Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
185-186
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185 Mille

miles m.«Soldat»(s. Mälitär). Schon got. mili- ton«Kriegsdienste tun» aus glbd. lat. malitãre. Mille, n.(unveränderlich): das Tausend. Aus glbd. lat. mille. In neurer Zeit. Milliärde, f.(Pl.-/): tausend Millionen. Aus glbd. franz. milliard m., von lat. mille atausendy, wie auch die folgenden Wörter. 1773 im Orthogr. Handbuch Milliard. Milli- gramm, n.: 10%0 Gramm, u. Millimeter, n., auch m.: /½1% Meter, durch Reichsgesetz von 1868 bei uns eingeführt, aus frz. milli- gramme m. und millimètre m.(s. Gramm u. Meter). Million, f.(Pl.-en): das Tausend- maltausend, 1575 im Garg. 420, u. 1586 im Bodin. 407 Million f., aus ital. milione m., eig. Großtausend, das im 13. Jh. 10 Tonnen Goldes, die Tonne zu 100 000 Stück Landes- münze gerechnet, bedeutet, und so 1448 als milion in den Städtechron. 10, 170, 3 ff. er- scheint. Davon Millionär, m.(-s, Pl.-e): Besitzer einer Million; überaus reicher Mann, aus frz. millionaire m. 1813 bei Campe. Milz, f.(Pl.-en): die braun- od. violett- rote Blutgefäßdrüse in der Bauchhöhle. 1663 bei Schottel u. 1664 bei Duez f.(durch Ein- wirkung des Nd., mnd. milte f., ndl. milt f.), aber bei Opitz, Logau, Lohenstein, 1642 bei Duez Mask., bei Dasypodius, Alberus, Fischart u. noch bei Moscherosch Phil. 2, 28 u. Krämer 1678 Ntr.; mhd. mile(e) n., ahd. milzi n.; dazu mnd. afries.-ags. milte n., ndl.-dän. milt(engl. milt«Milch der männl. Fische»), anord. milti n., schwed. mjälte, aus dem Germ. entl. ital. milza, span. melsa f. Das sicher uralte Wort findet keine genaue Entsprechung in den verwandten Sprachen, vgl. lat. lien, gr. cr«hv, air. selg, mbret. felch, lit. bluænds, apreuß. blusne, abg. slezena, aind. plihan-, aw. Sporaza-. Uber Ver- suche, diese u. die germ. Worte zu vereinigen, s. Idg. Forsch. 23, 158 u. 25, 160. ZUS. Milz- brand, m., 1798 Adelung. Milzsucht, f., 1642 bei Duez; milzsüchtig, adj., mhd. milzsühtic. Mime, m.(-n, Pl.-n): Nachahmer im Ge- bärdenspiel; Schauspieler; bei den Griechen u. Römern ein kleines dramatisches Spiel als dichterische Schilderung der Wirklichkeit. Im 18. Jh. aus glbd. gr.-lat. mmas, gr. iuoc m. Nach dem davon abgel. Adj. gr. Jat. mimicus, gr. uuurxéc bildete sich das Adj. mimisch, u. aus dem Fem. jenes Adj. gr.-lat. mumica (nämlich ars f.«Kunst) das Subst. Mimik, f.: Gebärdenspiel als Kunst. Mina, Mine, Frauenname, Koseform für Wilhelmine(s. d.), oft u. gern in den davon

Mine 186 verschiednen Namen Minna(s. d.) verwandelt. Das Dim. ist Minchen.

minder, adj., Komp. des Begriffes«klein, wenig»: geringer an Raum, Zahl, Wert, über- haupt an Ausdehnung oder Inbegriff. Mhd. minner, minre, im 13. Jh. schweiz. auch schon minder(mit d, das sich zwischen n u./ ent- wickelte), ahd. minniro; dazu asächs. minniro, ndl. minder, afrs. minnira, anord. minni, schwed.- dän. mindre, got. minniza. Im Adv. mhd.-ahd.- mudl.-afrs. min, anord. minnr, midr, got. mins. Urverw. mit lat. minor«kleiner», minimus cKleinst», minuére«mindern», gr. urvéetv, uivò- 9eiv«xmindern, uivuva cein klein wenigo, korn. minow verkleinern», abg. mnjiji«kleiner, ge- ringer», aind. minäti«er minderty. Das nn des germ. Wortes wohl aus ν.. S. mindest. 4B. Minderheit, f., bei Campe, 1787 bei Kramer minderkeit, aber schon ahd. bei Notker minnerheit f. mindern, v.: kleiner machen, mhd. minnern, minren, spätmhd. minder(e)n, ahd. minnirön; dazu Minderung, f., mhd. minnerunge, spätmhd. mind(e)runge), ahd. min- nirunga f. ZUS. minderjährig, adj.: mino- renn, noch nicht in dem Alter stehend, um sich im bürgerlichen Leben selbst vertreten zu dürfen, 1509 bei Brant Laiensp. A 1b u. 1512 in den Reichsordn. 84 b minderjärig. Minder- zahl, f.: Gegensatz von Mehrzahl, bei Campe, dafür schon im 15. Jh. die minner(minder) zal.

mindest, Sup. zum Komp. minder(s. d.). Bei Opitz, Logau, Gryphius, Lohenstein, Hage- dorn Od. 197 minst, zuerst 1691 bei Stieler mindest, bei Günther 60 mindst, mhd. min(ne)st, ahd. minnist; dazu asächs. minnist, ndl. minst, afrs. minnust, minnest, anord. minnstr, schwed. minst, dän. mindst, got. minnists; ungewöhnlich 1482 im Voc. theut. b minderster kleinster». æum mindesten adv., 1711 bei Rädlein und 1561 bei Maaler zum minsten, mhd. ze(zem) minsten, ahd. 2i minniste. mindestens, adv., 1711 bei Rädlein.

Mine, f.(Pl.-n): unterirdischer Gang im Berg- u. Festungsbau, Erzgrube, Sprenggrube. 1601 bei Albertinus Kriegsleut Weckuhr 2, 1616 bei Wallhausen. Aus glbd. frz. mine, ital.'span.-port.-mlat. mina f., wahrscheinlich vom kelt. Stamm mein-, meinn- rohes Me- tally, von dem auch die folgenden Wörter ab- geleitet sind, ir. méin(n) f.«Erz, Metalls, kymr. maoꝝ-n m.«Metall, maoynglauodd Bergwerk». minieren, v.: einen Schacht, Stollen graben, untergraben, 1617 b. Wallhausen Corp. mil. 208 miniren, aus glbd. frz. miner, span.-port. minar,