219 Morgen
jetzt das außereuropäische Land gegen Osten,
die asiatische Türkei, die Levante, der Orient,
Mörser 220 gekürzt, jetzt selten; in der Bed.«einen
Morgen enthaltend 1716 bei Ludwig ein
1605 bei Hulsius dict. 99 b; davon Morgen- morgiger Acker(s. ²Morgen).
länder, m., bei Luther 3. 1792, H. Sachs
Fastn. 71, 56; morgenländisch, adj., 1716 bei Ludwig. Morgenlicht, n., mhd. morgen- lieht, ahd. morganlioht, ags. morgenleoht n. Morgenluft, f., 1494 bei Brant Narr. 95, 45. Morgenregen, m.: frühmorgens fallen-
der Regen, bei Luther, ags morgenregn m. Morgenrot, n., mhd. morgenröt m. n., ahd.
morgenröt() m., hervorgegangen aus dem Adj. morgenrot(ahd. morgenröt), wovon Morgen- röte, f., mhd. morgenrœte, ahd. morgenrôta f. Morgensegen, m.: Morgengebet, mhd. morgensegen m. Morgenstern, m.:
der Stern(mhd. morgenstern(e),-sterre, ags. morgensteorra m., anord. morginstjarna f.);
den Nägeln u. Spitzen, seit dem 16. Jh.(1602 bei Kirchhof mil. disc. 29), entl. dän. morgen- stjerne, mhd. nagelkolbe m. Morgenstunde, f., mhd. morgenstunde, asächs. moraganstunda f. morgenwärts, adv.: ostwärts, 1639 bei Mic-
werts, gegen morgen werds. Morgenwind, m.: Ostwind, 1678 bei Krämer. Morgen- zeit, f., 1691 bei Stieler, Morgenszeit 1642
bei Duez; dazu asächs. morgantid, ags. morgen-
tĩd f., anord. morgintidir f. pl.
2 Morgen, m.(-S, Pl. wie Sg.): gröbßres Maß für Bodenflächen, in Preufen 25,5 Ar, urspr. soviel Land, als man mit einem Gespann in einem Morgen, dann soviel als in einem Tage pflügen konnte. Mhd.-mnd. morgen, ahd. morgan(Pl. morgana) m., mlat. durch diurnalis, jurnalis, jornalis wiedergegeben.
smorgen, adv.: an dem nächstfolgenden Tage nach dem gegenwürtigen. Mhd. morgenle), morn(e), ahd. morgane«am folgenden Tage», mnd. morne, ndl. morgen, adv. gebrauchter Dat. Sg. von 1Morgen, ahd. auch: in morgan, got. in mauürgin und du maurgina, anord. ã mergun, engl. to-morroo. Ahnlich frz. demain«morgenꝰ, lendemain m. der morgende Tags, aus lat. mane«der Morgen, frühmorgensa. 4BL. morgend, adj.: auf den gegenwär- tigen Tag nächstfolgend, im 15. Jh. morgen adj. (Diefenb. gl. 155 b), mit d bei Luther morgend, dafür mhd. mor(ge)nic, ahd. morgenig, 1691
bei Stieler morgendig, alem. seit dem 15. Jh. mornderig. morgig, adj.: morgend, im 15. Jh.
bei Diefenbach nov. gl. 117 b, aus morgenig
phiumsüchtiger.
des lat.-gr. Morpheus, der Planet Venus als vor Sonnenaufgang leuchten-
Morſilnell, m.(, Pl.-e), auch Mornelle, f.(Pl.-n): der Kiebitz, eine Art Regenpſeifer. 1777 bei Adelung. Aus glbd. span. morinelo
m., vielleicht von span. moro mohrisch» (s. 1 Mohr), nach der dunkeln Farbe des Vogels.
Moritz, öst. auch Moriz, Mannsname. Aus lat. Mauritius.
Morphinist, m.(-en, Pl.-en): ein Mor- Von Morphium, n.(-“): Alkaloid des Opiums, als schlafbringendes Mittel verwendet. Gebildet von dem Stamm gr. Mopqeðc«Sohn des Schlafs, Gott der Träume».
morsch, adj.: mürbe, zerfallend. 1482 im Voc. theut. t 6 à mursch, 1562 bei Mathes.
Sar. 200 à morsch, 1548 bei Ryff Hausapothek Streitkolben mit strahlenförmig hervorstehen-
39 b murs, 1691 bei Stieler mors, mürs, aber schon im 14. Jh. md. das Verb zermorschen «zermalmen»; dazu nd. marsch, murs, ndl. mors. Von dem Stamm des älternhd.-spätmhd. mürsen«zerstoßen, zermalmen»(s. Mörser),
mhd. murz m.«Stummel» u. märbe(s. d.). rälius Pommern 1, 38, bei Luther von morgen
Morsélle, f.(Pl.-/): Gewürzzuckertäfel- chen. 1643 im Sprachverderber 34 Morsellen, 1678 bei Krämer Morselle(ital. morsella) f., 1664 bei Duez Morsell m., 1712 bei Hübner Morschellen. Schon mhd. marsel, morsel n. «Stückchen, Bissen, Leckerbissen⸗, wie anord. morsel, mossel n., aus glbd. afrz. morsel, morcel (nfrz. morceau), ital. morsello, mlat. morsellus m., von lat. morsus m. Biß.
mörseln, v.: im Mörser zerstoßen. Bei Goethe 13, 277. Abgel. von Mörsel(Ss. Mörser).
Mörser, m.(-s, Pl. wie Sg.): halbkugel- artiges tiefes Gefäß aus Metall oder Stein, um harte Körper mittels einer Keule(des Stößers) darin zu zerstoßen; einem Mörser ühnliches kurzes grobes Wurfgeschütz(im 15. Jh. bei Beheim Wien. 68, 11 morser m.). In der 1. Bed. mhd. morsar, morser, mörser u. morsel, mörsel(noch nhd. Mörsel, schwäb.- alem. u. hess.-thür. Mörschel), ahd. morsari, morsali und mortari m.; dazu(entl. and. morsari m.), mnd. morter, motter, morten, ags. mortere m., engl. nortar, anord. mortẽér, morlél n., schwed. mortel, dän. morter. Aus glbd. lat. mortãrium n.(Vvgl. Mörtel), woher auch frz. mortier m. Vielleicht aber ist ahd. morsari eine Umdeutschung des lat. Fremdwortes, mit Bezug auf ein allerdings nur spät belegbares mhd. miursen u. zermürsen, md. zer-, zumor-


