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durch Notwendigkeit bestimmt werden»,(in Optativsätzen)«mögen, dürfen»; dazu asächs. mõtan(Präs. môt, mõst, Pl. mõtun, Konj. moti, Prät. môsta, Konj. mõsti)«statthaben, können, mögen, dürfen», ndl. moeten«müssen, sollenꝰ, afrs. moôta(Präs. mõôt, Prät. mõste) u. ags. mõtan(Präs. mõt, Praät. mõste)«dürfen, können, mögen, müssen», engl. most«ich muß⸗, got. gamõtan(Präs. gamõôt, Prät. gamôsta)«Raum habeny. Dazu doch wohl got. gamôtjan, asächs. mõtian, afrs. méta, ags. métan, engl. meet, anord. moꝰta, schwed. möta, dän. möde«begegnen», anord. mòôt n.«Begegnung, Zusammenkunft, dän. mod u. 1 mod, welches die urspr. Bed. haben dürfte. Weitre Beziehungen sind unklar. Ob zu messen(Idg. Forsch. 18, 211) zu stellen, ist zweifelhaft. Bei Falk-Torp wird arm. mat «Eingang», matéim«sich nähern, sich dar- bieten⸗ verglichen. Das Part. Prät. zeigt sich erst im 16. Jh.(1574 bei Ölinger Gramm. 131 gemäesset, im 17. Jh. gemust); in Verbindung mit andern Verben, z. B. er hat sagen müssen (schon bei Luther Hiob 31, 31), ist müssen Part. in gleicher Form wie bei den übrigen Präteritopräsentien.
müßigen, v.: wozu unausweichlich nö-
tigen. Nur noch im Kanzleistil. Im 15. Jh.
müssigen(Tucher Baumeisterb. 208, 5). Von müssen(s. d.).
Mußteil(öst.), Musteil, m.(-Lels): die der Witwe bei der nach Ablauf von 30 Tagen nach ihres Mannes Tode(der Zeit tiefer Trauer) eintretenden Teilung mit den Erben zufallende Hälfte von dem, was in Haus u. Hof, überhaupt in den Gebäuden des Verstorbnen an Speise, zu Speise Dienendem(z. B. an gedroschnem wie ungedroschnem Getreide usw.), Getränken, gemästeten Schweinen, dann an Mohn, Rüb- samen u. Hanf vorhanden ist. Nicht dazu gehören Gerste(mit Ausnahme der gemalzten), Heidekorn, Hafer u. Hopfen. Aus md. mas- teile f. im Sachsenspiegel 1, 24 u. 3, 74, ent- sprechend mnd. müsdéle f.«Musteilung», 2gs. aus md.-mnd. mũs n.«Mus, Speisen u. md.-mhd. teile, ahd. feila f.«Teilung, Zugeteiltes», mnd. déle f.«Teilung, welches hier mit seinem Schwinden u. Erlöschen in das üblichre Teil m. n. übergeht.
Muster, n.(-s, Pl. wie Sg.): Zeige-, Probe- stück; Vorbild; Bild, Zeichnung in Zeug, Band usw. gewebt, darauf gedruckt. Im 15. Jh. bei Nicl. v. Wyle 79, 29 mustre f.«Proben, 1494 bei Brant Narr. 48, 29 muster n. äußres Aus- sehen, Gestalt, 1396 in den Städtechron. 4, 108,
Anm. 2 manster n.«Münzstempel⸗, um 1440 ebenda 350, 6 monster, munster«Musterung, Heerschau; dazu nd. munster n., ndl. monster n.«Muster». Aus ital. mostra f. das Zeigen, die Probe, Probestück, Vorbild, Mustrung des Heeres, von mlat. nonstra f. das Sehenlassen, Zeigen, Probe, Muster, prüfende Heerbesich- tigung, beweisende Urkunde», zu lat. monstrãre czeigeny, im Mlat. auch«Soldaten prüfend be- sichtigen). 48L. musterhaft, adj., bei Adelung 1798. mustern, v.: streng prüfend besichtigen(zunächst im Heer); mit einem Muster versehen(Zeug, Band usw.). In der 1. Bed. 1449 in den Städtechron. 2, 251, 18 f. mustern, mustren; dazu nd. munstern, ndl. monsteren, 1477 clev. monstren, gebildet nach glbd. ital. mostrare, von lat. monstrare): in der 2. Bed. bei Goethe 49, 1, 206. Davon Muste- rung, f., 1499 in den Städtechr. 11, 611, 13 mustrung f.«Heeresprüfung). ZUS. Muster- bild, n., bei Goethe 27, 76. Musterkarte, f., 1777 bei Adelung. Musterreiter, m.: Hand- lungsreisender, um 1820. Musterrolle, f., Stammrollen der Soldaten. Beleg von 1618 im AfdA. 4, 176. Musterschutz, m.: gesetzlicher Schutz eines Waren- od. Formenmusters. 1876.
Mut, f.(Lels, ohne Pl.): starke Seelen- bewegung wozu, insbesondre die wagende; (überhaupt) Seelenstimmung. Mhd.-ahd. muot m.(md. mät)«Seelenstimmung, worauf ge- richteter Sinn», d. i.«Verlangen, Begehren, Sinn, Seele, Geist, Gesinnung», dann(erst im 13. Jh.)«wagende Kumpflust, wagende starke Seelenstimmung, Entschlossenheit, trot- ziger Eigenwille»; dazu asächs. möd, muod m. «Gemüt, Inneres, Herz, kühner Mut», mud. möt, müt m.(Selten f.), ndl. moed m., ags. möd n. Geist, Gemüt, Gesinnung, Tatkraft, Eifery, engl. ood«Stimmung, Laune», anord. moch m.«heftig bewegter Sinn, Zorn», schwed. mod«Gemütsstimmung, Mutv, dün. mod«Muto, got. moößs m. Unwille, Zorn». Urverw. mit gr. ufvic f.«Zornꝰ, uaiecéoi«begehren, Houidv cheftig verlangen», abg. mé in suùméti(Präs. suméſc) cwagen». Vgl. noch Btr. 22, 229. Die fem. Zss. mit-mat(mhd.-miete,-muof(e), md. m⁵εε), ahd.-muoti, got.-mõdei f.), z. B. Demut, Lang-, Sanftmut, sind ableitend aus Adj. gezogen, die mit dem von Mut abgelei- teten ahd. Adj.-muoti, got. mõöds zgs. wurden, von denen dann wieder die Adj. auf-mütig (mhd. mäüetec,-müetic, md. matic, ahd.-muotic, -muotig, 2. B. demutig-, frei-, groß-, lang- mütig) als Abl. erscheinen. 4L. Mütchen,


