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Monismus 212
schwachb. mände, mönde m.(woher im 17. Jh. Monde m., bei Luther u. noch im 18. Jh. die schwache Flexion des, dem, die Monden), ahd. müno m., woneben als jüngre Bildung mhd. mcœninne, mäninne, mœnin, ahd. mändn f.; dazu asächs. mäno m., mnd. mãn(e), mänt m. f., ndl. maan, afries. môna, ags. möna, engl. moon, anord. mãni, schwed. mdne, dän. maane, got. ména m. Urverw. mit lit. ménuo Mond, Monat (Gen. méneso), ménesis«Monat, abg. mesecl m. «Mond, Monatꝰ, arm. amis, alb. muaj«Monat», air. m?(Gen. mls)«Mond», lat. mensis m. «Monatꝰ, gr. unn f.«Mond, unv m.«Monat⸗ (Aol.-ion. ueic), awest. mäãh- m.«Mond, Monat», aind. mäs(as) m.«Mond, Monaty. 4BL. mondlich, adj.: dem Mond eigen(Goethe 1, 178), mondförmig(Voß Ovid Nr. 58, 8). ZUS. mit Mond-, sowie mit dem starken Gen. Sg. Mondes- u. dem schwachen Gen. Monden-. Mondauge, n.: fehlerhaftes, in seiner Seh- kraft mit dem Mond zu- u. abnehmendes Auge bei einem Pferde, 1777 bei Adelung; das Adj. monãugig 1741 bei Frisch, mnd. mänogisch, dafür im 16. u. 17. Jh. monisch, mönisch(mhd. mcœæerisch), auch monig u. wie noch jetzt im Volksmunde mönig. Mondflnsternis, f., 1676 pei Er. Francisci Lusthaus der Ober- u. Nieder- welt 480. Mondflecken, m., ebd. 406. mond- förmig, adj., 1760 bei Heilmann Thucyd. 204. Mondjahr, n.: das Jahr nach der Anzahl der Mondumläufe berechnet, aus 12 bis 13 Mond- monaten bestehend, 1716 bei Ludwig, aber
1711 bei Rädlein Mondenjahr, 1691 bei Stieler Mondsjahr. Mondkalb, n.: in der Gebär- mutter entstandnes fleischiges klumpiges Ge- wächs, ungestalte plumpe Mißgeburt, nach alter Anschauung dem widrigen Einflusse des! Mondes zugeschrieben, bei Luther 7, 79 b Mon- kalb, engl. mooncalf, dafür mnd. män(en)kint, bei Luther 3, 357 b Monkind; der Name ist von der Mißgeburt der Kuh auf die menschliche übertragen. J. Grimm vergleicht dazu mhd. wazzerkalp, ahd. wazarchalp n.«Wassersucht⸗, gleichsam von Wasser unförmlich schwellen- der Leib. Nondlicht, n., 1676 bei Francisci a. a. O. 519 Mond-Licht, 1734 bei Steinbach Mondenlicht. MNondnarr, m.: mit einer zur Zeit des Mondwechsels u. zwar beim Eintritte des Vollmonds wiederkehrenden Verrücktheit behafteter Mensch. Mondschein, m., 1678 bei Krämer, mhd. mãnschin, im 14. Jh. mon(en)- schein, bei Opitz 2, 198 Mondenschein, bei Drol- linger 147 Mondesschein. Mondsucht, f.: zu- u. abnehmendes Nachtwandeln nach Zu- u.
Abnahme des Mondenlichtes, 1734 bei Steinbach Mond'sucht, 1716 b. Ludwig Monsucht; mond- süchtig, adj., 1676 bei Francisci a. a. O. 522, aber bei Luther und noch 1716 bei Ludwig monsüchtig, 1429 im Liber ord. rer. 23 b mon- suechtig, 1414 bei Diefenbach gl. 339 b mane- suchtig, in dem Begriffe mit lat. lãndãticus, gr. ceRnviaiéuevoc stimmend. Mondviertel, n., 1716 bei Wolff math. Lex. 1129 Monds- viertel. Mondwechsel, m.: Eintritt des Mon- des in seine verschiednen Erscheinungen von 7 zu 7 Tagen oder auch in die nämliche Er- scheinung von 4 zu 4 Wochen, 1716 b. Ludwig.
Monéten, Pl.: Münzen, Geld. 1781 bei Kindleben. Aus lat. Monéta f.«Münze»(s. d.).
Monismus, m.(Gen. wie Nom.): Einheits- lehre, Lehre, die alle Erscheinungen auf ein einziges Prinzip zurückführt. Gegensatz Dua- lismus. Im 19. Jh., 2. B. 1834 bei Petri. Neu- bildung von gr. uévoc calleiny, s. Monade. Dieses gr. uôvoc steckt noch in folgenden Zss. Monogamie, f.: Einehe, Ehe eines Mannes mit einer Frau. Aus glbd. gr. uovorauid(zgs. mit Tauid einer Bildung zu vauéw cheirate»). 1791 b. Roth. Monogrämm, n.(-Lels, Pl.-e): Namenszug, Buchstabenverschlingung. 1710 bei Nehring Monograzmma. Zgs. mit Tpduuo n. Buchstabey zu pdoetv«schreiben». Mono- graphie, f.(Pl.-n): Schrift über einen Gegen- stand, eine Person, zgs. mit rpaqia von Ipdceiv. 1813 b. Campe. Monõkel, n.(-e, Pl. wie Sg.): Augenglas für éin Auge, Einglas. Aus glbd. frz. monocle u. dies aus lat. monoculus cein- äugig», zgs. aus mon-(aus gr. uövoc) cein⸗ u. ocalus m. Auge. Erst in der neuern Zeit. Monolög, m.(-Lels, Pl.-e): Allein-, Selbst- gespräch. Bei Lessing 1, 184. Aus gr. uovo-
AXGroc adj.«allein-, d. i. vor oder mit sich
sprechend, zgs. mit Xofoc von XéyYeiv«lesen, sprechen». Monopöl, n.(-S, Pl.-e): Recht des Alleinhandels, Alleinhandel, 1521 in Reichs- ordn. 113² der Pl. Monopolien, aus gr.-lat. monopõlium, gr. uovondhkiov n.«Recht des Alleinhandels und zum Alleinhandel berech- tigter Ort, dessen nokov von gr. nο△⁵½³ev verkaufen»; davon Monopolist, m.(-en, Pl.-en): Inhaber od. Anhänger eines Mono- pols, wofür 1532 in Reichsordn. 188 b Moni- polier m. Monotheismus, m.(Gen. wie Nom.): Verehrung eines Gottes. Aus gr. uvoc allein, Oeöc m.&Gott» u. der Endung-ismus. 1834 bei Petri. monotön, adj.: eintönig, ein- förmig, bei Goethe 2, 143, aus glbd. gr. uovô- rovoc, dessen-rovoc von gr. reiveiv«spannen»;


