Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
187-188
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187 Miniatur

Minne 188

ital. minare; dazu Minierer, m., 1668 bei Böckler Kriegsschule 1027. Miner, f.(Pl.-n): Berggut, Mineral(Goethe, Kant, Wieland), im 16. Jh. bei Paracelsus Miner n., 1562 bei Mathesius Sar. 42 b Minerertz, 1490 bei Mone Zschr. 2, 285 miniere, aus aspan. und mlat. minera, frz. miniere f., span. auch minero m. Bergwerk». Mineräl, n.(-s, Pl.-e u.-ien): Berggut, Erz; jedes starre od. tropfbar flüssige anorganische Naturprodukt, das einen Teil der festen Rinde des Erdkörpers bildet. 1582 im Garg. 294 Mineralien, aus ital. minerale, span. port. mineral, franz. minéral m.«Erzy, mlat. (13. Jh.) minerale n., Pl. mineralia. 43L. mineralisch, adj., 1608 b. Graseccius gründt- licher Beschreibung des Sant Petersthals... von dessen ursprüngl. Quellen, mineralischen Geystern. ZUS. Mineralreich, n., 1777 bei Adelung. Mineralög, m.(-en, Pl.-en): Berg- gutskenner, Steinkundiger, bei Goethe Nat. S. 9, 190 Mineraloge m., dafür 1783 bei Jacobsson Mineralogist, ital. span. mineralogo m., dessen erster Teil das rom. minera(s. Miner), der zweite aus dem Griech. hergenommen ist(vgl. Archãolog); Mineralogie, f., 1783 bei Jacobs- son, ital.-span. mineralogia, frz. minéralogie f.; mineralôgisch, adj., 1793 bei Jacobsson, span. mineralogico, frz. minéralogique.

Miniatüũr, f.(Pl.-en): Klein- u. Feinmalerei in Wasser- u. Gummifarben. 1678 bei Krämer. Aus ital. miniatura, woher auch frz. miniature f.«kleines Gemälde wie es in Handschriften vorkommts, von lat. minicre(woraus b. Krämer miniiren)«mit Mennig färben, schreiben od. zeichnenꝰ, zu lat. minium n.«Mennig»(s. d.). ZS. Miniaturausgabe, f.: kleine Ausgabe eines Buches.

minimäl, adj.: sehr klein. Nlat. Bildung von lat. minims«sehr klein». In neurer Zeit.

Minister, m.(-s, Pl. wie Sg.): höchster Staatsbeamter. Im 18. Jh.(1710 bei Nehring) geläufig geworden, aus glbd. frz. ministre m. (Seit dem 17. Jh.), von lat. minister cdienend, Gehilfe, Ratgeber. Ministérium, n.(, Pl. Tien): Staatsregierung, höchste Beamtenge- samtheit in dieser oder einem ihrer Zweige (1717 bei Nehring); Gesamtheit der Geistlich- keit in einem Staat od. großen Orte(1703 bei Wächtler), aus lat. ministérium n. Dienst- leistung, Dienerschaft). ministeriàl, adj.: der Staatsregierung angehörig(auch in Zss. Ministeriãlrat usw.) ministeriéll, adj.: vom Ministerium ausgehend, staatsamtlich; regie-

Aus mlat. Adj. ministerialis, frz. mindsteriel. Ministränt, m.(-en, Pl.-en): der dem Prie- ster am Altar Dienende, Meß-, Kirchendiener (Schiller 11, 253), aus lat. ministrans, Part. Präs. von ministräre cbedienen».

Minna, Frauenname, ahd. Minna, mhd. Minne. Es ist das abstrakte Subst. ahd. minna f. Lieben, mhd. minne auch als kosendes, schmei- chelndes Anredewort«Liebchen»(s. Minne).

Minne, f.(Pl.-n, Goethe 3, 21): herzliche Zuneigung, insbes. die geschlechtliche. Mhd. minne, ahd. minna, minja f. Gedenken, Ge- dächtnis an, Gedächtnistrunk, Erinnerungs- geschenk, herzliches Gedenken, herzliche Zu- neigung(wie Liebe), sowohl überhaupt(Gern- haben), als auch im besondern religiöse, freund- schaftliche u. geschlechtliche, später sich be- schränkend auf diese u. zwar allmählich nur auf sinnliche u. zuletzt, als sich in dem Ritter- dienst des Mittelalters der edle Begriff zu dem des sinnlichen Genusses schwächte, auf die sinnlichste geschlechtliche Hingebung, so daß das Wort um 1500 als ein unanständiges ganz gemieden wurde u. nebst seiner Wort- sippe außer Gebrauch kamy; nachdem aber 1758 u. 1759 die Sammlung von Minnesingern durch Bodmer u. Breitinger erschienen war, wurden Minne, minnen, Minnelied usw. als edle altertümliche Ausdrücke durch die jungen Dichter des Göttinger Musenalmanachs von 1773 u. 1774 wieder in Umlauf gesetzt, zu- nächst durch Bürger, Joh. Martin Müller, Joh. Friedr. Hahn. Dazu asächs. minn()a, ndl. min(ne) f.«Liebe, anord. minni n.«Andenken, Erinnerung, Gedächtnis, Gedächtnistrunk», u. weiter got. ganzinpi n.«Andenken», manan «meinen, denken? u. viele andre. Vgl. noch Btr. 30, 251. Urverw. mit lat. memini, remi- niscor æich erinnre mich, gr. uéuovo ich ge- denkey, uiuvncxéiv«sich erinnern?, lit. minti gedenken» usw. Vgl. mahnen. 4 B L. minnen, v.: lieben, mhd. minnen(auch wofür erkennt- lich sein, beschenken), ahd. minn(e)ön, asächs. minniòn, ndl. minnen. Das Wort hatte gleiches Schicksal wie Minne(s. d.). minniglich, adj., mhd. minnec-, minniclich neben minnelich, ahd. minneglich neben minnalih, nhd. 1773 von Voß(Ged. 2, 24) wieder gebraucht. ZUS. Minnelied, n.: Liebeslied, mhd. minneliet n. Minnelohn, m., mhd. minnelõn m. n. Minne- sang, m., mhd. minnesanc m. n. Minne- sänger u. Minnesinger, m.: Sänger d. h. Dichter der Liebe(bei den Deutschen etwa

rungsfreundlich. 1801 bei Campe m.«amtlich». 1170 1300), mhd. minnesenger, minnesinger m.