Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
227-228
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227 muffig

Mühle 228

2zmuffig, adj.: maulhängrisch, maulend, brummig, mürrisch, auch wohl mit dem Be- griffe des Verstocktseins. 1776 bei Goethe Stella 1, 1, dafür bei H. Sachs Fab. 7, 236 muffisch. Von 3Muff.

Muffmaff, m.(-s, Pl.-e): brummiger, mürrischer, unfreundlicher, stets mit kurzen Worten scheltender Mensch. 1582 bei Fischart Garg. 140 Muffmaff. Mit Ablaut zu ³Muff gebildet, wie mhd. sungelt unde sanc(Parz. 104, 3), die glunken glankent(Minnes. 3, 2892, 4) u. ähnlich wie Gickgacke, Kliffklaff, Kling- klang, Singsang, Wirrwarr usw.

müffzen, v.: anbrüchig, dumpfig, modrig, faulig, übel riechen. Bayr. muffezen, md. müffeen(1777 bei Adelung das Part. müfzend, dafür im 17. Jh. nlchzend, müchenzend), 1734 bei Steinbach miiffinzen.

Mufti, m.(-s, Pl.-s): türkischer Ober- priester u. zugleich Oberrichter. 1703 bei Wächtler. Das arab. mufti, eig.«Rechtsgut- achtenabgeber, Gesetzauslegery.

muh, den Ruf der Kuh u. des Ochsen ausdrückende Interjektion. Mhd. much(Weist. 1, 440). 4BL. muhen, v.: brüllen, vom Rindvieh, im 15. Jh. mauhen, mugen, möhen u. muwwen, motwwen(Diefenb. gl. 77 5 u. 369), im Liber ord. rer. 1429 müen. Ein lautnach- ahmendes Wort wie glbd. lat. mugire, gr. uuxäcddui. Vgl. macken.

Mühe, f.(Pl.-n/): beschwerende Anstren- gung. Mhd. müeje, spätmhd. m(ε), md. neoe u.(he), ahd. muoh, muhl f. drückende Be- schwerde, Last, beschwerende Anstrengungo. Von mühen, v.: beschwerend anstrengen. Bei Luther mühen, mhd.(trans. u. refl.) müejen, müegen, müedwe)n, md. mühen, mäuwen, möwen, ahd. maohen, muogen, mühen, muoan(ingimuoan), muon«drückend beschweren, beschwerend an- strengen, plagen, Verdruß machen); dazu 1477 clev. moeyen«betrüben⸗, ndl. moeijen«be- schweren, beschwerlich fallen», anord. myſa, mygja«niederdrücken». Wahrscheinl. urverw. mit gr. uckoc m. Anstrengung, Mühe», lat. möles f. Last, Masse», lett. maltités sich dringend bemühen». Vgl. Walde. 4L. von Mühe: Mühsal, n.(-s, Pl.-e) u. f.(Pl.-en): niederdrückende, abspannende Beschwerde u. Anstrengung, mhd. muogesal, müesal, md. ma(he)sal n., im 16. Jh. Mäsall f.(s.-al); davon mühselig, adj., bei Luther Mt. 11, 28 mäheselig, mhd. müesalig, im 11. Jh. muosalig; Mühseligkeit, f., 1541 bei Frisius 40- säligkeit. mühsam, adj., 1509 bei Brant

Laienspiegel Vorr. 3; Mühsamkeit, f., 1678 bei Krämer. ZUS. mit Mühe: mühelos, adj., bei Voß Odyss. 4, 565. mühevoll, adj., 1787 bei Gotter Ged. 1, 167. Müh(e)waltung, f., 1648 bei Zesen Ibr. 1, 215, 1646 bei Mosche- rosch Phil. 4, 81. Mühle, f.(Pl. ·/): Räderwerk zum LZer- malmen, zum LZerschneiden harter Körper, insbes. zur Bereitung von Mehl aus dem Ge- treide; ein Bretspiel auf 3 gleichseitigen Recht- ecken, von denen das erste(kleinste) durch das zweite und dieses durch das dritte ein- geschlossen wird, mit 9 gegen 9 Damensteine, von denen 3 in einer Reihe im besondern eine Mühle genannt werden(1651 bei P. Fleming 425, aber vgl. Fickmühle). Mhd. müle) u. spätmhd. müline, müllin, md. mule), mol(e), ahd. mul(ν) f. Mühle zum Zermalmen des Getreides»; dazu mnd. mol?)e, ndl. molen, afrs. mole f., ags. mylen m., engl. mill, anord. mylna, schw. mölla, dän. mölle f. Mit den verbesserten römischen Mühleinrichtungen, bes. den Wassermühlen, aufgenommen aus glbd. spätlat. molina f., das nebst lat. mola f. « Mühlstein, Mühle», molere«mahleny, gr. n f. u. uòx*oc m.«Handmühle, Mühlstein» urverw. ist mit mahlen(s. d.). Der ältre deutsche Ausdruck für Mühle war ahd. quirn, churni, mhd. Kürn(e), kurn f.; dazu and. afrs. quern, ags. coyrn, cweorn f., engl. quern, anord. Kvern, schwed. quarn f., dän. Kuern, got. qaërnus(in asilugairnus m. Mühlstein, Eselsmühle»), urverw. mit lit. gernos Plur., abg. Zrüng f.«Mühle», aind. gräãvd m. Stein zum Somapresseny, ir. broô Mühlstein, Hand- mühley». ZUS. Mühlarzt, m.: Mühlbau- kundiger, 1582 bei Fischart Garg. 296 Mülartet, ebenso in der kurpfälz. Zimmerleutordnung 1579 B 2 b. Mühlbach, m., spätmhd. gegen 1450 mülibach m., ahd.(nur als Ortsname nachweisbar) mulibah. Mühlbursche, m. (-n, Pl.-n): Mühlknappe, 1777 pei Adelung. Mühlgast, m.: Mahlgast, Mahlkunde einer Mühle, im 16. Jh. bei Löhneyß Regierkunst 312². Mühlknappe, m., 1691 bei Stieler, dafür spätmhd. mülelcneht m. Mühlrad, n., mhd. mülrat, md. mule n)-, molnratn. Mühlspiel, n: das oben beschriebne Bretspiel, 1741 bei Frisch, Mülenspiel 1691 bei Stieler. Mühlstein, m., mhd. müil)-, mülnstein, md. mulen-, molenstein, ahd. muli(n)stein, and. mulinsten m. Mühl- Weg, n.: bestimmter Weg zur Mühle, mhd. mrültoec m., md. 1471 molwweck(Kirchenzinsbuch von Grüningen bei Gießen S. 15, 39). Mühl-