Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
167-168
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167 Membrane

Mensch 168

Mehl, wie mhd. milebom(Diefenb. gl. 324, 13. 14. Jh.) neben melhoum«Mehlbaum»(s. d.).

Membräne, f.(Pl.-/): Haut; Pergament, Handschrift auf Pergament. Mhd. membrãne f., got. maĩõmbrana m.«Pergaments, aus lat. mem- brãna f. Haut, Pergament»(woher biblisch-gr. uslßpvd f.), zu lat. membrum n.«Körpergliedn.

Memme, f.(Pl.-/): Feigling. 1541 bei Luther 7, 426 4) feltflüchtige Memme. Eig. Mensch, der zu nichts anderem als zum Kinder- warten taugt(1669 bei Prätorius Glücktopf 436 Memme oder Muhme), M. bed. ursprünglich «Mutterbrust», dann«Mutter».

Memoiren(spr.-oären), Pl.: Denkwürdig-

keiten, historische Aufsätze mit Hervorhebung d. eignen Erlebnisse des Verfassers. Bei Goethe

41, 2, 269; bei Herder u. Schiller Memoires. Aus glbd. frz. mémoires, Pl. zu mémoire m.«Denk- schrift», von lat. memoria f.«Gedächtnis, Er- zählung, Geschichtsbuch»(woher mhd. membrje f.«Gedächtnis»), zu lat. memor ceingedenk». memorieren, v.: auswendiglernen, 1571 bei Rot. Aus lat. memorãäre cin Erinnerung bringen», von lat. memor ceingedenk». Menagerie(spr.-azeri), f.(Pl.-n): Haus, Bude, Garten zum Halten u. Sehenlassen wilder Tiere. 1712 bei Hübner. Aus glbd. frz. ménagerie f., eig.«Vieh-, Hühnerhof, Tier- garten», von frz. ménager m.«Haushalterv, me

nage m.«Haushalt, Wirtschaft, afrz. mesnage, von mlat. mansionaticum n.«Haushaltung», zu

lat. mansio f.«das Bleiben, Wohnung, Hauso».

Menge, f.(Pl.-n): Vielheit, große Zahl. Mhd. menige, mene)ge, auch menie u. menigin, ahd. managin), menig f., dazu asächs. menigi, ags. men(i)gu, got. managei f., von mhd. manec, ahd. manag(s. manch, mannig).

mengen, v.: unter- und durcheinander kommen machen. Mhd. mengen, aufgenommen aus dem Md. u. Ndd., md. mengin, mengen, mingen, asächs. mengian, ahd. nur einmal fränk. chimenghide«gemengte, vermischte»; dazu nndl. mengen, afries. mengia, ags. menſ(c)gan, engl. mingle. Dazu die Präp. mang(s. d.), ferner md. im 14. Jh. gemanc m. Gemenge», asächs. gimang, ags. gemong n.«Gemenge, Haufe, Schars. Wohl urverw. mit lit. monkiti c-kneten, abg. mekäkä«weich». Vgl. Zupitza 135. 4. BL. Mengsel, n.(*s): Gemengtes, 1597 bei Colerus Hausb. 4, 185 mengsall, 1731 bei Zincke öcon. Lex. 1872 Mangsel, 1680 bei Hoffmannswaldau Heldenbr. 10 Mengseln.; dazu clev. 1477 mengsel, ndl. 1598 menghsel n. Mennig, m.(-J, Pl.-e): aus Blei gewonnene

gelblichrote Farbe. 1482 im Voc. theut. t 8 b menig, 1420 menige(Diefenb. gl. 362 b), spätmhd. mini(g), minge, spätahd. minig n. u. Dat. mintin (Ahd. Gl. 2, 681, 1). Aus lat. minium n.«Berg- zinnober, Mennig»(nach Properz?, 3, 11 span.).

Mensch, m.(-en, Pl.-en), im allgemeinen Sinne; dagegen n.(es, Pl.-er): kräftige Weibs- person,(ländlich-derb) Geliebte,(dann verächt- lich) unzüchtige, leichtfertige Weibsperson. Im allgemeinen Sinne älternhd. Mensch(e) m. n., mhd. mensch(e) m. n., frühmhd. mennische), menniske, ahd. mannisco, mennisko, mennisgo, mennischo m.; dazu asächs. mennisco m., mnd. minsche, mensche, ndl. Rensch m., afries. man- niska, menneska, menska, minscham.«Mensch), ags. mennisc n.«Menschheit, Volk». Eig. das subst. gebrauchte Adj. mhd. mennisch, ahd. mennisc, asächs. mannisc, mennisc, ags. mennisc, anord. menskr, got. manniskes«menschlich, von ahd.-asächs.-ags. man, got. manna m.«Mensch, Manny(s. d.). Kluge ZfdW. 2, 44 leitet es von

Mannus(Germ. 2), dem angeblichen Stamm-

vater der Germanen, ab. Im 16. Jh. beginnen

sich der Mensch und das Mensch zu scheiden,

indem sich das letztere mehr und mehr auf den Begriff der weiblichen Person beschränkt (bei Luther 5, 2642, Sastrow 1, 22 und 286 Menschſe] n.), im 14. Jh.«Dienender oder Dienende, Knecht, Magd»(die Bed. Dienst- magdy bis ins 18. Jh.), im 16. Jh. bei Schwei- nichen Kammermensch n.(Kammerfräulein), in der Zimm. Chron. ² 4, 159, 42 menksch n. «Beischläferin»; die starke Biegung tritt statt der frühern schwachen seit dem 17. Jh. auf. Pl. Menscher 1624 bei Opitz Poeterey 25, da- nach Gen. Sg. Mensches, Dat. Mensche bei Adelung. 4L. Menschheit, f., mhd. ensch- (h)eit f., frühmhd. mennisgheit, mennischeit, «Wesen und Leben eines Menschen, Gesamt- heit der Menschen, Mannbarkeit⸗, ahd. mennisg- heit f. cmenschliche Natur». menschlich, adj., mhd. menschlich, frühmhd. mennisch-, menneschlich, ahd. manise-, menisc-, mennisclih, im Adv. mhd. menschliche n), ahd. mennisc- cho; in der Bed.«schonungsvoll, barmherzig» 1691 bei Stieler; dazu Menschlichkeit, f., mhd. menschlicheit f., in der Bed.«Mitgefühl, Erbarmen 1642 bei Duez«humanitass. Z0S. Menschenalter, n.: Zeitalter, 1663 bei Schup- pius 780. Menschenfeind, m., 1540 bei Al- berus dict. r 2 b. Menschenfresser, m., bei Opitz, 288 Amst., dafür mhd. menschenvrägm. Menschenfreund, m., bei P. Fleming 9u. 118. Menschenfurcht, f., bei Gellert 2, 184. Men-