181 Miere
Milbe 182
1560 miera. Anklingend gr. uòpunsk m., ßopuat (Hesych), lat. formica f., ir. moirb, kymr. mor, abg.mravij? f., russ. muravé] m., arm. mrdzimn, mrdæiun, awest. maurvaj- m.«Ameise», npers. mor, aind. vamrãs m., vanrl f.«Ameisey. Wie der Zusammenhang herzustellen ist, ist un- sicher. Vgl. noch Walde.
2²Miere, f.(Pl.-n): die Pfianzen roter Hühnerdarm(anagallis arvensis) u. Vogelkraut (stellaria media). Die erste 1574 bei Fischart Onomast. 2182 Mür, die zweite im Hortus sanitatis(15. Jh.) myer, 1540 bei Alberus dict. FF 2»b u. 1546 bei Bock 145 b Meier, mnd. mir.
1 Mies, n. u. m.(-s, Pl.-e): Moos. Noch obd.(els. auch in der Bed.«Sumpfland»). Mhd. mies, ahd. mios m. n.; dazu ags. ε. Ab- lautend zu Moos(s. d.). ZUS. Miesmuschel, f., 1777 bei Adelung.
Mies, Mies-chen, Miesekatze, s. Mietze.
mies, s. mi6.
¹ Miete, f.(Pl.-n): Milbe in Käse, Mehl usw. In Niederdeutschland. 1728 bei Brockes ird. Vergnügen 3, 491 Miete, 1583 bei Thurneisser magna alchymia 1, 15 Meitte, dann bildl. für etwas Geringes, Nichtswertes im ältern Nd. u. Mhd.(16. Jh.) Meit(e), Mit zur Verstärkung der Negation(nicht ein Meit). Mndl. mijte f. «Milbe⸗, dann«kleineschlechte Kupfermünzey, ags. mite f.-Milbey, engl. mite(auch geringe Kupfermünze), ahd. miza f.«Mückes, auch mnd. mitse«kleine Mücke», zu ahd. meizan, anord. meita, got. maitan æschneidem, also eig. Nage- wurm». Aus dem Germ. entl. frz. mite, span. mita f.«Milbes, frz. cauch kleine Kupfermünzev.
„²Miete, f.(Pl.-n): regelmäßig aufge- schichteter Haufen Stroh, Heu od. Garben; Fruchtgrube mitkegelförmiger Erdbedeckung. Nordd. In der 1. Bed. 1741 bei Frisch u. 1768 im brem. Wb. Mite, ndl. 1598 miſte f., mlat. mita, aus lat. möta f.«kegelförmiger Heuschober?.
² Miete, f.(Pl.-n): Lohn od. Gegenleistung für vertragsmäßige Dienstleistung oder Be- nutzung; auf einem Vertrage beruhendes Ver- hältnis zwischen dem Benutzenden u. dem zur Benutzung Gebenden. Mhd. miet(e), ahd. miata, mieta, méta f.«Lohn, Bezahlung, Gabe an jemand; dazu asächs. méda«Lohno, afrs. méde, mide, meide, meithe, ags. méd, engl. meed, da- neben ags. meord, meord, meard f., got. mizdõ f. «Lohny, so daß Ausfall eines-S anzunehmen wäre(bestritten von Wood Idg. Forsch. 13, 121). Urverw. mit gr. Licéòc m.«Lohn, Mietey, abg. miedaf.«Lohn, Belohnung, Vergeltung», awest. miæεdda- n.«Lohnꝰ, npers. mad Lohn?, aind.
michäm n.«Wettkampf, Kampfpreis». 4BL. mieten, v., mhd. mieten, ahd. miaten, mietan clohnen, bestechen, in Lohn nehmeny, asächs. médian«bezahlen». Mieter, m.(-s, Pl. wie Sg.): der zur Miete wohnt, 1691 bei Stieler, mhd. miefcre m.«Mietling», ahd. métari m. «wer gern gibt, der Mildtätiges. Mietling, m., mhd.(md.) miet(e)linc m. ZUS. Mietmann, m.(Pl. Jeute): Abmieter, 1664 bei Duez, mhd. mietman(Pl.-liute)«Lohnarbeiter, Tagelöhners. Mietzins, m., 1691 bei Stieler.
Miez(e), auch Mies, f., Kosename für Maria (bayr. Miez) und Minna(Schiller 4, 184, 188 Miezchen), ndl. Mielje«Mariechen, dann nordd. u. md.«trauliche Benennung der Katze», ähnlich gebildet wie die traulichen Bezeichnungen Petz u. Spatz von mhd. ber u. Spar«Bär u. Sperling?. Auch bei Shakespeare Macbeth 1, 1 heißt die Katze Gray-malkin, Grag-malken, d. h.«grau Mariechen⸗, denn Malkin ist kosendes Dim. von Mary Marie». Vgl. Hinze(eine Kose- form von Heinrich) als Name des Katers in der Tierfabel. Dazu das Dim. Miezchen, n.: Kätzchen, bei Voß Allegro 260 Mies-chen. Davon verschieden bayr. Milz, Mutz f. Katze?, wetterau. mit Nasal Minsch, Munsch f., die an ital. miccia, maccia, muscia, span. miza, miæ f.«Katze, ital. miccio, muccio m.«Kater⸗ anklingen. Vgl. Miele.
Mignon(spr. minjo), m.(*J, Pl. s): Lieb- ling. 1703 bei Wächtler. Bei Goethe im Wil- helm Meister Name eines lieblichen weiblichen Wesens. Das frz. mignon m. Liebling, Schoß- kindy, nicht sicher erklärt.
Migräne, f.: einseitiges Kopfweh. 1727 bei Hübner in frz. Form. Das frz. migraine f., aus mlat. hemigrania, hemigranea, von gr. u xpavia f.«Schmerz des halben Kopfess(fn- chalby u. Kpuviov n.«Schädel»).
Mikrosköp, n.(-es, Pl.-e): Vergrößerungs- glas, eig.«Werkzeug, kleine Dinge groß zu sehen⸗, von gr. uixpôc cklein» und cxoneiv «schauen, spähen», 1709 bei Hübner Micro- scopium n. 4BL. mikrosköpisch, adj., bei Schlosser Antipope 167.
Milan, m.(-S, Pl.-e): Gabelweihe, falco milvus. 1777 bei Adelung Milane f. u. Milan m.(Gen.-en, Pl.-en). Als Jagdvogel des 18. Jh. aus frz. u. prov. milan, span. milano m.«Hühner- geier», von lat. miluzus m.«Gabelweihey.
Milbe, f.(Pl.-n/): kleines achtfüßiges In- sekt im Mehl, alten Käse usw. Mhd. milawe, spätmhd. milbe, frühnhd. milenve, ahd. mil(i) wa f., mnd. mele, eig.«das zu Mehl oder Staub
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