Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
237-238
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237 Mur

Musche 238

münzœre, múnzer, ahd. munizüri, munizzeri m. (auch Geldwechsler, Wechselmäkler); dazu asächs. munitari, mnd. munter, ags. mynitere, anord. myntari m., aus lat. monétärius m. Münzmeister». ZUS. Münzamt, n., 1716 bei Ludwig. Münzfuß, m.: die obrigkeitliche Bestimmung des Gewichts u. Gehalts der gang- baren Münze, 1741 bei Frisch. Münzmeister, m., mhd. münzmeister. Münzwardein, m. (, Pl.-e): Münzprüfer, 1741 bei Frisch. Murſe), f.(Pl.-en): Sand u. losgebrochnes zerstückeltes Gestein, das von den Höhen in die Talebnen niedergerollt(die trockne Mur) od. auch von Wetterbächen herabgeschwemmt

wordenist(die nasse Mur). Bayr.-tirol. Gleichen

Stammes wie mürbe, morsch. In die roman. Sprachen gedrungen, span. moron m. Hügel- cheny, frz. morainef.«Steingerölle»(s. Moräne), ital. mora f.«Haufe abgehauner Zweigen usw.

Muräne, f.(Pl.-n): aalähnlicher eßbarer Seefisch. Mhd. im 14. Jh. murén f., aus glbd. gr.-lat. murdena, muréna, gr. Hopatva f., von ubpoc m. eine Art Meeraal».

mürb(e), adj.: bis in die kleinsten Teilchen zerfallend; im Munde leicht zerfallend. Mhd. mür(w)e, mür, im 14. Jh. mürb, md. mur(o)e, mur, später auch moriwe(nach wetterau. morb), ahd. mur(u)wi neben glbd. maro, marawwi, mhd. mar(Gen.-); dazu clev. 1477 u. mndâl. morawe, ags. mearu. Gleichen Stammes wie morsch (s. d.) u. urverw. mit air. meirb«weich'», gr. uapaiveiv aufreiben»; dazu auch(mit Stamm- erweiterung) lat. marcére«welk, schlaff sein» u. a. bei Walde. 4L. Mürbe, f.: Eigen- schaft des Mürbseins, mhd. mür, ahd. mur u)wi neben mar(a):⁶νν f.

murksen, s. abmurkesen.

1Murmel, f.(Pl.-n): Schnellkügelchen. Nass. usw., dafür thür. Märbel(s. d.). Ahd. murmual m. Marmor» neben marmal«Marmel.

²Murmel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Gemurmel, Murren. Bei Luther Apostelgesch. 6, 1 u. noch 1605 bei Hulsius, dann veraltend. Mhd. mar- mel m. neben murmer«Gemurmel, Gemurre», im 12. Jh. maurmur m.«Kampfgetöse», entl. aus lat. marmur n. Gemurmel». murmeln, v.: unvernehmlich sprechen in durcheinander sich verlierenden Tönen; sanft rollend rauschen. Mhd. murmeln, murmeln, murmern, md. auch mormeln, ahd. murmalön, murmurön, später murmerön, aus der lat. Kirchensprache entl. von lat. murmuräre«murmeln, brummen, murren, rauschen.

Murmeltier, n.(-s, Pl.-e): das langen

Winterschlaf haltende schwärzlichgraue Nage- tier arctomys marmota. Mhd. im 14. Jh. nurmel- tier, im 15. Jh. murmartier(Diefenb. nov. gl. 186 b), murmalthier(Voc. inc. teut. 03²), volks- mäßig-deutsch umgebildet aus frühmhd. mür- mendin n., ahd. marmenti n. u. muremunto m. (noch schweiz. Murmende, Murmeten, Dim. Murmetli, bayr. Murmentel n., 1519 im Land- buch von Schwyz 77 Murmotten), wie glbd. lad. murmont entl. aus lat. märem montis(mus montanus)«Bergmaus», woher auch mit volks- tümlicher Anlehnung an das aus lat. maurmas- räre hervorgegangne afrz. marmouser, nfrz. marmotter«murmeln), fra. marmotte f., ital. marmotto m., marmotta f.«Murmeltier».

Murner, m.(-s): der Name des Katers (1595 im Froschmeuseler 1, 2, 2) u. der Katze (1625 im Eselkönig 18), schon Luthers Gegner Thomas Murner wurde als schreiender u. kratzender Kater bildl. verspottet. Von murren (s. d.), mit Anspielung auf das Brummen u. Heulen des Katers. Davon auch Kater Murr bei Hoffmann.

murren, v.: unzufrieden brummen. Im 15. Jh. murren, morren(Diefenb. gl. 372°); dazu mnd. murren, ndl. morren, ags. maurcian, murcnian, anord. murra, schwed. morra, dän. marre. Lautnachahmend wie lat. murmaräre. 4B2L. mürrisch, adj., bei Luther Jes. 42, 4, daneben älternhd. bis ins 18. Jh. murrisch, 1574 bei Horscht Geheimnisse der Natur 4, P 7²³ murrisch(schles.). ZUS. Murrkopf, m., bei Lessing Em. Gal. 1, 5, dafür in Nürnberg Murr- kater, was nordd. auch eine drohende Wetter- wolke bezeichnet.

Mus, n.(-es, Pl.-e, selten Müser, nicht öst.-bayr.): dicker od. dicklicher Brei; leib- licher Unterhalt(Muß und Brot bei Wieland 11, 58 u. schon 1476 in Weisth. 5, 697). Mhd. muos, md. mãs, ahd. muos n.«gekochte Speise, breiartige Speise, Essen, Mahl, Unterhalt⸗; dazu asächs.-afrs.-ags. mos n.«Speises. Verw. mit ahd. maz n., got. mats m.«Speise»(s. Messer). Weiter gehören wohl dazu alb. man mästen, maim cfetts, ir. maisse«Speisen, mess, kymr. mesen Eichel» u. aind. mäãtsjas m., aw. masjò m. Fisch, vgl. Btr. 22,190. Vgl. Masteil.

1 Husche, f.(Pl.-n): feile Weibsperson, Dirne. Bayr. schwäb.-wetterau. Da schles. Mu(t)schef.«Liebkosungswort für ein Mädchen isty u. nd. Mutze f.«Mädchen u. Hure», so ist das Wort zurückzuführen auf spätmhd. (15. Jh.) macze, mut(e) f. cweibliches Geburts- glieds(noch bayr.-hess. Mufz f., 1598 bei Forer