235 Münde
Münze 236
majorenn, mhd. mindic, md. mundic; dazu mnd. mundich, mndl. mondigh, entl. schwed.-dän. myndig. Mündigkeit, f., 1691 bei Stieler.
Münde, f.(Pl.-/): Ort, wo ein Fluß usw. mündet. 1663 bei Schuppius 251, bei Voß Horaz Sat. 2, 2, 23; dazu mnd. in Ortsnamen-munde, afrs. mutha f.«Mündung, Offnunge;-münde in Ortsnamen hat mehrfach mhd.-gemlnde, ahd.-gimundi verdrüngt(ahd. gimundi n. Quelle, Mündungs» ist Kollektiv von 1Mund). Von münden, v.: sich ergießen, vom Wasser in seinem Laufe; sich zum Ausgange öffnen, von einer Höhle usw. Bei Campe 1809, aber schon ahd. manden sich ineinander ergießen» (von Flüssen), abgeleitet von Mund(s. d.). Dazu Mündung, ˖f., 1711 bei Rädlein Mundang «an einem Geschütz», ebenso 1716 bei Ludwig Mündang, 1757 bei Eggers Kriegslex. 1, 751 Mändung eines Stroms; dazu ndl. moncling u. entl. schwed. mynning, dän. manding.
mundieren, v.: bereinigen, ins Reine schreiben. 1643 im Sprachverderber 28 mun- diern. Aus lat. mundãre«reinigens, vonlat. Adj. mandas«sauber, reimy. Davon Mundierung, f.
Munds, m.(-es, Pl.-e): Kuß auf den Mund. Westerw. M., nass. F., dafür schweiz. Mündschi n., bei J. Gotthelf Müntschi. Von mundsen, v.: auf den Mund küssen, westmd., dafür schweiz. mäündschen, abgeleitet von 1 Mund.
Muni, m.: Zuchtstier. Schweiz. Von schweiz. mannen«brummenꝰ.
Munifizénz, f.: Freigebigkeit. 1694 bei Nehring. Aus lat. mäüniftcentia f., von müni- ficus«gern Geschenke machend» von lat. mäünus n. Geschenk» u. einer Ableitung von facére«machenꝰ?.
Munitiön, f.: Kriegsvorrat, Schießbedarf. 1534 bei Liliencron 4, 73², 1553 bei H. Sachs Fastn. 47, 258; dazu mndl. munitie f. Aus frz. munition, ital. munizione f.«Vorrat, Bedarf?, von lat. mãnãtio f.«Befestigung, Befestigungs- mittel», zu lat. mandre verschanzen» usw.
munizipäl, adj.: die Stadtobrigkeit, Ge- meinde betreffend. 1703 bei Wächtler. Aus lat. mãnicipãlis, von mãnicipium n. Frei- stadt mit römischem Bürgerrecht».
munkeln, v.: leise, heimlich reden(1533 bei Luther 6, 882 im tunckeln munckeeln); in der Weise eines dunkeln Gerüchtes wovon sprechen(1599 bei Schütze Preußen 243); älternhd. auch«heimlich naschen». Dazu mnd. munktelen, ndl. 1598 monckelen cleise, heimlich reden». Iterativ von älternhd. muncken cheim- lich sprechen, auch mürrisch, verdrießlich tuny
(H. Sachs Fastn. 12, 293, Mathesius Sar. 20), mndl. monken; gleichen Stammes wie die unter mucheln behandelte Wortsippe. 4 L. Munke- 16i, f., 1573 in Luthers Tischreden 2612. Münster, m. u. n.(preuß. u. bayr. nur so) (—s, Pl. wie Sg.): Stifts-, Hauptkirche, Dom. Bei Goethe, in der Wetterau usw. M., wie mudl. monster m., aber mhd. münster, munster n. «Klosterkirche, Kathedralen, ahd. monastri, munistri n.«Klostery; dazu ags. mynster n. «Kloster, Stiftskirchey, engl. minster, anord. manstari n.«Kloster, Kirchengebäude. Aus gr. lat. monastérium, gr. uovacripiovn.«Kloster, Ortwoman einsam lebt»(von gr. uévoczallein»). munter, adj.: rege zum Sehen; regsam zu Streben u. Tun; angenehm lebhafte Stimmung äußernd; angenehm lebhaft gestimmt; wach. Alternhd. u. mhd. mander, munter clebendig, in reger frischer Lebenskraft sich üußernd, wach, wachsamꝰ, ahd. muntar, mander ceifrig, wach, lebhaft, behende», gehört zusammen mit got. mundõn«das Augenmerkaufetwasrichter, mundrei f.«Ziel»(entsprechend ahd. muntri, mundra f. crege Strebsamkeit, Eifer»), gleichen Stammes mit ahd. mendan, asächs. mendjan «sich freuen, ahd. mend f. u. mandunga f. Freudey. Urverw. mit lit. mandris«munter, keck», mundraès«munter, lebhaftv, abg. mqdru cklugs, awest. mqzdra- verständig, weise?, aind. médhirãs«verständig». Dazu weiter wohl gr. uavédvetv lernen», lett. muoda«erwecke, erwache». 4B L. muntern, v.: munter machen, älternhd. mntern, mhd. mandern, ahd. mantran, heute nur noch in Zss. auf-, ermuntern(letztres auch in der Bed. manter werden bei Goethe 6, 221). Munterkeit, f., 1678 bei Krämer. 1 Münze, s. Minze. ² Münze, f.(Pl.-n): geprägtes Metall, Geld- stück; Haus zur Prägung des Geldes. Mhd. münae f.«Geldstück, Münzstätte, Münzrechts, ahd. muniz(a) f., muniz m. Geldstück»; dazu and. munita, mnd. mante, monte, ndl. munt f., ags. mynetn., engl. mint, anord. mynt f., schwed. mynt, dän. mönt. Aufgenommen auslat. monéfaf. «Münastätte(weil am Tempel der Jüno Monéta die römische Münze war), Geldstück». 4 BL. münzen, v.: Geld schlagen;(bildl.) auf jem. zielen od. anspielen(1691 bei Stieler, mit Bez. auf die seit dem 16. Jh. geprägten Gedächtnis- münzen, die oft satirisches Bildwerk mit ver- steckten Andeutungen enthielten). In urspr. Bed. mhd. münzen, ahd. munizôn; dazu asächs. muniton, mnd. munten, ags. mynetian, mlat. monetare. Münzer, m.: Geldschläger, mhd.


