Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
245-246
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245 muten

Mutter 246

n., 1673 bei Weise Erzn. 176 sein Mütgen kühlen, s. Mütlein. mutig, adj., mhd. muotec, muotic, md. mätig, ahd. nur in maotige f. «Gemütsaufregung» nachweisbar; dazu asächs. moõdag c«zornig», ags. môdig«aufgeregt, mut- volly, anord. mõdugr«wild, zornig, finstrer Gesinnung», schwed.-dän. moclig, got. mõdags czornigy. Mütlein, n., bei Luther 3, 123 ² sein Mütlin külen, mhd. mälet(e)län n.«kleines Verlangen. mutlos, adj., 1649 bei Spee güld. Tugendbuch 251; Mutlosigkeit, f., 1777 bei Adelung. mutmaßen, v.: nach dem Sinne bemessen, vermuten(1537 bei Dasypodius matmassen), 1367 in einer els. Urkunde mätmössen nach Angemessenheit, ungefährem Anschlage bestimmen(Jacob Wencker disquisitio de ussburgeris S. 97 als Anhang zu seiner dissertatio de pfalburgeris, Straßburg 1698), spätmhd. mutmaßen zab- schätzen», abgel. von dem 1373 aus dem Ober- elsaß bezeugten Subst. môtmüsse f.«Teilung nach Angemessenheit od. ungeführem Uber- schlage, Abschätzung», 2gs. mit mhd. mäge f. (s. 1Haß); davon mutmaßlich, adj., 1716 bei Ludwig, dafür 1537 bei Dasypodius mät- massig; Mutmaßung, f.: Vermutung(1537 bei Dasypodius), 1471 nlthmossunge f. cab- teilende Schätzung»(Haltaus 1381). Mut- wille, m.: die ungezügelte Lust u. deren Befriedigung zum Nachteil andrer, die Nei- gung andern zu schaden od. sie zu necken (1741 bei Frisch), in mildrer Bed. kindlicher

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Ubermut, Leichtfertigkeit(bei Adelung, Wie-

land), mhd. muoteoille m.(Gen.-en, im 14. Jh.

auch-ens, daneben die starke Form Mutuwil

bei Luther 1, 296 b, Gen.-s, Fischart Ehz. 71, noch bei Goethe, Wieland, Musäus usw. Muth- will m.), ahd. macotavillo m.«Wille nach Seelen- stimmung, eigner freier Antrieb wozu», dann «böse Willensfreiheit, leichtfertige Bosheit», äalternhd.«Verlangen nach sinnlicher Lust u. Vergnügen», dazu mnd. motwille m. cfreier Wille, Belieben. mutwillig, adj., mhd. muolwillec,-oillic, dessen Bdd. sich nach denen des Subst. richten.

muten, v.: begehren, nachsuchen, z. B. die muder, mõter, mõder, ahd. muoter, muatar f.

Ubertragung eines Lehens(im 16. Jh.), im Berg- bau die Anlegung einer Fundgrube(1557 bei

G. Agricola Bergb. 62 mäàten), im Handwerk das u.(niedrig) moer, afrs. mõder, ags. mõdor,

Meisterrecht(Frisch 1741). Mhd. muoten, md. muten, ahd. muotõôn u. muoten«verlangen, um etw. anhalten». Von Mut. 4BL. Mutung, f., spätmhd. im 15. Jh. muotunge, matunge f.«Be- gehren»; ZUS. Mutgeld, n.: Geldgeschenk an

die Handwerkskasse beim Meisterwerden, auch Mutgroschen, m., 1741 bei Frisch; Mut- jahr, n.: das Jahr, in dem ein Handwerker das Meisterrecht matet u. am Meisterstück arbeitet. 1783 bei Jacobsson. Mutschein, m.: Bescheinigung, daß ein Lehen od. eine Fundgrube gemutet ist.

mutern, mütern, v.: die Schale wech- seln, von Krebsen. Pomm. mutern, brandenb. muten(Frisch 1741), dessen andfrk. Form muütoön(in gematön«umwandeln, ändern») dem ahd. πααοο, nhd. mausen, mausern(s. d.), ndl. maiten«sich mausen⸗(von Vögeln) ent- spricht. Vgl. Mutterkrebs.

mutieren, v.: die Stimme wechseln. Erst im 19. Jh. Aus lat. mutäãre«wechseln, ver- ändern⸗ umgebildet.

mutmafen, s. Mut.

mutschieren, v.: mit Beibehaltung des Gesamteigentums die Nutzungen teilen, auch wechselsweise die Regierung desselben. 1691 bei Stieler. Md. im 14. Jh. mätscharn als Gesamteigentum durch Ubereinkunft teilen», von md. mätschar f.«Teilung von Gesamt- eigentum durch Ubereinkunft», urspr. wohl «Teilung od. Auseinandersetzung nach Ver- langen», weil Zss. aus md. müt, mhd. maot m. Verlangen, Begehrens(s. Maut) u. mhd. schar f. in dem urspr. Sinne von Teilung, Abteilung, Zuerteilung»(s. 2Schar). 4BL. Mutschie- rung, f., 1641 bei Schottel 342 Matschierung, Mulscharung, md. mütscharunge f.

Mutt, Mütt, n.(els, Pl.-e): größres Getreide- u. überhaupt Trockenmaß, auch Flüssigkeitsmaß. Bayr. Mutt n. m. f., schweiz.

Mütt n.(1556 bei Frisius 827 b), els. Myt(ver-

altet), hess. Mött n.(1592 Möth), mhd. müt(te), muut fe) n. m., ahd. mactti n., mutto m. eScheffel»; dazu and. maddi n., mnd.-mndl. madde n., nndl. maud(de) f. Aus lat. modium n., modlius m. Getreidemaß, Scheffelꝰ.

1 Mutter, f.(Pl. Mütter): Gebärerin; Ge- bärmutter, daher in übertr. Bed. hohler Körper,

der ein darein passendes Ding aufzunehmen

od. zu formen hat(Schrauben-, Schriftmutter).

Bei Luther M., mhd. nauoter, md. möter,

(auch früh schon von der Gebäãrmutter); dazu asächs. mödar, nd. moder, moör, ndl. moeder

engl. mother, anord. môdir, schwed.-dun. moder, got. dafür aipei f. Urverw. mit glbd. lat.

mäter, gr. unrnp, dor. udε, air. mathir, abg. mati(Gen. matere), lit. môtina(môté,

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