207 Mohrrübe
Pl.(aus mrak)«wildwachsendes Gemüse». Vgl. Hoops Waldb. 466. Vgl. Mohrrübe, Morchel. Mohrrübe, f.: Möhre. Ostmd. 1598 bei Colerus Hausbuch 2, Z 32 Mohrübe. Mohr- aus mhd. more, Morhe«Möhre»(s. d.). Moiré(spr. oaré), m. n.(*8, Pl. s): ge- wässertes, geflammtes Seidengewebe. 1834 bei Petri Moire. Aus frz. moiré, s. 1 Mohr. mokänt, adj.: spöttisch, sich lustig ma- chend. Aus dem frz. moquant, dem Part. von frz. moquer, s. u. mokieren, v. refl.: sich worüber aufhalten od. spöttisch lustig machen. 1703 bei Wächtler sich m., aus glbd. frz. Sse mogquer de, afrz. moquer«verspotten, aus dem Pikardischen aufgenommen; dazu prov. mochar cverspotten», span. mueca, aspan. moca f.«Gri- masse, Verspottung». Unerklärt. Molch, m.(-es, Pl.-e): eine Art Eidechsen. Bei Luther u. schon zu Anfang des 15. Jh.
molch(Liber ord. rer. 1429 Bl. 15, Diefenb. gl. 551 b), mhd. mol(de), ahd. ol u. molm, malm, molt m.; dazu and.mnd. mol m. ÜUnerklärt.
Mole, f.(Pl.-n), bayr. öst. auch Molo, m. (-*I, Pl. Molen, dos u.-i): Hafendamm. Aus glbd. ital. molo m. Nicht sicher erklärt. 1791 bei Roth Molo.
Molekül, n.(-els, Pl.-e): unmeßbar kleiner Körper; Verbindung von Atomen. Aus glbd. frz. molécule f., von lat. mõles f.«Massey. In der neuern Chemie. 1813 bei Campe.
Molke, f.(Pl.-n): das sich im Gerinnen der Milch abscheidende Wasser. 1588 bei Tabernämontanus 338 u. 1664 bei Duez Molcke f., bei Maaler, Schottel u. noch bei Gellert 7, 131 Mollten n.(1716 bei Frisch u. 1734 bei Steinbach sogar Mask.), mhd. molchen, mollcen, mulchen, mulken n. Milch u. was aus Milch bereitet wirdy, dann«Käsewassers(ahd. chäsi- ꝛwazzar), vereinzelt im 14. Jh. mulchen f.(Weist. 1, 4), noch schweiz. Molchen n.; dazu mnd. molken n.«Milch u. das aus Milch Bereitete», nd. molken f., ags. molcen n. Zu melken(s. d.). 4BL. molkicht, molkig, adj., 1678 bei Krämer molckigt nebst Molckigeit. Molkeréi, f.: Milchwirtschaft, im 19. Jh., wahrscheinlich in Norddtschld. aufgekommen, dafür im 16. Jh. bei Fischart Glückh. Schiff Schmachspr. 108 melkery. ZUS. Molkendieb, m.: Schmetter- ling, eig. Milchdieb, 1470 md. molken diep (Diefenb. gl. 411²), nd. mulkentöwer(Brem. Wtbch., zu mnd. tover(er) m.«LZaubrer»), auf der Vorstellung beruhend, daß Hexen od. Elben in Schmetterlingsgestalt Milch stehlen oder
bezaubern. Molkenkmur, f., 1809 bei Campe.
Moment 208
1 Moll, m.(-es, Pl.-e): ital. glatter u. mit erhabner Arbeit gewirkter Mohr(s. 1Mohr), dann übertragen auf eine Art breiten wollnen Zeuges(s. Molton). 1783 bei Jacobsson. Aus glbd. ital. molle m., eig. Adj. molle(lat. mollis)«weich», mit Ergänzung von drappo m. &Seidenzeug.
²2 Moll, n.: Tonart mit weichem Dreiklang (kleiner Terz), seit dem 16. Jh.(bei Ringwaldt Eckart 17 b im B moll), entstanden aus mlat. be molle der Ton be(im Gegensatz zu be durum, dem Ton h), mhd. bémolle u. bédure, von lat. mollis«weich» u. därus chart».
moll, adj., s. mohl.
Molle, f.(Pl.-n): Holzgefäß, Mulde, Back- trog. Nd. für Mulde(s. d.).
mollicht, mollig, adj.: weich, locker; behaglich. 1562 bei Mathesius Sar. 452 mol- licht, mhd. molwec. Wohl von mohl, moll ab-
geleitet(s. d.). Die Bedeutungsentwicklung
zu 2 2. T. unter Einfluß der Studentensprache, wo es 1831 belegt ist.
Mollúske, f.(Pl.-n): Weichtier. Bei Goethe 1, 317 Molluska f. Aus glbd. ital. mol- lusco, frz. mollusque m., von lat. mollis«weich?.
Molm, s. Mulm. Molo, s. Mole.
molsch, mulsch, adj. mürbe, weich, auch monl(s. d.). 1777 bei Adelung molsch, mulsch als ober- u. ndsächs., 1691 bei Stieler mollisch, im 16. Jh. u. noch heute obd. mõölsch. Gleichen Stammes wie mollig(s. d.).
Molte, f.: fein zerfallne Erde, Staub. Bei Rückert Weish. d. Brahm. 9, 46, 6 Molde, noch bayr. Molt(en) m. f. Mhd. molte, molde f., molt(e) m., ahd. molta f., molt m.; dazu ndl. moude, afries.-ags. molde f., engl. mould, anord. mold, schwed. mull, dän. mald ælose Erde, Pflanzen-, Fruchterdes, got. mulda f. Eig. Fem. des Part. von mahlen(s. d.). Vgl. Maulaourf.
Molton, m.(-s, Pl.-v): eine Art weichen wollnen oder baumwollnen Zeuges. In der 2. Hälfte des 18. Jh.(1773 bei Amaranthes) aus frz. molleton m., von frz. mollet«weich, zart», zu lat. mollis«weichs. S. 1 Moll.
Momént, m.(Jels, Pl.-e): Augenblick, Zeitpunkt, 1663 bei Schupp 131, schon mhd. mõmente f.; n.(-els, Pl.-e): Bewegung zum Ausschlag, Ausschlags-, Entscheidungskraft, das worauf es ankommt, wesentlicher Um- stand, bei Herder, Goethe, Schiller(1712 bei Hübner momentum, in der Mechanie die Krafft eines Cõrpers, vermõge deren er sich von einem Ort zu dem andern fort beweget). Aus lat. mömentum n. Bewegung, kurzer Zeit-


