Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
251-252
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251 Mythe

Nachachtung 252

geheimnisvoll, durch geheimen Sinn dunkel, 1706 bei Ludwig engl.-teutsch. Lex. 457 b, nach lat. mysticus. Mystizismus, m.: Geheimnis- glaube, Hang zu u. Erfülltsein von Wunder- glauben u. Geheimnissen, aus glbd. frz. my sticisme m., von gr.-lat. mysticus, gr. uꝰio «geheim, geheimnisvoll».

Mythe, f.(Pl.-n): erdichtete Erzühlung aus dunkler Zeit, Götter-, Heldensage. Aus gr. lat. mothus m. Sage, Göttersage», gr. uOGoc m.«mündlicher Vortrag, das Erzählen,

Erzählung, erdichtete Erzählung aus alter dunkler Zeite. mythisch, adj.: sagenhaft, sagengemäß, fabelhaft, aus glbd. gr.-lat. mg thicus, gr. uueòc. Mythologie, f.: Sagen- geschichte, Sagenkunde, Götterlehre(Erzäh- lung von Götterfabeln), aus gr. Jat. mythologica, gr. uuoNoia f.«Sagengeschichtey, von uòboc u. einer Abl. von XCTeiv erzählen». 1791 bei Roth. mytholögisch, adj.: der Göttersage u. Götterlehre angehörig, nach gr.-lat. mytho- logicus, gr. uοNoriõc.

N

na, mit leisem Zweifel fragende od. auch als Zuruf eintreffender Erwartung gebrauchte Partikel. In der 2. Anwendung 1575 im Garg. 402. In ihr scheint sich die von Notker am Schlusse u. in der Mitte verneinender Fragesätze gebrauchte ahd. Fragpartikel na erhalten zu haben, die mit der einfachen ahd. Verneinungspartikel ni(s. nicht) eng verw. u. von der Verneinung(als solche bieten na die Fragmenta theotisca Matth. 13, 17) in die Andeutung der zweifelnden Frage überge- gangen ist. Uber weitre Formen des Pro- nominalstamms ne- vgl. Walde unter enim.

Nabe, f.(Pl.-n): die hohle um die Achse laufende Walze im Rade. Mhd. nabe, ahd.- and. naba f.; dazu mnd. nave m. f., ndl. naaf,

nade, auf, ave, ags. nafu f., engl. nave, anord.

nõf(Gen. nafar) f., schwed. naf, dän. nav. Urverw. mit apreuß. nabis«Nabe, Nabel», lett. naba«Nabel, am Pfluge das Querholz der Femern», aind. nãbhi- f. u. näbhja- n.«Nabey, pers. naㆠα Nabelꝰ, lat. umbo m.«Schildbuckel», umbilicus m.«Nabelꝰ, gr. ôuHραααέε m. Nabel, Schildbuckel». S. Nabel.

Nabel, m.(-S, Pl. Nübel): die narben- artige rundliche Vertiefung mitten auf dem Bauche. Mhd. nabel u. schwach nabele(Pl.-n), ahd. nabalo, nabulo, nabilo m.; dazu mnd. navel, naffel, ndl. navel, afrs. navla, ags. nafela m., engl. navel, anord. nafli m., schwed. nafle, dän. navle. Von Nabe(s. d.), wie Achsel von Achse. Urverw. mit glbd. air. imbliu u. imlec, aind. Nhilas, gr. 6ꝓœοσα m., lat. umbilicus m. Dazu auch aw. nabã-naæcdista-«der nächst verwandten u. nãfa- m.«Nabeb-. 4 L. nabeln, v., bei Bürger u. Voß genabelte Schilde. ZU0S8. Nabelbruch, m., 1588 bei Tabernämontanus 72. Nabelschnur, f., 1716 bei Ludwig.

eur N.

Naber, Näber, m.(-s, Pl. wie Sg.): der Bohrer. 1440 bei Diefenb. gl. 5792 näãpper, um 1500 nebler, näãper ebd. 578 e, aus mhd. nabegér, nebegér, offenbar mit Anlehnung an Nagel umgebildet nageber, negeber, nagber, 1455 neilebar, u. zugleich auf Bohr umgedeutet negebor, negbor(Diefenb. nov. gl. 362², vgl. nhd. Nagelbohr), ahd. naba-, nabu-, nabigér, versetzt nagaber m. Bohrer», urspr. Spieß (ahd. gér), spitzes Eisen zum Bohren der Nabe⸗ (s. d.). Dazu and. navagèér, mnd. neveger, never, mndl. evegher, eggher, ndl. avegaar, ags. na†o-, nabogãr, mengl. nauger, engl. auger, anord. nafarr, schwed. nafbare, dän. naver«Bohrer. Aus dem Germ. entl. ital. naverare, frz. navrer, prov. nafrar«durchbohren, verwunden.

Nabob, m.(-»S, Pl.-õ): prachtliebender reicher Mann. 1770 bei Wieland 31, 63 Gr. Nabob,(1710 bei Nehring Nabab(nach frz. nabab). Aus engl. nabob«Beamter, der sich in Ostindien große Reichtümer erworben hat'», eig. Befehlshaber im Reiche des Großmoguls, von hindostan. nalοινσ= arab. n⁵ακινσε, Pl. von ndin Stellvertreter, Statthalter⸗, zu nãba cjemandes Stelle vertreten.

nach, Adv. u. Präp. m. Dat.: urspr.«in die Nähe od. in der Nähe zu, in der Richtung zuy; dann«in der Nühe u. zwar im besondern im Rücken von, nah auf den Vorgang von); endlich«nah od. durch Nähe od. auch durch Folge in derselben Richtung, in möglichst angestrebter Ubereinstimmung mit. Mhd. nãch, ahd. nãh; dazu got. mit Akk. u. noνα mit Dat.«nah, dicht bei, dicht any. Zugrunde liegt das Adj. nahe(s. d.).

Nachachtung, f.(Pl.-en): Befolgung, fast nur im Kanzleistil in der Verbindung 1741 bei Frisch.