Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
241-242
Einzelbild herunterladen

241 Muskateller

müssen 242

frischen Zustande karmesinrote, netzförmige Gewebe, das unter der die Muskatnuß um- gebenden Schale hart anliegt. Mhd. muschät- bluome u. muscätblüete neben muscütbluot f., im mrhein. Voc. ex quo 1469 mascadenblyume, mnd. muschatenblome, 1517 bei Trochus K 3 b muscatenbluet. Muskãtnuß, f.: der Kern der Frucht von myristica moschata, mhd. muscũtnuz f. Muskatéller, sam Muskatgeschmack habender italienischer Wein. 1537 bei Dasypodius. muscatel m., aus glbd. mlat. mascatellum n. (nämlich vinum Weins»), dem Ntr. des mlat.

Adj. muscatellus«muskatartig», abgeleitet von muscatus(s. Muskate), woher auch ital. mosca-

tello, moscadello m.«Muskatellerꝰ. Muskedönner, m.(-S, Pl. wie Sg.): Sol-

datenflinte mit kurzem weitem Rohr, Donner-

büchse. 1777 bei Adelung. Bei Claudius 3, 97

Musquedonner, volksmäßig mit Anlehnung an Donner umgebildet aus Musqueton(Krämer

1678), Musketon f.(Rädlein 1711), von glbd. frz. mousqueton m., ital. moschettone m., ab- geleitet mit der eine Vergrößerung anzeigenden Silbe-on von frz. mousquet, ital. moschetto m. «Muskete»(s. d.).

Muskel,(öst. nur) m.(-S, Pl.-*), im gew. Leben auch f.(Wieland Idris 3, 88): Fleisch- lappen des menschlichen u. tierischen Körpers, durch sein Ausdehnen u. Zusammenziehen die Bewegung der Körperteile ermöglichend. 1715 in Speners Übersetzg. von Browes Myographia nova Muscul, 1741 bei Frisch Muskel, aber schon ndl. 1598 musckel, aus glbd. lat. mus-

culus m., eig.«Mäuschen»(Dim. von mus m. f. bei Wächtler Mousselin. Aus glbd. frz. mousse-

«Maus»); der ältre deutsche Ausdruck für Muskeel ist Maus f.(Goethe 19, 64) u. Mäus- lein n., schon mhd. ms f. u. miuselin n. Vgl. muslculõs. ZUS. Muskelspiel, n., 1787 bei Gotter. Muskéte, f.(Pl.-n): Soldatenflinte. 1575

m.(-s): sehr süßer, gleich- «Muskel»(s. d.). Mhd. um 1300

4B L. muskelig, adj., bei Voß. Namen der am Tigris liegenden Stadt Mosul,

zeigen auch Falkaune, Falkonet, Terzerol(s.d.). Musketier, m.(-I, Pl.-e), 1597 bei Gilhusius Gramm. 114 Muscetirer, 1617 bei Wallhausen Corp. mil. 2 Musquetierer, 1741 bei Frisch M, dafür 1575 bei Fischart Garg. 420 Musceten- schütz, gebildet nach glbd. frz. mousquetaire, ital. moscheltiere m.

muskulös, adj.: muskelig, muskelstark, fleischig. Im 18. Jh. aus frz. musculeua, vom glbd. lat. Adj. mutsculoôsus, zu lat. masculus m.

Muß, n.: unausweichliche, unerläßliche Not- wendigkeit. Die 3. Pers. Sg. des Präs. von müssen(s. d.) subst. gesetzt, schon in der 1. H. des 16. Jh. auftauchend.

Muße, f.(ohne Pl.): freie, arbeits-, ge- schäftslose Zeit, Geschäftslosigkeit. Mhd. maoze, md. mãze, ahd. m⁴za f.«angemessne Gelegenheit, Freiheit, Möglichkeit wozuy, dann cfreie Zeit, Unbeschäftigtheit, Untätigkeity; dazu and. mõta, mndl. moete f. Das Subst. zu missen(s. d.). 4 L. müßig, adj.: arbeits-, geschäftslos, untätig, frei von Wirksamkeit. Mhd. müiezec, md. mãzec«Muße habend, ledig, los, überflüssig, unnütz», ahd. malοig, Adv. muozigo. Damit 2gs. Müßiggang, m., mhd. im 14. Jh. müezechanc m.; Müßiggänger, m., mhd. nüezec-, müssiggenger m., insbes.«wer kein Gewerbe od. Handwerk zu treiben braucht u. von seinen Renten leben kann, ein Geschäfts- losery». müßigen, v., in sich müßigen eines Dinges: sich dessen enthalten. Mhd. mäezegen, müezigen tr.-mübig(ledig) machen, erledigen, befreien?, im 15. Jh. refl.«sich die Zeit wozu nehmen», auch«sich eines Dinges enthalten.

Musselfn, m.(-, Pl.-e): Nesseltuch. 1714

line f., span. mutselina f., ital. mussolino m. neben mssolo m., abgel. von mlat. Mussula, syr. Ma)uzol, Mozul, arab. Mauæzil, Maussil, dem

wo dieses Tuch zuerst(aus feiner, durchsich-

bei Fischart Garg. 284 u. 1597 bei Gilhusius tiger, weißer Baumwolle) verfertigt wurde. Grammatica 114 Muscetef. eine schwere Hand- müssen, v.(Präs. muß, mußt, Pl. müssen, feuerwaffe», aus frz. mousquet, ital. moschetlo, mußt, Konj. müsse, Prät. mußte, Konj. mußte, span. mosquete m.«Feuergewehrs, afrz. mou- Part. gemußt u. müssen): gezwungen sein, nicht schete, mlat. muschet t)a f. Wurfgeschoß, anders können. Mhd. müezen(Präs. 1⁴, Bolzen», urspr., wie mlat. musc(h)etus m. ceine muost, Pl. miezen, Konj. mäeze, Prät. muose, kleine Art zur Beize dienender Sperbers, von muoste, Konj. müese, mieste, daher noch im lat. musca f. Fliege», weil die Brust dieser 17. Jh. prät. maste, Konj. miiste), ahd. mοπmν Sperbergesprenkelt, gleichsam mit wie Fliegen(Präs. muoz, muost, Pl. muozun, Konj. maoi, aussehenden Flecken gezeichnet ist. Daß aber Prät. mνοsd, Konj. malosi)«Raum, Freiheit, Namen von zur Jagd gebrauchten Stoß- od. Möglichkeit, wozu haben, selbstverständlich, in Raubvögeln auf Waffen angewandt werden, der Ordnung sein», dann«wozu unausweichbar,

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd. 16