255 Nachdruck
nachhängen 25⁵6
bei Logau 3, 1, 39, dafür bei Opitz Argenis 2, 111 nachdruckend.
²Nachdruck, m.(-es): das Wiederkäuen (vom Rotwild). Weidmännisch, 1763 bei Heppe Nachtrucht. Umgebildet aus Nachrück, Nach- ruck, wie Indruck aus Itrüch m.«das Wieder- käuen», von ahd. itaruchan«wiederkäuen?, das mit lat. ructäre rülpsen» verw. ist.
unachdrucken, v.: eine gedruckte Schrift unrechtmäßig abdrucken, 1518 bei Aventin 1, 47, 11. 4B L. Nachdrucker, m., 1616 Henisch.
²nachdrucken, nachdrücken, v.: wie- derkäuen(vom Rotwild). Weidmännisch 1763 bei Heppe nachtrucken. Umgebildet aus nach- rücken, s. 2Nachdruck.
nachdrücken, v.: nochmals, wiederholt drücken, besonders fördernd, nachhaltig, bei Luther nachdruchen u. nachdrücken, in der Bed.«nachdrängen» 1517 im Teuerdank 91, 36 nach drucken u. 82, 41 nach trucken.
nacheifern, v., bei Luther Röm. 11, 11 nach eivern.
nacheinander, adv., 1482 im Voc. th. X 22.
Nachen, m.(-s, Pl. wie Sg.): mulden- artiges Wasserfahrzeug, Kahn. Mhd. nache, ahd. nacho m.; dazu asächs. naco m., ndl. aaf f. (auch 1495 in der Kölner Gemma J13 aych, wetterau. Ache m.), ags. naca m., anord. nõxvi m. Boot. Gew. zu lat. nãvis f., gr. voõc f., aind. nãus f.«Schiffy gestellt, mit Ubergang von w in wie in queck= lat. v?*ας. Es kann aber auch aind. nägas m.«Baumy genau entsprechen. Vgl. Lidén Stud. 34 u. Btr. 26, 304. Vgl. Naute.
nacher, Präp. mit Dat.: nach(in Bezeich- nung der Richtung auf einen benannten Ort). Im 16. Jh. als Adv., gekürzt aus nachher, u. dann als Präp., so noch bei Schiller Piccol. 5, 2.
Nacherbe, m.: ein nach Abgang des Haupt- erben eingesetzter Erbe, Substitut eines Erben (im bürgerl. Gesetzbuch). Md.(im 14. Jh.) nãcherbe, mnd. nderve.
Nachernte, f.: Nachlese nach der Haupt- ernte, bei Luther Jes. 17, 6.
Nachfahr, m.(en, Pl.-en), Gegensatz von Vorfahr(s. d.)«Nachkomme, Nachfolger. Bei Goethe; mhd. näãchvar m.
Nachfahrer, m.(-S, Pl. wie Sg.): wie Nachfahr. Bei Goethe u. J. Paul, 1482 im Voc. theut. X 2² nachfarer.
Nachfolger, m.(-s, Pl. wie Sg.): auf einen andern folgender, bes. der Zeit nach od. nach Vorbild. Mhd. nächvolgœre,-volger m. (im 15. Jh. auch«Anhänger, Mitbeteiligter,
Verfolger»), ahd. nähvolgäri m. Im Mhd. auch nãächvolgœrinne f., nãchvolge f. u. nãchvolgen, ahd. näh folgén.
Nachfrage, f.: Frage wonach, im 15. Jh. nãchfrãg f.(Weist. 1, 217). nachfragen, v. mit Dat., im 15. Jh. aãchfrägen(Weist. 1, 146).
nachgeben, v.: zulassen, einräumen(Fast-
nachtsp. des 15. Jh. 542, 4); intr. sich fügen
(bei Opitz); geringer sein(1557 bei Waldis Esopus 4, 2, 84); locker sein(Goethe 46, 213). nachgeboren, part.: nach dem Tode des Vaters geboren, mhd. nãchgeborn(Voc. opt.). Nachgeburt, f.(Pl.-en): die nach der Geburt von der Mutter abgehende häutige schwammige Masse. 1581 bei Ryff Hebammen- buch 59, früher Nachburt f.(1541 bei Frisius 785 b) u. 1470 dy andere geburt(Diefenb. gl. 523°, nov. gl. 33 b), dem lat. secundiae Pl. gemäß. nachgehen, v.: hinterhergehen, folgen (mhd. näch gän);(in übertragner Bed.) nach- kommen, befolgen(im 15. Jh. nachgeen); sich hingeben, etw. betreiben(bei Luther Spr. Sal. 12, 11). nachgehends, adv.: nach der Zeit, nachher, 1539 bei Boltz Terenz 28 b, nachgendls Zimm. Chr. ² 3, 96, 2. nachgeräde, adv.: nach u. nach, allmäh- lich. 1716 bei Ludwig. Aus dem glbd. nd. nã gerade(1652 b. Lauremberg thom Leser 16), nãgrade, eig. cnahezu schnell, nicht ganz schnell, allmählich», zum Adv. mnd. gerade æsofort, schnelly. Mißverständlich im Brem. Wbch. von Grad m. Stufe⸗ abgeleitet(nã grade «stufenweise»), daher ndl. na geraaden, naar
geraaden u. 1776 bei Wagner Kinderm. 37 nach
Gradlen, ähnlich nach Gerade Felsenburg 4, 307.
nachgiebig, adj., 1777 bei Adelung, von nachgeben(s. d.). 4BL. Nachgiebigkeit, f., bei Adelung.[(Bei H. Sachs.
nachgrübeln, v.: grübelnd nachsinnen.
nachhaltig, adj.: längre Zeit wirksam. Bei Campe 1809 als neu u. aus Goethe an- geführt. Von dem veralteten Nachhalt, das zu nachhalten«längre Zeit wirken» gehört.
nachhängen, nachhangen, v.(Prät. hing nach, Part. nachgehangen): eifrig nach- trachtend sich hingeben. Mhd. schwachflekt. näch hengen nacheilen, nachjagen, nach- trachten», zunächst aber, wie noch nachhängen als weidmännischer Ausdruck dem Hiirsch aufsuchend nachspüren, indem man dem Leit- hunde das Seil locker hangen läßt», dann vom Jagdhunde(1508 bei Keisersberg Pred. 5 nachhengen)«eifrig nachspüren?; denn mhd. hengen bed.«dem Rosse die Zügel, dem Jagd-


