Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
183-184
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183 Milch

mahlende Tier», zu mhd. milzoen zu Mehl od. Staub machen?. Verw. mit got. malõ f., anord. mölr, schwed. mal, dän. môl m.«Mottey, von got. malan(s. mahlen); dazu abg. mol? m. «Motte», arm. mluren«Wanzes.

Milch, f.: die in Brust od. Euter abge- sonderte, nahrhafte weiße Flüssigkeit; dann auch ihr Khnliches, wie weißer Pflanzensaft (im 12. Jh., s. Wolfsmilch), fließender Same des männlichen Fisches(um 1480 im Voc. inc. teut. d) usw. In urspr. Bed. mhd. mil(i)ch, ahd. miluh f.; dazu and. milukx, mnd.-ndl. melk (mnd. auch«Samen der Fische»), afrs. melok, ags. meolc, meoluc, milc, engl. milkc, anord. molk, schwed. mjölk, dän. mellc, got. milules f. Entl. abg. mlélo n.«Milch». Urverw. mit air. melg n.«Milchy», blicht(aus*nεi, entsprechend anord. mjaltr) u. auch mit lat. lac(Gen. lactis), gr. Tko(Gen. Tdxνaxroc) n.«Milch». Die urspr. Form war wahrscheinlich delakt, die im Germ. u. Kelt. durch Anlehnung an melkcen zu*melak geworden ist. Vgl. Idg. Forsch. 22, 92. Vgl. melk, melken, Molke. 4 BL. milchen, v.: Milch von sich geben, 1691 bei Stieler, anord. mjolka. milchen, adj.: aus Milch bestehend (1561 bei Maaler milchin); milchweiß(dafür im 17. Jh. bei Lohenstein milchern). Milcher, Milchner, m.(-s, Pl. wie Sg.): Männchen der Fische, bes. zur Laichzeit, mhd. im 14. Jh. milcher, im 15. Jh. Milchener; dazu nndl. mellcer (aber mndl. milker«Same des männlichen Fisches?). milchicht, milchig, adj., m%. im 15. Jh. milchecht(Diefenb. gl. 315 b), 1741 bei Frisch milchig. ZUS. Milchbart, m.: erster weicher Bart, 1678 bei Krämer. Milch- brot, n.: Brot aus Teig mit Milch, 1741 bei Frisch. Milchbruder, m.: der mit einem die Milch éiner Amme gesogen hat, 1556 bei Frisius 245 b, dafür milchfridel um 1480 im Voc. inc. teut. q, ahd. spunnibruodar. milech- farben, adj., bei H. Sachs 12, 313 milchfarb, mhd. mälchvar. Milchhaar, n.: erstes weiches Barthaar, 1642 bei Duez. Milchlamm, n.: noch an der Mutter saugendes Lamm, b. Luther 1. Sam. 7, 9 das Dim. milch Lemblin. Milch- rahm, m., mhd. im 15. Jh. milchrüm, im 13. Jh. milchroum m. Milehstraße, f. vonunzähligen Sternchen milchartig aussehende Straße am Himmel, 1654 bei Logau 2, 3, 20 Wilchstraß, dafür im 15. Jh. milicheeg, milchoeg(Diefenb. gl. 255°, nov. gl. 188 2). Milehsuppe, f., mhd. milchsuppe. Milchtopf, m., mhd. milchtopf. milchweiß, adj., mhd. milcherz. Milch- zahn, m., 1575 im Garg. 440 Milchzan.

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mild(e), adj.: aus herzlicher Gesinnung zugeneigt; gern u. freundlich gebend; ange- nehm weich(1483 bei Melber n3 b, vom Wetter Voc. inc. teut. q 3 b um 1480). In den beiden ersten Bed. mhd. milte, milde(auch«freigebig»), ahd. milti; dazu asächs. mildi«freundlich, frei- gebigy, afrs.-ags. milde, anord. mildr, ndl.-engl.- schwed.-dun. mild, got. milds in unmilds clieb- los». Zu gr. Kokguxöc«weich, zart, sanft, lüssigo, udàGu m.«Weichlingy, aind. märdhati cläßt nach, wird lässig». Daneben Formen, die auf idg. d im Auslaut weisen u. andre, die auf-d od.-Ah zurückgehen können. Vgl. Walde unter mollis. 4BL. Milde, f., mhd. milte, milde, ahd. milt f.(neben miltida, got. mildiha f.«Erbarmen»)«Herzensgüte, Freund- lichkeit, Freigebigkeit(diese Bed. noch bei Lessing Nathan 2, 9), anord. mildi f.«Frei- gebigkeit». mildern, v., vom Komp. ge- bildet, spätmhd. im 15. Jh. miltern; davon Milderung, f., 1466 milltrung(Städtechron. 5, 120, Anm. 1). Mildigkeit, f., mhd. milte- c(h)eit, mildlekeit f.«freundliche, herzliche Ge- sinnung, Gnade, Zärtlichkeit, Freigebigkeit⸗. 2ZUS. mildherzig, adj., 1678 bei Krämer; davon Mildherzigkeit, f., 1716 bei Ludwig. mildtätig, adj., 1691 bei Stieler; dazu Mild- tätigkeit, f., 1741 bei Frisch.

Miliéu(spr.iνρ6)S, n.(-S, Pl.-s): Lebens- luft, Wirkungskreis, Umwelt. Schlagwort seit den 70 er Jahren des 19. Jh., das aus glbd. frz. milien m., eig.«Mitte» unter Einfluß einer von Taine begründeten u. von Zola verfochtnen Theorie entlehnt wird.

Militär, m.(-s, Pl.-e): Krieger, Soldat (Schiller an Goethe 6, 30). Militär, n.(*): der Wehrstand, die Gesamtheit der Soldaten (Goethe 43, 1, 268). Aus frz. militaire m. in beiden Bed., die, aus dem Adj. militaire her- vorgegangen, seit Mitte des 18. Jh. sich in Frankreich verbreiteten, von lat. mälitãris«den Kriegsdienst betreffend, zu miles m.(Gen. militis)«Soldat». militärisch, adj., 1694 bei Nehring militarisch, vom Adj. lat. mäli- tãris, frz. militaire. Militarismus, m.(Gen. wie Nom.): Vorherrschen des Soldatenstandes. Schlagwort seit den 60 er Jahren des 19. Jh. Vgl. Ladendorf.

Miliz, f.(Pl.-en): das Kriegswesen; Kriegs- mannschaft, bes. die bloß für den Krieg zu- sammenberufne u. eingeübte. In der 1. Bed. 1694 bei Nehring, in der 2. Bed. 1703 bei Wächtler. Aus glbd. frz. milice, ital. milizia f., von lat. mälitia f.«Kriegsdienst, die Soldaten, zu