Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
193-194
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193 miß-

1691 bei Stieler. Adelung. mißlingen, v.(Prät. mißlang, Part. mißlungen), Gegensatz von gelingen(s. d.), mhd. misselingen. Mißmut, m.: üble, ver- drießliche Stimmung, 1777 bei Adelung, dafür ahd. missimuol(i)«Kleinmut», zum ahd. Adj. missimuoti ckleinmütigy, mhd. missemduete, md. missemdite cverschieden gestimmt, miß- gestimmt, uneinigy, mißmutig, adj., 1641 bei Schottel 501, älter bei Luther mismütig (noch bei Wieland, Goethe). mißraten,

(Prät. mißriet, Part. mißraten): abraten(mit

haben), 1561 bei Maaler; an eine falsche Stelle geraten, fehlgehen, unerwünscht, übel aus- fallen(mit sein), mhd. misseräten; unrechten und übeln Rat geben(mit haben, Part. mi6- geraten), mhd. misserãten. mißreden, v.:

zuwider und übel reden, mhd. missereden. Bekehrung, Glaubensbote, beide Formen bei

mißschaffen, v.(Prät. mißschuf, Part. miß- geschaffen), bei Wieland 11, 126. mißschil- dern, v.(Part. mißgeschildert), bei Lessing 7, 136. Mißstand, m.(-ſe]ls, Pl.-stände), 1531 bei Frangk 2 b missestandt.

das Adj. mißstimmig schon 1654 bei Logau l, 6, 70. mißtun, v.(Part. mißgetan, bei Luther

missethan): unrecht, wider Ordnung und Ge- 1. Perf. Pass. von mittere csenden.

setz tun, mhd. missetuon, Part. missetn, ahd. missatuon, Part. missetän, afries. misdua; vgl. Missetat. Mißton, m.,(-els, Pl.-töne), 1734 b. Steinbach; mißtönen, v.(Part. mißgetönt), 1508 b. Keisersberg Predigen51 b. mißtrauen,

v.(Prät. mißtraute, Part.[ge hmißtraut), mhd.

missetr en,-triuaven,-trouwen, ahd. missa- traén; subst. Mißtrauen, n., mhd. missetrtiwen n. neben missetriuwe f.; mißtrauisch, adj., 1642 bei Duez mißträwwisch, 1711 bei Rädlein mißtrauisch, dafür älternhd. 1537 b. Dasypodius mißtrauwwig, 1678 bei Krämer mißtrauig. Miß- tritt, m., mhd. missetritt m.«Fehltritt, Fehlery, neben mhd. missetreten«fehl treteny. Miß-

vergnügen, n., 1711 bei Rädlein; mißver-

gnügt, Part., 1716 bei Ludwig, das Zeitwort mißvergnügen 1678 bei Krämer. Mißverhält- nis, n., 1777 bei Adelung. Mißverstand, m., 1524 bei Diefenbach-Wülcker, 1528 bei Luther 4,1²; mißverständlich, adj., 1809 bei Campe. Mißverständnis, n., 1711 bei Rädlein; miß- verstehen, v., 1711 bei Rädlein. Mißwachs, m., mhd. missewwahs m. mißwillig, adj., bei Goethe 5, 1, 106; mißwollen, v.: zuwider und übel wollen, bei Goethe 20, 300. Miß- wuchs, m., bei Goethe Nat. S. 6, 277.

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5.

mißliebig, adj., 1777 bei

«sendeny.

mißstimmen, v. (Part. mißgestimmt), bei Schiller 2, 346 u. 364; Mißstimmung, f., bei Schiller 1, 160, aber

Aufl. II. Bd.

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missen, v.: nicht haben, entbehren. Mhd. missen, ahd. missan, auch(mit der Waffe) ver- fehlen, nicht treffenꝰ; dazu ags. missan, engl. miss, afrs.-anord. missa«vermissen, verfehlenꝰ. Von dem im ahd.-got. missa-«mifß-y(s. d.) vorliegenden Stamme.

Missetat, f.(Pl.-en): ungesetzmäßige,

straf bare Tat. Mhd. missetät, ahd. missität f.; dazu aufrk. misdät, afries. misdédde, ags. mis.

dãd, got. missadéds f. Vgl. miß- u. mißtun.

v. 4 BL.. Missetäter, m., mhd. missefæter, afries.

misdéder m.

Missiön, f.(Pl.-en): Sendung; Sendung zu Bekehrung; Bekehrungsgesellschaft, In der 1. Bed. 1571 bei Rot, die 2. Bed. im 18. Jh. Aus lat. missio f. cSendung», Vvon lat. mittere Dazu Missionär(östr. nur so), Missionär, m.(-s, Pl.-e): Sendbote zu

Herder und Wieland, 1703 bei Wächtler Mis- sionarius, aus glbd. mlat. missionarius, frz. missionaire m.

Missiv, n.(‧I, Pl.-e), Missive, f.(Pl.-n): Sendschreiben, als Ntr. auch verschließbare Schriftentasche zum Verschicken. Mhd. mis- sive f.«Sendbrief, Beglaubigungsschreiben?, aus glbd. mlat. missiva f., zum mlat. Adj. maissivus sendbar⸗, von lat. missus, Part.

Mißpickel, m.(s): Arsenikkies, Arsenik- schwefeleisen. 1557 bei G. Agricola Bergw. 83 ein gnüuß oder mißpückell, das kein drtz hatt (handschriftl. Mispickel, Mispückel u. Mist- puckel), 1562 bei Mathesius Sar. 39 b Miß- pickel(als taube, leere Bergart die kein euglein metal in sich helt), 140 b Mispütl oder Mis- pickel, welches etliche Katzensilber nennen, aber 1594 bei Frischlin nomencl. Cap. 111 Mist- pückel«venae nodus», danach wäre der zweite Wortteil Bühel, Buckel(s. d.), der erste die Vorsilbe miß-(s. d.) und die ursprüngliche Bed.«übler, falscher, trügerischer Knollen.

Mist, m.(-es): Menschen-, Tierkot u.-harn, mit Streu vermischt zur Düngung. Mhd. und ahd. mist m., mit der Ableitung ahd. mistina, mistunnea f.«Misty, noch fränk. Misten f. «Misthaufen, Mistplatz, Hofraumy; dazu and. mist m., mnd. mes m., ndl. Mest, mist, nfrs. joæ«Mist», afrs. Mese f.«Harnꝰ, ags. meoh, meox, mioæ, miæ n.«Mist» u. mixen f. Mist- haufen», got. malhstus. Gleichen Stammes wie mnd. migen, ags. migan, anord. miga charnen', u. urverw. mit lat. mingere, méjere, gr. urei charnen, lit. νπνσ⁵ν ołĩch harne», miezite ich

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