Motto
Mucks 224
mottenfräßig, adj., bei Luther Jac. 5, 2 moltenfressig.
Mötto, n.(⁵, Pl.*s): Sinn-, Denk-, Wahl- spruch. 1717 bei Nehring Motto, kleines wohlangebrachtes Wort». Aus glbd. ital. motto m., wie frz. mot m.«Wort, Spruch» u. span.- port. mote m.«geheimnisvolles Worty, aus mlat. muttum n.«Worty, von lat. mötire, muttire«mucksen, leise reden», aber mlat. motire cerinnern, erklären?.
mouillieren(spr. malj-), v.: erweichen; ein nachklingen lassen. Aus glbd. fræ. mouiller, u. dies zu lat. mollis«weichy.
moussieren, v.: brausend schäumen(vom Schaumwein, kohlensauren Wasser usw.). 1790 bei Goethe Faust 2269 massiren. Aus frz. mousser«schäumen», von frz. mousse, prov. mossa f.«Moosy, dann«Schaumꝰ, entl. aus ahd. mos&MOos.
Möwe, öst. auch Möve, f.(Pl.-n): Wasser- voge!, lat. larus. 1777 bei Adelung Mörve neben Meabe, 1664 bei Duez Mewe oder Meuv f., wird außigesprochen gleich als Me-awe od. Mev, 1602 bei Hulsius Schiff. 3, 47 Meawe, 1598 bei Hutter diction. harmon. 793 Mebe f., 1557 bei Heußlin Vogelb. 174 bf. Meb u. Meio m. mit dem Pl. Meben, Mewen. Aus mnd. Meve f., asächs. mονι m.(ahd. Gl. 1, 342, 48), woher schon ahd. méh(ebd. 1, 801, 20); dazu mndl. meeuave, ndl. meeuwo f., ags. mcνοι, méu m. (még Ahd. Gl. 4, 460, 11), engl. mezo, anord. maär m.(Pl. mdvar), dän. maage, schwed. mäse m.(vgl. in den ahd. Glossen 1, 340, 15 larus, mesu, mesa). Vielleicht urverw. mit aind. mécakas«dunkelblau, dunkelfarbig, s. Btr. 26, 303. Aus dem Germ. entl. afrz. moue, pikard. mauuwe, nfrz. mouette f. Möwey.
mucheln, mücheln, v.: schimmlicht, modrig, wie verdorben riechen(das letztre 1777 bei Adelung, das erstre 1809 bei Campe); (jetzt auch) verdrießlich sein. Alternhd. im 16. u. 17. Jh. muchen, muchen, müchenzen, müchzen. Vgl. maffen, müuffzen.
Muck, m.: vereinzelter schwacher Laut, den die Stimme halb unterdrückt hören läßt, nur in RA. wie keinen M. sagen, ohne Ruck und M. 1741 bei Frisch. Von macken(s. d.).
1 Mucke, f.(Pl.-n): weibliches Schwein, Mutterschwein. Westmd. Muck, 1550 bei Al- berus dict. x 1² muck f., 1741 b. Frisch Mockce, spätmhd. mocke u. mückin f. Viell. urspr. kelt., denn gäl. muc, kymr. moch«Schwein».
2 Mucke, f.(Pl.-n): unfreundliche, eigen- sinnige, auch versteckte Laune; Anfall när-
rischer, übler Laune;(bildl. 1711 bei Räd- lein) Schwierigkeit. 1551 bei H. Sachs Fastn. 38, 81 der Pl. Muchen; dazu mnd. macke. Bildl. Anwendung des Tiernamens Mückce in der umlautlosen Form, wie ähnlich Grille, Schnake(s. d.). Aber vielleicht ist macke urspr. die md. u. nd. Form des vereinzelten mhd. muoche f.«verdrießlicher Gedanke»(bei Neidhart 81, 31 ο waz hät er muochen!). Mücke, f.(Pl.-n): das geflügelte Insekt mit stechendem Saugrüssel, lat. culex. Alter- nhd. Muckhe(bei Luther), noch bayr. öst. Muglten, Mucken, mhd. mucke, mücke, mugge, mugge, ahd. mucca, mugga f.; dazu asächs. muggia, mnd. mugge, ndl. mug f., ags. myc- m., engl. midge, anord. my n., schwed. mQν 9(), dän. myg. Am Ober- u. Mittelrhein wird die Fliege so genannt, dagegen die eig. Mücke Schnale(s. d.). Stammverw. mit alb. ⁷τ‿α f. Fliegey, abg. macha f.«Fliegen, musica f. &Mücken, lit. musé f.«Fliege?, lat. masca f. «Fliegey, gr. uvia f.«Fliege». Die germ. Formen weisen wohl auf*αυμ⁰ 0.. 20S. Mückenseiger, m.: übelwollender Kleinig- keitskrämer, Luther 5, 193 b, nach Matth. 23, 24. mucken, v.: einen halblauten, vereinzelten Ton ausstoßen(2. Mos. 11, 7); in halblautem Tone u. mißvergnügter Geberde heimliches Murren äußern(bei Luther u. mnd. macken, in der Neuzeit auch refl.), heimlich reden (1663 bei Schottel). In der 1. Bed. eins mit spätmhd. mugen, molcen«brüllen, brummen, vom Rindvieh»(Diefenb. gl. 369°, vgl. mahen, mucksen). Bei der 2. Bed. zeigt sich Mischung mit der unter meucheln besprochnen Wort- sippe, mhd. mockhen«versteckt liegeny, bei H. Sachs 14, 28,«schleichen, lauern, heimlich tun», noch bayr. mocken u. mockeln«nur leise, verstohlne Bewegungen machen oder Laute von sich geben, aus Furcht, Trägheit, Hinter- list, bes. aber aus Arger od. Verdrießlichkeits. Davon Muck(s. d.). Mucker, m.: heimlich Redender, 1691 bei Stieler; Heimtücker(1768 bei Weyße kom. Opern 1, 240); scheinheiliger Frömmler(im ersten Viertel des 18. Jh. als Bezeichnung der Pietisten in Jena aufge- kommen, vgl. Ladendorf, in der Nachlese zu Günthers Ged. 217, bei Hoffmannswaldau Ged. 7,247, Liscow 186); dazu Muckeréi, f. schein- heilige Frömmelei, b. Wieland 8, 32(von 1775); Muckerin, f., 1777 bei Adelung. muckisch, adj.: mürrisch, übelnehmisch, tückisch, bei H. Sachs Fastn. 26, 363, noch md. u. nd. Mucks, m.: Muck(s. d.), 1691 bei Stieler.


