253 nachäffen
Nachdruck 254
nachäffen, v.: wie ein Affe nachahmen. Im 16. Jh. bei Fischart Barf. 3167, nachaffen in Luthers Tischr. 268.
nachahmen, v.: nach Maßgabe ähnlich sich ausdrücken od. darstellend wiedergeben. Bei Luther 4, 121 b nachomen, 4, 264 b nach- ömen, 1562 bei Mathesius Sar. 80 3 nachamen, 1626 bei Zinegref Apophth. 1, 447 nachähmen. Eig.«nachvisieren, nachmessen», von mhd. ämen, œmen ein Faß durchmessen», dann bildl. überhaupt«ermessen»(noch bayr. ahmen cmit dem Visierstabe den körperlichen Raum eines Fasses untersuchen, visieren»), 1540 bei Alberus dict. Ee 1b ich om«ich unternehme andrer Handlung u. Sitten auszudrücken»; zu mhd. ãme, ôme f. m. n.«Maß, Ohm?(S. d.). KAlternhd. mit Dat. der Pers. od. der Sache, in Luthers Tischr. 67 b auch mit Akk. der Sache, bei Goethe mit Dat. der Pers. u. Akk. des nachgebildeten Gegenstands, seit dem 18. Jh. ist auch der Akk. der Pers. üblich geworden. Vgl. 1769 Herder krit. Wälder 1, 120 Einen nachahmen, heißt, wie ich glaube, den Gegenstand, das Werk des andern nachahmen, einem vachahmen aber, die Art und Weise von dem andern entlehnen, diesen oder einen ahnlichen Gegenstand zu behandeln. 4BL. Nachahmer, m., 1739 bei Liscov 97. Nach- ahmung, f., bei Schottel Nachöhmung(1629).
nacharten, v.: leibliche od. Seeleneigen- tümlichkeiten sich aneignen von jem., 1592 bei Emmelius B 1 b, mhd. arten näãch einem.
nachäugeln, v.: zärtlich blickend nach-
sehen(Hölty 60, 42 H.); im Augeln nachahmen.
Nachbar, m.(9n u.“, Pl.-n): der nah Wohnende; der zunächst od. nah, überhaupt angrenzend seinen Platz, seine Stelle, seinen Raum hat(Tisch-, Kirchen-, Feld-, Garten-, Grenznachbar usw.); berechtigt. Ortsanwohner (Ortsnachbar). Bei Luther Nachbar, wie schon im 15. Jh. bei Diefenb. gl. 618², daneben im 15. bis ins 18. Jh.(Aler 1727) Nachbaur u. mit eingeschobnem t im 15.—17. Jh. Nachtbaur, -bar, mhd. im 14. Jh. nãchbäre m., sonst meist mhd. schwach nächgebäre u. stark nächgebür (auch entstellt im 13. u. 14. Jh. nahkgepaur), md. nãebãr, ahd. nähgabär u. nähgibüro m.; dazu and. ndbär, mnd. naber, neber, neiber, mndrhein. naber, naper, ndl. nabuur, ags. néah-, néhgebär, néhhebär, engl. neighbour, anord. nãbãi m.«Nachbar, schwed.-dän. nabo. Zsg. aus mhd. näch, ahd. näh«nahe» u. Bauer (8. d.), eig. der nahe Mitbewohners; aber schon bloßes mhd. gebr(e),(nhd. Gebauer), ahd.
gibuùr()(urspr.«Mitbewohner) drücken den Begriff«Nachbar» aus. 43L. Nachbarin, f., md. 1343 nãkepärinne f. nachbarlich, adj., 1578 im Titel von Fischarts glückh. Schiff nachparlich, 1525 bei Baumann Quellen 2, 103 nachpurlich, als Adv. 1495 in der Köln. Gemma naebuerlich, 1508 in der Straßburg. Gemma nachburlichen. Nachbarschaft, f., spätmhd. nãchburschaft, nachtperschaft f. Gesamtheit der Nachbarn.
nachbeten, v.: ein Gebet nachsprechen (1741 bei Frisch); etw. ohne eigne Prüfung nachsprechen, bei Adelung 1777, Lessing 8, 186.
Nachbier, n.(-S, Pl.-e): Bier, welches durch das erste Aufschütten von Wasser auf ausgebrautes Malz gewonnen wird, deshalb auch Treberbier, Afterbier(1722 bei Beier Lex. 225 ²), Dännbier genannt. 1582 im Garg. 85 Nachbier, Dünnbier. Vgl. Kofent.
Nachbild, n.: nach einem Vorbilde ge- machtes(1691 bei Stieler); Nachwirkung einer Licht- od. Farbenerscheinung im Auge(Goethe Nat. S. 5, 1, 338). nachbilden, v.: nach einem Vorbild od. Muster bilden, b. Luther Jes. 40, 18.
nachdém, adv.: nach dieser Zeit; konj.: nach der Zeit daß; nach Maßgabe daß, nach dem Verhältnisse daß. Im 15. u. 16. Jh. noch getrennt nach dem, als Adv. im Boccaccio 238, 7, als Konj. temporal bei Keisersberg Granatapfel Eb, modal 1482 im Voc. theut. x 1⁴. Statt des Dat. steht in der ültern Sprache der Instru- mentalis, mhd. nãch diu«in bezug daraufs, ahd. näh diu«danach, wonach, demnachy.
nachdenken, v. mit Dat.(Fastnachtsp. des 15. Jh. 233, 3) od. der Präp. ãber mit Akk., dafür vereinzelt mhd. denxen näch mit Dat. «mit Gedanken nachfolgen, zurückdenken anp. 4B L. nachdenklich, adj.: nachsinnend(1716 bei Ludwig); mit Nachdenken verbunden(1677 bei Butschky Pathmos 930); zum Nachdenken anreizend, tiefsinnig(1654 bei Logau 1, 4, 76); bedenklich(1664 bei Duez).
1Nachdruck, m.(„Lels, Pl.-drücke): noch- maliger, wiederholter Druck(z. B. beim Wein- pressen, auch der Nachdruckwein, 1537 bei Dasypodius Nachtruck); dann abstrakt«wieder- holter fördernder Druck, erhöhte Kraft»(1510 bei Janssen Frankf. Reichscorr. 2, 809 nach- truckch); Nachschub, Reserve im Kriege(bei Luther 4, 405 b);(mit dem Pl.-drucke) un- berechtigter Abdruck eines Gebildes u. dgl., unrechtmäßiger Abdruck einer gedruckten Schrift(1663 bei Schuppius 627). 4B L. nach- drücklich, adj.: mit erhöhter Kraft, 1654


