Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
171-172
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Merle

Messer 172

verbreitet. Wohl Gen. von Merk«Merkzei- chen, Markey. Um 1480 im Voc. inc. teut. n 5 b. Merle, f.(Pl.-n): Amsel. Bayr. Im 15. Jh. merl(e) f., mhd. das Dim. merlin n., aus glbd. ital. merla f., von lat. merula f.«Amselv. meschänt, adj.: schlecht, garstig, boshaft,

schändlich. 1714 bei Wächtler mechant, aus

frz. méchant«elend, schlecht, boshafty, aus lat. minus cadens«schlechter fallendy.

meschügge, adj. verrückt. Judendeutsch. Aus glbd. hebr. meschuggã.

1 Mefß, n.(Gen. Messes, Pl. Messe): ein Hohlmaß für Früchte, Wein usw.; Holzmaß (etwa eine Klafter). Obd., auch fränk. Mhd.- ahd. mez n.«Flüssigkeits- od. Getreidemaf. Von messen(s. d.).

2 Meß, ¹Messe, f.(Pl.-/): Speise- und Wohnraum der(See)offiziere. Aus engl. mess «Gericht, Speise, Tischgesellschafty, mengl. me(e)s, von afrz. mes, nfrz. mets, ital. messo m., von lat. missum das aus der Küche Ge- schickte, das Aufgetragne».

2Messe, f.(Pl.-n): die hohe feierliche Handlung des Priesters in der kathol. Kirche, den wahren Leib und das wahre Blut Christi in den Gestalten des Brotes und Weines Gott zu opfern, als unblutige Erneurung des Opfers Christi; die bei dieser Handlung vorgeschrieb- nen Gebete u. Gesänge; großer mit besondren Vorrechten und Freiheiten versehner Waren- verkehr durch ausgebreitete Zusammenkunft von Verkäufern und Käufern an einem Ort und während lüngrer Zeit, großer Jahrmarkt mit Vorrechten; Geschenk von einem solchen Warenverkehr, Meßgeschenk. Mhd. mess(e), misse, ahd. messa, missa f.«kirchliche Messe, Feiertag von Heiligen⸗, im 14. Jh.(1329 bei Böhmer cod. dipl. 505, aus Frankfurt a. M.) cbevorrechteter Markt, Jahrmarkty, weil man einen solchen schon früber mit einem kirch- lichen Feste gern verband. Dazu ags. mœsse, messe f., engl. mass«kirchliche Messe»(Fest, in Christmas), anord. messa f. ckirchliche Messe, Festtag von Heiligen». Aus dem, seit dem 4. Jh. üblichen lat. missa f.«Entlassung, zuerst und vorzugsweise die der kirchlichen Versammlung, dann die Abendmahlshandlungo, ferner die obige feierliche Opferhandlung des Priesters», endlich«Festy. Das lat. Wort ging hervor aus lat. ite, missa est(nämlich concio)«geht, sie(die gottesdienstliche Ver- sammlung) ist entlassen», oder bloß missa est, womit in der alten Kirche die durch Unter- richt noch nicht völlig Gereiften vor der öffent-

lichen Abendmahlshandlung entlassen wurden, da sie an dieser nicht teilnehmen durften 2ZUS. Mess(e)diener, m.: der bei der Messe den opfernden Priester mit Stimme und Hand Unterstützende(Schiller M. Stuart 1, 4), vgl. Meßner. Meßgewand, n:: das Priestergewand bei der Messe, mhd. mess(e)gewant n. Meß- opfer, n.: kirchliche Messe, 1678 bei Krämer.

NMeßtag, m., mhd. messetac m.«kirchlicher Festtag, Kirchweihe», im 15. Jh.«Jahrmarkty.

messen, v.(Präs. Messe, missest, mißit, Prät. maß, Konj. müße, Part. gemessen, Imp. miß):(trans.) mittels einer bekannten Größe die Ausdehnung, den Umfang oder die Menge von etw. bestimmen;(refl.) die eignen Kräfte od. Eigenschaften mit denen andrer vergleichen oder im Wettstreit versuchen(1760 bei Heil- mann Thucydides 620, schon bei Luther 2. Kor. 10, 12 sich prüfend schätzen», im Sinne von «sich vorziehen, wo got. sic mitan);(intrans.) ein gewisses Maß haben(1777 bei Adelung). In der 1. Bed. mhd. mezzen(auch zielen, zu- teilen, gestalten, vergleichend betrachten, über- denken, prüfen, Prät. magz, Plur. mãzen, Part. gemezzen), ahd. mez(z)an(auch wägen); dazu asächs. metan, ndl. meten, afries. meta, ags. metan(auch wofür halten, schützen), anord. mela(nach Wert bestimmen, abschätzen), schwed. mäta, got. mitan. Urverw. mit lat. modius m.«Scheffel⸗, modus m.«Maßꝰ, medi- täri«überlegen», gr. üedec9o«erwägen, Sorge tragens, uédovrec Pl.«die Berater, Herrscher?, uédiuvoc m.«Scheffelo, uerpov«Maßo(aus mecl- kron), air. midiur æich urteile, schätzen, arm. mit«Sinn, Gedanke», aind. mastis«das Messen, Wägen», vgl. Walde. Daneben eine Wurzel -, möt-. S. Maß, Meß, Metze. 4BL. Messer, m.(-, Pl. wie Sg.): der Messende, mhd. mezzœre, megzer, ahd. mezzari m. ZUS. Meß- kette, f.: Kette des Feldmessers zum Messen, 1580 bei Sebiz Feldb. 471. Messung, f., spät- mhd. mezzunge f.

Messer, n.(-s, Pl. wie Sg.): Schneide-, auch Stechwerkzeug, aus Klinge und Heft bestehend. Mhd. mez(z)er, frühmhd. mezzir, ahd. mezers, vollständiger mezzires, mezziras, älter mezzirahs, mezzarahs, mezzisahs u. maz- sahs n., noch ndrhein. im 12. Jh. megses(Rother 2517); dazu and. mezas, d. i. met-sas(in mezas- kõöp«Messerkauf»), mnd. messet, metset, mest, mezces, mes, ndl. mes, ags. meteseaæ n. Eig. Schneidewerkzeug zum Zerlegen der Speise, zgs. aus ahd. maz n.«Speise», eig.«das Zuge- meßne, Zugeteilte»(Pl. mezzi; dazu asächs.