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Fischbuch 87 b Mauf⸗ f., bei H. Sachs[2, 4, 89 b] Mauntæ f., aber schon 1276 im Augsburger Stadtbuch 124, 4 mussensun m. Hurensohno), entspr. ital. mazza, ea f. cweibliches Glied.
*Musche, f.(Pl.-n): Schönheitspfläster- chen der Frauenzimmer. 1681 bei Abr. a. S. Clara Lesch Wien 9 Maschi, Judas 4, 47 Musch und Mucken im Gesicht; ndl. moesſe n. Mit der Mode, solche schwarze Taffetpflästerchen ins Gesicht u. auf die Brust zu kleben, aus Frank- reich überkommen, frz. mouche f. Fliege, Schminkpflästerchens, von lat. musca f.«Flieger.
Muschel, f.(Pl.-n): weiches Wasserschal- tier u. dessen Schale. Mhd. muschel, ahd.-and. muscula f., aus lat. musculus m.«zweischalige Muschel, eig. Mäauschen(s. Muskel). musche- lig, adj., bei Goethe 30, 171 muschlig. ZUS. Muschelhut, m.:(zum Zeichen der Pilger- fahrt über das Meer) mit einer Muschel an der aufgekrempten Seite geschmückter Reise- hut, bei Campe 1809. Muschelkalk, m.: mittlere Abteilung des Tertiärsystems.
muscheln, v.: undeutlich reden, heimlich betrügen. Schweiz.-els.-hess. Eig. musch sagen, wie 1589 bei Frischlin Susanna 399.
Muse, f.(Pl.-n): Göttin der Gelehrsamkeit, der Wissenschaft u. schönen Künste, insbes. den Dichter begeisternde Göttin. Im 17. Jh. bei Opitz 1, 22, P. Fleming 89. Aus glbd. gr. Jat. Mãsa, gr. Moòca f. ZUS. Musenalmanach, m.: Jahrbuch gesammelter Gedichte, zuerst auf dem Titel des von Boie u. Gotter zu Göttingen herausgegebnen Musenalmanach für das Jahr 1770 nach dem Muster des seit 1765 zu Paris erschienenen Almanach des Muses. Musen- sitz, m.: Hochschule, 1743 bei Drollinger 317. Musensohn, m.: Literat, Dichter(im 17. Jh. bei Opitz 2, 652 Triller); Student(1691 Stieler).
Muselman, m.(-en, Pl.-en) u. Musel- mann(-Iels, Pl.-männer, bei Goethe Tan- cred 2,1 Muselmannen): Mohammedaner. 1691 bei Stieler Musulmann. Aus ital. malsulmano m., frz.-span. musulman, mlat. Musulmanus,
von pers.-türk. muslimän, welches allerdings Pl. ist zu arab. muslim, dem Part. von salima
cer war unverletzt», in 4. Konjug.«er war zur Unverletztheit, zum Frieden eingegangen, untergab sich einer Herrschaft zum Gehorsam, untergab sich Gott». Davon auch arab. islãm «Hingebung in Gottes Gebote», s. ISlam. Muséum, n.(-v, Pl.-seen): Bücher, Natura- lien-, Kunstsammlung, Sammlung von Alter- tümern. 1712 bei Hübner. Aber schon 1703 bei Wächtler ceine Studierstuben(wie noch
Goethe Faust 530). Aus gr. lat. maséum, gr. uouceiov n.«Musentempel, Musensitz, Ort für gelehrte Beschäftigung», eig. Ntr. des Adj. uouvceioc cden Musen angehörig, ihnen ge- widmet», von Wodca f.«Musey.
Musik, f.(Pl.-en): Tonkunst, Tonstück. Mhd. müseke, mitsic, ahd. müsica f. mit be- tonter 1. Silbe, wie im 17. Jh. bei Opitz 2, 158. 212 u. o. Müsik, Music u. noch wetterau.-schles. u. neuerdings wieder z. B. bei Liliencron, während die seit dem 17. Jh.(P. Fleming 456) übliche Betonung der 2. Silbe auf Einfluß des frz. musique f. beruht. Aus gr.-lat. msica, gr. uoucici f.(nümlich rexvn f.«Kunsts) Musen- kunst, Tonkunst»(auch«Dicht-, Redekunst»), eig. F. des Adj. uoucixòc, von Moòco f.«Muses, dann Gesang, Lied, Tonspiel». Die fürkische Musik rührt von den Panduren(s. d.) her, welche in der 1. H. des 18. Jh. als die ersten damit durch Wien u. ins Feld zogen. Musi- kälien, Pl., 1777 bei Miller Siegwart 12, 274 u. 2, 392. musikälisch, adj., bei Gödeke Grundr. ² 2, 27 vom J. 1519, gebildet nach dem nlat. Adj. matsicalis, frz. musical. Musikant, m.(-en, Pl.-en), 1593 bei Herz. Julius von Braunschweig 231. Müsikus, m.(Pl.-Ker): Musiker, 1557 bei Waldis Leben Esopi 165, H. Sachs 4, 234. Musiker erst im 18. Jh. bei Voß Luise 3, 2, 304. musizieren, v., 1580 in den Mitteil. d. Ver. f. Gesch. d. Deutschen in Böhmen 9, 78, bei F. Platter 282 zum J. 1557.
Musiv- od. musivisch: zu Bildwerk ein- gelegt, in Musivarheit(1710 bei Nehring) od. musivische Arbeit, 1678 bei Krämer muasaische Arbeit, 1664 bei Duez mosaisches Werck, aber schon mhd. muosen, muosieren, md. mäsen, mäsieren cals Mosaik einlegen, musivisch ver- ziereny». Aus dem gr.-Jat. Adj. maöstvus, gr. uouceioc(s. Mosaik).
Musjé, m., volksmäßig statt frz. monsieur m. Herry, 1778 bei Maler Müller Fausts Leben 70.
Muskät, m.(-els, Pl.-e), Muskäte, f. (Pl.-n): die Muskatnuß. Mhd. maisc(h)ät f., auch muschäte; dazu mnd. musc(h)aten, aus mlat. muscataf.(hinzugedacht lat. nu᷑.νεf. Nubs). Daneben mhd. mauschät m. aus mlat. muscatum n.«Muskatnuß), eig. Moschusgeruch, weshalb ital. moscado m.«Bisam». Mlat. muscata aber
ist das F., wie muscatum das Ntr. des mlat. Adj. muscataus«nach Moschus riechend, von
spätlat.(4. Jh.) muschs m.«Moschuss»(s. d.). 2S. Muskätblume, Muskätblüte, f.: das als feinstes Gewürz ehedem für die Blume od. Blüte des Muskatnußbaums gehaltne, im


