Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
233-234
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233 Mumps

NMund 234

weiter verbreitet. Angeblich nach dem Namen eines damaligen Börsenjobbers gebildet, aber wahrscheinlich hervorgegangen aus obhess. Mombotz m. Gespenst, Schreckgestalty, 2gs. aus Mumume(s. d. ²2)«verlarvte Person» u. mhd. butze m.«Poltergeist, Larve»(s. Butzenmann). Vgl. Ladendorf.

Mumps, m.: Entzündung der Ohrspeichel- drüse, auch Ziegenpeter, Bauernvetzel genannt. Auch engl. mumps.

1Mund, m.(-Lels, Pl. Munde, Münde,(öst.) Münder): önung des Kopfes zum Einnehmen der Nahrung u. zum Sprechen; Offnung einer Höhlung(mhd.). In der 1. Bed. mhd. munt m. (Pl. münde, seltner munde), ahd. mund m.(Pl. munda); dazu asächs. mãd m., mnd. munt m. f., ndl. mond, afrs. mũth u. mund, mond, ags. mapm. (auch Eingang, Türe), engl. mouth, anord. mũdr,

schwed. mun, dün. mund, got. munps m. Wohl

urverw. mit lat. mentum n.«Kinn?, kymr.-ir. mant«Kinnbackens. Dazu noch aus dem Germ. ahd.(ga)mindil, ags. midl, anord. mél, aschwed. mil«Gebiß am Zaum». Vgl. Walde. Der Plur., den man im allgemeinen meidet, lautet bei Voß Ovid Nr. 36, 258 u. bei A. W. Schlegel Jul. Cäsar 3, 2 Munde, bei P. Fleming 356 u. Claudius 3, 33 Münde, 1508 bei Tauler 107 5, Schlegel Heinrich V. 3, 1, Chamisso 6, 113 u. md. Münder. 4BL. Mündchen, n., 1678 bei Krämer Mündgen, 1477 clev. montken, mndl. mondeken n.; dafür mhd. mündel(in) n. mun- den, v.: wohl zu Mund gehen, gut schmecken, 1575 bei Fischart Garg. 61(in übertragner Bed. 106). mündlich, adj., im Adv. muntliche u. spätmhd. mintlich, das Adj. bei Luther 3, 5294. ZUS. Mundart, f.: Volks- sprache einer Landschaft, Dialekt, 1640 bei Zesen im deutschen Helikon I, 3. Abt., 1641 bei Schottel 22. mundfaul, adj.: redefaul, bei Campe 1809. Mundfäule, f.: als Krank- heit 1588 bei Tabernämontanus 339; Rede- faulheit, scherzhaft bei J. Paul Titan 3, 183. mundfertig, adj.: redegewandt, bei Goethe Nat. S. 4, 119. Mundkoch, m.: Koch bloß für die herrschaftliche Tafel, 1691 bei Stieler, aber

schon 1575 bei Fischart Garg. 106 Mundköchin f.

Mundleim, m.: Leim aus Hausenblase, durch Netzen mit dem Munde klebend, 1562 bei Mathesius Sar. 47 b. Mundloch, n.: Aus- u. Eingangsöffnung einer Höhlung, auch im Berg- bau, im 15. Jh. muntloch, schon ahd. mantloch n. «Krater eines Vulkans». Mundraub, m.: Entwendung von Nahrungsmitteln zum so-

fortigen Genuß. Eig. ein Seemannsausdruck.

1795 bei Röding. mundrecht, adj., bei Goethe 7, 236. Mundschenk, m.(-en, Pl. -en), 1618 bei Schönsleder. Mundstück, n.: Mundwerk, in Luthers Tischreden 7 b; Teil eines Musikinstruments, den man in den Mund nimmt, 1618 bei Schönsleder. mundtot, adj.: der Gewalt, sich selbst oder andre zu ver- treten, verlustig, 1663 bei Schottel 466 b, also von ²2 Mund abgeleitet, dann aber umgedeutet auf 1Mund, einen mundtot muchen(nicht zu Wortekommen lassen). Mundvoll, m.: soviel Speise, daß davon der Mund voll ist, mhd. muntrol m. aus der munt vol, wie mhd. hantvol f. aus diu hant vol. S. muffeln, mumpfeln. Mund- vorrat, m., als Verdeutschung des Fremd- wortes Proviant, 1777 bei Adelung. Mund- werk, n.: Rede, bei Luther 4, 404 b; Redegabe, 1562 bei Mathesius Sar. 285 a.

² Hund, f.: Schutz, gesetzlich obliegende Sorge für eine Person, die rechtlich nicht allein für sich handeln kann. Schon im 17. Jh. ver- altet, mhd.-ahd. munt f.(Pl. ahd. munti, mhd. münde)«Hand, Schutz, Bevormundung»; dazu afrs. mund, mond m.«Vormundschaft, Vor- mundy, ags. mand f. die flache Hand, die Hand, Gewalt über eine unselbständige Person, Schutz, Schirm, anord. mand f.«Handy, mund m. cKaufpreis der Braut u. die dadurch erworbne Vormundschaft über sie», ndl. in mondbaar, mombaar, momber m. Vormund(eig.«der die Hand schützend über einen hälty, zu ahd. beran«tragen, halten», entsprechend mhd. muntbor, ahd. muntboro, asächs. mundboro,

md. ags. mundbora m., daher afrz. mainbour, mam-

bourg«Vormund, Vogtz). Von Grimm zu lat. manus f. Hand gestellt. Anders Idg. Forsch. Anz. 15, 104. 4B L. Mündel, m.(-S, Pl. wie Sg.): der vaterlose od. verwaiste Unmündige unter gesetzlich bestelltem Schutze des Vor- munds. Selten als Ntr. bei Lessing 4, 143; von dem weiblichen Mändel wird nhd. bisweilen das F. gebraucht. Am Ende des 14. Jh. md. der Plur. mandelin, 1467 im Cod. dipl. Sax. reg. II, 3, Nr. 1098 mundelein, 1595 in der Leipziger Vormundschaftsordn. Mündlein, aber schon mlat. im 8. Jh. mundilio m., im 16. Jh. bei Schweinichen 2, 174 Mündel; erst nach der Mitte des 18. Jh. wird das Wort geläufig. Dazu mnd. mundlele, afrs. mondele; in gleicher Bed. nhd. Mündling(Stolberg 4, 225), mhd. im 14. Jh. mandeline m., daneben 1338 mündeling, monde- ling« Vormund), ahd. mundlilingm., entl. schwed.- dän. myndling. mündig, adj.: dem Alter nach fähig, sich gesetzlich selbst zu vertreten,