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Morgen 218
der m., dafür ahd. maurdreo, ags. myrpra, engl. maurderer, got. manamaurprja m.(Menschen- mörder); Mörderin, f., mhd. mordœrinne, morderin(ne) f.; mörderisch, adj., im 15. Jh. in den Städtechron. 5, 317, 4, dafür mhd. u. alternhd. mordisch, mördisch; mörderlich, adj., 1677 bei Butschky Pathmos 458, im 16. Jh. das Adv. mörderlichen(Eekenlied 171), dafür mhd. mortlich, älternhd. mordlich, mörd- lich; Mördergrube, f.: Höhle als Aufent- halt von Mördern, 1482 im Voc. theut. v 6 b mordergrub, 1466 bei Tucher Baumeisterb. 233, 35 mördersgrub, dafür mhd. mortgruobe f.; Mörderhand, f., 1691 bei Stieler. mordio: Ausruf über Mord, dann Angst- u. Notruf, dieselbe Bildung wie feurio, feuerjo(s. d.), mhd. mort als Klage- u. Alarmruf(webe!),
mit angehängter Interj. mordajõö, morda Jjõ (Diocletian 2721), mordejõ(Grimm Gramm. 3,
219), im 15. Jh. mordigõ, mordigauu, 1522 bei Keisersberg Postill 3, 17 b morden 10, im 16. Jh. in der Zimm. Chron. ² 1, 595, 48 mordio. ZUS. Mordbrand, m.: Brandstiftung mit der Absicht des Mordens, mhd. mortbrant m.; Mordbrenner, m., mhd. mortbrenner, md. mortburnére m. Mordgeschichte, f., 1691 bei Stieler. Mordgewehr, n., 1745 bei Drollinger 83. Mordgier, f., bei Luther 7, 174²; mordgierig, adj., mhd. mortgiric, früher mortgir. Mordskerl, m.: außerordent- licher Kerl, 1839 bei Immermann Münchh. 2, 35, bei Kluge Studentenspr. 108 von 1831. Mordkind, n.: auf Mord Trachtender, bei Luther 2. Kön. 6, 32. Mordlust, f., 1680 bei Lohenstein Soph. 49. mordsmäbig, adj., 1664 bei Duez mordmäßig. Mordschlacht, f.: mörderische Schlacht, bei Schiller Wall. Tod 3, 15. Mordtat, f., 1642 bei Moscherosch Philander 1, 428, schon afr. morth-, morddéd, ags. morpdcod f. Scherzhaft umgestaltet in Moritat. In Zss. hat Mord-, gew. Mords- jetzt eine sehr verstärkende Bed. angenommen, wie in Mordskerl, mordsmäßig, Mordsweg.
Morélle, f.(Pl.-/):(nordd.) eine Art großer schwarzer od. dunkelroter saurer Kir- schen; die Herzkirsche, zunächst die schwarze; (südd.) Aprikose. 1664 bei Duez Morell f. «saure Kirsche». Wahrscheinlich nicht von ital. morello«schwarzbraunꝰ, afrz. morel(jetzt moreau)«mohrenfarbig», sondern statt Marelle, Marille(s. d.).
Mores: Anstand, gute Sitte, in M. lehren, M. lernen, erstres 1531 bei Franck Laster d. Trunkenh. F 1² u. 1542 bei Waldis Streit-
ged. 2, 16, letztres 1571 bei Rot. Der lat. Pl. möres von mos m. a«Sittey.
Morgäna, s. Fata Morgana.
morganãtisch, adj., in morganatische Ehe: Ehe zur linken Hand des Mannes, d. h. die mit einer nicht Ebenbürtigen eingegangne Ehe, aus der die Kinder den Namen der Mutter führen und im eigentlichen Hauserbe des Vaters oder auch im Lehen nicht folgen können, urspr. eine Ehe auf(bloße) Morgen- gabe, mlat. matrimonium ad morganaticam. Den Ausdruck morganatica(mittels des lat. Adj. Suffixes-aticus abgeleitet von ahd. morgan «Morgens) bildeten die Lombarden des Mittel- alters statt langobard. morgincap«Morgen- gabe»(s. d.), daraus im 18. Jh. morganatisch.
1 Morgen, m.(-S, Pl. wie Sg.): Anfang des Tages, bes. mit Sonnenaufgang; die Tages- zeit bis zum Mittage; Gegend des Sonnen- aufgangs, Ost(seit dem 15. Jh., häufig bei Luther). In den beiden 1. Bed. mhd. morgen, ahd. morgan m.; dazu asäch. morgan(auch cder andre Tag»), ndl. morgen, afrs. morn, ags. morgen, meri)gen, engl. morning, anord. morginn, morgunn, myrginn, merginn, schwed. morgon, dän. morgen, got. maurgins m. Wohl urverw. mit lit. brésta«es tagte(für'mrékesta), apibrẽskis Morgendämmerungs, mirgéti cflim- mern», mürgas«bunt», vgl. KZ. 34, 23. Andre Auffassung b. Zupitza 136. RA. Guten Morgen als Gruß, mhd. guoten morgen, gekürzt aus mhd. got gebe dir guoten morgen. heute morgen cam Morgen des heutigen Tages» bei Luther 2. Sam. 2, 27, urspr. Dat. Sg. mhd. morgene, morn(e), ahd. morgane cam Morgen», dann cam folgenden Tage»(s.*morgen), ebenso anord. morgni, morni«frühmorgens». 48L. morgendlich, adj.: dem Morgen angehörend, ihn betreffend, mhd. morgenlich, ahd. morgan- lih, ags. morgenlic. morgens, adv., mhd. morgen(e)s, ebenso steht adv. des Morgens, eines Morgens, mhd. des morgens, gekürzt smorgens, ahd. des morganes. ZUS. Morgen- gabe, f.: das ansehnliche Geschenk, das der Mann am Morgen nach der Brautnacht der jungen Frau(als pretium od. munus virgini- tatis) zu eigen gibt, bisweilen vorher fest be- dungen, mhd. morgengäbe(auch Geschenk der Frau an den Mann), ahd. morganegiba, morgan- geba f.; dazu mnd. morgengave, ags. morgen- gifu, anord. morgingjöf f., dän. morgengave, langobard. morgincap, morgincaph. Morgen- land, n.(Pl.-länder): biblisch das von Palä- stina ostwärts liegende Land(bei Luther);


