkömmling, m., mhd. nãchkomelinc, nächkumelinc, mnd. nãlcomelinkc, 1290 näkunmeling(Höfers Urk. 49, 19), zgs. mit ahd.-guemalinc«der Kommende», chumelinc, chomeling m.«Ankömmling?. Nachlaß, m.(Gen.-Sses, Pl.-Iãässe): Hinter- lassenschaft(1716 bei Ludwig, mnd. nalãt); teilweise Erlassung, Nachsicht(1727 bei Aler); das Erschlaffen, Aufhören(1634 b. Bürster 61). nachlassen, v., spätmhd. nächläãzen«ver-
lassen, aufgeben, vernachlässigen, versäumen».
nachlässig, adj.: nachlassend, d. h. ohne rechte Tätigkeit aus Mangel an Aufmerksam- keit u. Sorgfalt, 1460 bei Jansssen Frankf. Reichscorr. 2, 147 nachlessig, mnd. nalatich; dazu Nachlässigkeit, f., bei H. Sachs 1, 472, 16 Nachlessigkeit, dafür spätmhd. im 15. Jh. nãchlcze k.[Krämer.
Nachlese, f.: das Nachsammeln, 1678 bei
nachmachen, v.: nachbilden, nachahmen, 1541 bei Frisius 428².
nachmals, adv.: in spätrer Zeit, im Gegen- satze von vormals. Md. im 14. Jh. nãchmäl(e)s, dafür 1482 im Voc. theut. x 1 b nachmalen u. noch im 18. Jh. nachmalen. Davon nach- malig, adj., 1727 bei Aler.
Nachmittag, m.: die Zeit vom Mittag bis zum Abend. 1618 bei Schönsleder, aber schon 1575 im Garg. 74 Nachmittagsonn f. Aus nach mittag(1540 bei Alberus dict. d 4 b). Davon nachmittägig, adj., 1541 bei Frisius
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
677². nachmittäglich, adj., 1639 Comenius Sprachenthür Nr. 574. nachmittags, adv., 1777 bei Adelung, des Nachmittags 1716 bei Ludwig, adv. Gen.; dafür früher der Dativ nachmittag 1556 bei Frisius 1017 b, 1750 bei Gellert schwed. Gräfin 4 Nachmittage, aus nach Mittage, im 16. Jh. nach mitemtag Zimm. Chron. ² 4, 280, 3, mhd. nãch mittem tage.
Nachnahme, f.(Pl.-n): die Erhebung eines Geldbetrags bei einer Postsendung, so daß diese nur gegen den darauf lastenden, dem Absender zu erstattenden Betrag aus- gehändigt wird.
Nachrede, f.(Pl.-n): Nachwort, Schluß- wort(1482 im Voc. theut. X 1b); das Gerede hinter einem, mhd. ndchrede f.«nachteiliges Gerede, Verleumdung», mnd. ndrede f.
Nachricht, f.(Pl.-en): Mitteilung zum Darnachrichten, Anweisung(1608 in den öst. Weist. 6, 458, 23); dann Mitteilung einer Be- gebenheit usw. zur Kenntnisnahme, 1678 bei Krämer Nachricht f., 1664 bei Duez Nachricht m. u. Nachrichtung f., mnd. ncrichtinge f.«Be- kundung, Nachricht». 4BL. nachrichtlich, adj., 1691 bei Stieler, im Kanzleistil.
Nachrichter, m.(-s, Pl. wie Sg.): Scharf- richter, Henker, gleichsam der nach dem zum Tode verurteilenden Richter das Urteil voll- ziehende Richter. Mhd. nãchrihter m.«Scharf- richter», auch Gerichtsdiener, Scherge».
Nachruf, m.(-es, Pl.-e): die einem Ge- storbnen gewidmeten Worte in Rede oder Schrift, 1648 bei Zesen Ibrahim 1, 392.
Nachruhm, m.(-s): Ruhm bei der Nach- welt, 1641 bei Schottel 502.
nachsagen, v.: Gehörtes od. Gesehenes weiter erzählen; hinterrücks tadelnd vor- werfen. Bei Luther.
Nachsatz, m., grammatisches Gegenteil von Vordersatz, 1641 bei Schottel 27.
nachschlagen, v.: in Geschlechts-, d. h. Verwandtschaftseigentümlichkeiten ähnlich werden; in einem Buche aufsuchen(1691 bei Stieler). In der 1. Bed. im 16. Jh. nach- schlagen u. nachschlahen, mhd. im 14. Jh. nãch slahen, gemäß dem mhd. slän nãch, ahd. slahen näch; vom Zeitwort slahen ab- geleitet ahd. slahta, mhd. slahte f.«Art, Ge- schlecht»(s. d.), von diesem Subst. aber weiter mnd. slachten«arten»(auch slachten na), daher bei nordd. Schriftstellern seit dem 16. Jh. nach- schlachten statt des obd.-hochd. nachschlagen.
Nachschlüssel, m. nachgemachter, Diebs- schlüssel, 1593 bei Colerus Hausbuch 1, 16.
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