Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
247-248
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247 Mutter

Gen. motefs«Ehefraus), apreuß. mãti, mothe, alb. motro(Schwester), arm. mair, awest. mãta-(Akk. mãtaram), aind. mãtã(Akk. mä- täram). Vgl. Muhme. 43L. Mütterchen, n., 1741 bei Frisch Mäüttrigen, md. Mutterchen. Mütterlein, n., mhd. mäüeterlin, muoterlin n. mütterlich, adj., mhd. mäeterlich, muoter- lich, ahd. muoterlih, im Adv. mhd. mäeter-, muoterliche, md. mäterlicheln); Mütterlich- keit, f., mhd. muoterlicheit f., 1482 bei Melber Q 1² muterlichkeit. mutterlos, adj., mhd. muoterlõs. muttern, v. refl.: nach der Mutter arten, 1603 bei Hayneccius Schulteufel 4, 7 sich müttern, 1621 bei Spangenberg anmüt. Weißheit Lustgarten 281 sich mattern. ZUS. mutterallein, adj.:(selbst von der Mutter verlassen) ganz allein, im 16. Jh. bei Aventin 4, 165, 23 maekerallain, bei Th. Platter 107 B. mutters alein, dafür mhd. muoler eine«von der Mutter entfernt allein). Mutterbe- schwerde, f.(Pl.-n): ein vermeintlich aus der Gebärmutter herrührender Schmerz. mutter- halb, adv.: von mütterlicher Seite, mhd. muoterhalp(s. 1halb). Mutterkind, n.: Menschenkind, mhd. muoterkint n.; Lieblings- kind, 1649 bei Spee Trutznachtigal; Schoßkind, verzärteltes Kind, 1652 bei Rist Parnaß 206. Mutterkirche, f.: Stamm-, Hauptkirche eines Kirchspiels, md. 1378 möüterkirche f. Mutterkorn, n.: zapfenartig lang ausge- wachsner veilchenblauer od. schwarzer Korn- kern(Roggenkern), eine Pilzbildung, 1721 bei Jablonski, So genannt, weil solches Korn, jedes- mal 3 Kerne eingenommen, von den Weibern für ein bewährtes Mittel gegen Mutterbe- schwerden gehalten wurde. Mutterkraut, n., 1485 bei Diefenb. gl. 351 b muterkrut, urspr. die Pflanze matricaria u. dann auf andre Pflan- zen übertr.; das Kraut hat seinen Namen, weil es gesotten od. in seinem Safte die monat- liche Reinigung der Frauen befördert, also die Gebärmutter reinigt. Mutterkuchen, m.: die Nachgeburt, 1741 bei Frisch. Mutter- land, n.: Geburtsland(bei Wieland, Herder, Kant); Stammland, im Gegensatz zu den Kolo- nien. Mutterleib, m., mhd. mMaoterlip m. Mutterliebe, f., 1691 bei Stieler. Mutter- mal, n.: Mal von der Mutter her, mit dem man geboren ist, 1557 bei Wickram Goldfaden A 4b. Muttermilch, f., 1641 bei Lehmann Florilegium 1, 198. mutternackt, adj.: so nackt wie aus Mutterleibe gekommen, mhd. muoter nackeln)t; dazu mndl. moedernact, ver- stärkt mutterfadennacht(Herder Fragm. 2, 228).

Mutz 248

Mutterpferd, n.: Stute, 1664 bei Duez.

Mutterschaf, n., 1691 bei Stieler, Mutter- schäflein 1652 bei Rist Parnaß 399. Mutter- schwein, n.: Sau, mhd. maoterswin n. mutterseelenallein, adj.:(von jed. Mutter- seele, jedem Menschen verlassen) völlig allein, ein stärkrer Ausdruck als mutterallein, 1777 bei Adelung, mutterseelallein bei Weiße kom. Opern 3, 175. mutterseligallein, adj., ver- stärkender Ausdruck für mutterallein, indem das eingetretne selig auf das Verwaistsein durch den Tod der Mutter deutet, also urspr. gleichsam ganz allein u. verlassen selbst durch die verstorbne Mutter verwaist»(s. selig), 1727 bei Aler. Muttersöhnchen, n.: von der Mutter verzogner Sohn, 1711 bei Rädlein Muttersöhngen, 1572 bei Fischart Pract. 12 Mutersönlein, aber mnd. modersone m.«Mutter- sohn, unehelicher Schns. Muttersprache, f.: die gleichsam von der Mutter angeborne Sprache, bei Luther 3, 582; dazu nd. 1424 modersprake(Korrespondenzbl. f. nd. Sprachf. 1887, 56). Mutterwitz, m.: der von der Mutter angeborne Witz, 1679 bei Lohenstein Lobrede auf Hofmannswaldau 131 b, Günther Ged. 519 u. 783.

²Mutter, f.(Pl. Mätter): dicker Boden- satz von Wein od. Essig, Hefe, 1618 bei Schönsleder o 6; dazu nd. moder, ndl. 1598 moedler, modder, nndl. moer f. Eins mit Moder (s. d.), mnd. modder«Schlamm», aber umge- deutet auf Mutter als Grundstock des gärenden Getränkes.

Mutterkrebs, m.: Krebs mit Eiern unter dem Schwanze(1809 bei Campe); schalenloser Krebs, d. h. Krebs zur Zeit des Schalen- wechsels(im Mai, Juni), 1741 bei Frisch Mütterkrebse u. Müter m.«Krebs der in der Mut liegto, nd. Muter«sich muternder Krebs», von mastern(s. d.), weiter umgeb. Butterlcrebs.

Muttich, Muttig, m.(rels, Pl.-e): fauliger, schleimiger Grund in Wasser, Moor- erde; Modergeruch. Nur mundartl. in Mittel- deutschl., 1540 bei Alberus dict. A A 2 ² mutich, Z2 22 mutch, schleimicht erden im see. Abgel. von md.(13. u. 14. Jh.) mot n.«Schlamm, schwarze Torferde, Moors, woher Moder(s. d.).

*Muttich, Muttig, m.(-els, Pl.-e): ge- heimer Vorrat, heimlicher Geldschatz. Noch obd., hess., westerwäld. 1483 mudelce; dazu mndl. maucdich(s. 4 Mauke).

Mutwille, s. Mut.

Mutz, m.(-els, Pl.-e): am Schwanze völlig gestutztes od. überhaupt ein gestutzt