Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
249-250
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249 Mütze

mysteriös 250

aussehendes Tier; als Schelte kleiner(ge- stutzter) Mensch, dummer Mensch. Im 16. Jh. vom gestutzten Roß bei Paracelsus chirurg. Schriften 309 C u. Fischart Garg. 206. Von 1 matzen(s. d. u. Mutzen).

Mütze, f.(Pl.-/n): eine Art bequemer Kopfbedeckung, bes. beim männl. Geschlecht (aber schweiz. Mutz m.«weibliche Kopfbe- deckung»). Spätmhd. im 15. Jh. mütze, mut- 2(en), mytze, musse, mocze, mötcze(Diefenb. gl. 25b. 364 b u. nov. gl. 254 ⁵b), im mrhein. Voc. ex quo 1469 u. clev. 1477 malsche f., im 13. Jh. unverkürzt almutz n., im 14. Jh. ar(e)- malz n.; dazu mnd. malmuse, malmutze, mndl. almuctse f.«Chorkappes, mnd. mactze, masse f. Chorkapuze der Ordensgeistl., dann«Haube als Frauentracht». Am Niederrhein u. in Nord- u. Mitteldtschld. aufgekommen aus mlat. al- mutia, armutia f., almucium, almutium n. Chor- kappe(mit einer Kapuze versehnes mantel- artiges Staatskleid des Ordensgeistl.), bis auf die Schultern herabfallende Kopfbedeckung des Geistlichen, Chorhut⸗, welche Kopftracht die Laien frühe nachahmten. Das mlat. Wort stammt wohl von arab. al-mastakah«woiter Rock». Vgl. Justi ZfdA. 45, 420.

Mutzen, m.(-e, Pl. wie Sg.): mit Armeln versehnes kurzes, d. h. bis auf od. über die Hüften reichendes Oberkleid, vorzugsweise bei dem weibl. Geschlecht auf dem Lande. In Franken u. Schwaben Mutz(en) m., tirol. Mutze, Mutza f., henneberg. u. wetterau. Motze m. Klternhd. war Mutze) m. cein kurzer Armel- rock, Reitrock der Männer»(1594 bei Frischlin Nomencl. Cap. 140 Mutz, 1585 schwäb. Mutzen m. bei Birlinger 431 b, noch 1711 bei Rädlein Mutze f.). Vgl. anord. motr m. Kopfbedeckung der Frauen aus weißem Linnen. Desselben Ursprungs wie Mütze; vgl. ZfdA. 45, 420.

umutzen, v.: beschneiden, abschneiden, kürzen, stutzen. 1538 bei Herr Columella 84 b m.(vom Stutzen des Hundeschwanzes), im 14. Jh. gemützert«geschlitzt, mit Einschnitten versehen»(von Männerröcken), mnd. mutzen cabschneiden, stutzen. Jetzt nur noch in vermuatzen. In abgel. Bed.«putzen, schmücken», älternhd. u. mhd. mutzen, miitzen, mnd. mutzen, s. aufmutzen. Vielleicht aus dem Rom. entl., ital. mozzo«verstümmelt, stumpfꝰ, mozzare u. smozzare«verstümmeln, frz. mousse«stumpf, die auf lat. muticus(neben mutilas)«gestutzt, verstümmelt» zurückgehen sollen. Viell. aber umgekehrt die romanischen Wörter aus dem Germanischen.

²mutzen, v.: unfreundlich, verdrießlich sein in halblauten vereinzelten Tönen mit mürrischem Stillschweigen, brummen. 1669 im Simpl. 477, noch beim j. Goethe 3, 12. Aus muchzen, muchzen(s. mucksen), wie Blitz aus mhd. blicze, schmatzen aus schmackezen. Schweiz. Matz m.«vereinzelter kaum od. doch nur leise hörbarer Laut des Unwillens», neben Mucks m.(s. d.). 4L. mutzig, adj.

Myriãde, f.(Pl.-n): ein Zehntausend; Un- zahl. Bei Klopstock Mess. 1, 8. Aus gr. uupidc (Gen.-doc) f., von uupioc«sehr viel, unzähligs.

Myrrhe, f.(Pl.-n): eine Art gewürzhaften Harzes aus Arabien. Bei Luther Myrrhe, mhd. mirre f., im 14. Jh. auch mirr(e) m., ahd. myfrra, mirra, murra f.; dazu asächs. myrra, ags. myrre, myrra f. Aus gr. dat. myrrha, murr(h)a, gr. uνdo f. carabische Balsamstaude u. würzhaftes Harz derselben, von arab. murr cbittere u. dann(wegen des bitterl. Geschmacks) Myrrhey, zu arab. marra«bitter seiny.

Myrte, f.(Pl.-n): der südeuropäische, urspr. orientalische Baum myrtus. Im 15. Jh. mirden f., dafür mhd. mirtelboum, im 11. Jh. mirtilboum u. mirtelstãde f., mirtel«Myrtel- beeren, ahd. mirtalahi u. mirtilboumahi n. «Myrtengesträuch», engl. myrtle«Myrte?. Aus gr. Jat. myrfas, gr. uproc f., von pers. murd Myrtenbaum». ZUS. Myrtenkranz, m.: Brautkranz der Jungfrau, bei Günther 622; im J. 1583 soll eine Tochter Jakob Fuggers zum erstenmal in Deutschland Myrte getragen haben, bis dahin war Rosmarin der bräutl. Schmuck; das Sinnbild der Jungfräulichkeit liegt von altersher im Kranze.

mysteriös, adj.: geheimnisvoll, rätselhaft. Aus glbd. frz. mystérieuæ, von gr. lat. myste- rium, s. d. folg. 1791 bei Roth. Mystérium, n. (s, Pl.-rien): Geheimnis; Geheimlehre; Ge- heimdienst. Im 17. Jh. aus gr.-lat. my/stériuem, gr. uucrhpiov n., abgel. von gr. ubcrnc m. «der Eingeweihte⸗, uuéetv«in religiöse Ge- heimlehren einweihen», zu gr. LMöeiv«sich schließen, verschließen». mystiflzieren, v.: hinter das Licht führen, d. h. durch Benutzung d. Leichtgläubigkeit zum besten haben, foppen, im 18. Jh. aus glbd. frz. mystifter, nlat. mysti- ficare. Mystik, f.: Geheimlehrre, die aus innrer Anschauung u. Versenkung ins Gemüt erwachsende geheimnisvolle religiöse Weisheit, im 16. Jh. bei Fischart 1, 147 Kz. theologia mystica(Gegensatz scholastica). Mystiker, m.(-, Pl. wie Sg.): Geheimwisser, Anhänger der Mystik, aus lat. mysticus. mystisch, adj.: