Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
163-164
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163 meist

Melde 164

Von ahd. meizan(s. 1 Meißel), gleichsam das Abgestoßne, Abgeschabte».

meist, Sup. zum Komp. mehr(s. d.). Als Adj. mhd. u. ahd. meist, asächs. mést, mndl. meest, ags. mcst, engl. most, anord. mestr, got. maists«größt»(-ists ist Superlativsuffix wie in got. batists«besto, ahd. bezzis!), oberd. u. md. vom 15.18. Jh. die Nebenform meinst; als Adverb das Ntr. im Akk. Sg. ahd. meista, mhd. meiste, u. unflekt. ahd.-mhd. meist(am meisten, höchstens, ganz besonders, möglichst), ags. mcst, got. maist(aufs meiste, höchstens). Das Adv. am meisten zuerst im 15. Jh., meistens 1654 bei Logau 2, 3, 58. ZUS. meistbietend, adj., 1712 bei Hübner 134 subst. der Meist- bietende. meistenteils, adv., zwei Gen. Sg., 1664 bei Duez; ndl. 1598 meestendeels; dafür mhd. meisteil, zwei Akk. Sg.

Meister, m.(-s, Pl. wie Sg.): Vorgesetzter, Vorsteher(meist in Zss. Bürger-, Hoch-, Jäger-, Rotlmeister); Lehrer(in Luthers Bibelüber- setzung, jetzt nur noch in Zss. Schreib-, Schul-, Syrachmeister); der Größte, Kunstverstän- digste, Tüchtigste, Geschickteste worin; W9erk- u. Lehrherr. Mhd. meister, alem. mit Nasal meinster, md. méster, ahd. meistar, maistar m. «Lehrer, Erzieéher, Werkmeister, Künstler, Aufseher, Vorsteher, Oberhaupt», mhd. auch «Vorbild, gelehrter Dichter bürgerl. Standes, Meistersänger, Handwerksmeister, Gemeinde- vorstand, Stadtmeister, Herr über jem., Be- sitzer?; dazu asächs. méstar, ndl. meester, ags. magister, mœgister, anord. meistari m., schwed. mãstare, dun. mester. Aus lat. magister m. Vorgesetzter, Vorsteher, Lehrerv, woher auch frz. madtre, afrz. maistre, ital. maestro m., engl. master, mister. S. Magister. 4B L. meister- haft, adj., 1691 bei Stieler, meisterhaffptig 1541 bei Frisius 432 b. Meisterin, f., mhd. meister in(ne), ahd. meisterina, meistrinna, da- neben meistra f. meisterlich, adj., mhd. meisterlich, auch meinsterlich, ahd. meistarlich, im Adv. meisterlicho, mhd. meisterliche«den Anforderungen der Kunst entspr. meister- los, adj., mhd. meisterlös. meistern, v., mhd. meistern, alem. meinstern«den Oberbefehl führen, leiten», dann«kunstreich schaffen, ein- richten, lehren, erziehen, erziehend strafen), ahd. meist(eyrön«vorstehen, beherrschen, an- ordnen»; davon Meisterer, m., ahd. maist a)- rari m.«Vorgesetzter, Vornehmster, höchster Beamter». Meisterschaft, f., mhd. meister-, auch meinsterschaft, ahd. meistarscaft f.«Ge-

sterrecht, n., mhd. meisterreht n. Meister- sänger, ursprünglich Meistersinger, m.: deutscher Dichter bürgerlichen Standes, der das Dichten zunft- u. schulmäßig ausübt, wie es um den Anfang des 14. Jh. begann u. im 16. Jh. auf seine äußerste Spitze gelangte, im 15. Jh. meistersenger m., dagegen mhd.(gegen 1290) meistersinger m.«Singer(Dichter) eines Liedes, das allen als Muster dienen kann, in seiner Kunst ausgezeichneter Dichter». Diese Dicht- u. Sangübung heißt Meistersang, mhd. meistersane m. od. Meistergesang, im 15. Jh. meistergesanc m. Meisterstück, n., bei Lu- ther 6, 38 W. meyster stuck. Meisterwerk, n., 1691 bei Stieler; in der Bed.«Handwerk eines Meisters» in den Nürnb. Pol.-Ordn. des 15. Jh. S. 26. Meisterwurz, f.: die Pflanze impera- toria ostruthium, spätmhd. im 15. Jh. meister- wortze f.; der Name daher, daß sie, wie 1587 Lonicerus 207² sagt, der fürnembsten Kreuter eins. so zu vielen Gebresten dienlich, u. 1546 Bock 164 b das gantz geibechs ist scharffer natur, vber alle wurtz.

Melancholie, f.(Pl.-n): Schwermut, Trübsinn. 1355 im md. Schachbuch 276, 35 melancol? f., von gr.-mlat. melancolia, gr. uekaTxox¼ia f.«Trübsinny, eig.«Schwarzgallig- keit», nach alter Anschauung Krankheit durch die sich ins Blut ergießende u. verbrannte Galle, zgs. aus gr. ueXac«schwarz» u. Xοoc m., Xo«h f.«Galle». melanchölisch, adj.: schwermütig, trübsinnig, im 16. Jh.(Maaler 1561, Luther bei Mathesius Hist. Luth. 1576 S. 143 4), von gr.-lat. melancholicus, gr. ueXcr- XoNixòc«schwarzgallig, voll schwarzer Gallep.

Melanie, Frauenname, aus gr. Jat. Melania; gr. Hexovia f.«Schwärze», zu uekac«schwarz).

Melässe, f.(Pl.-/): brauner Sirup, Zucker- hefen. 1773 bei Amaranthes Melasse«zucker- honig». Aus glbd. frz. mélasse f. u. dies aus span. melaza von lat. mel n.«Honigy.

Melber, m.(-s, Pl. wie Sg.): zünftiger Mehlhändler. Bayr. Mhd. 1347 melbœr, 1414 melber m., abgeleitet von Mehl(s. d.).

Melchior, Mannsname, mhd. Melchlor, eig. «König des Lichtes», aus hebr. melech m. «Königy u. ör m. Licht.

Melde, f.(Pl.-n): die Pflanze atriplex. 1546 bei Bock Milten), spätmhd. melden), milde, milten, malt(e), molten, malte, im 14. Jh. bei Megenberg molt, spätahd. melda, malta, molta, muolta f.; dazu mnd.-mndl. im 14. Jh. melde f., ags. melde f., aschwed. mdâld f., molde m.,

lehrsamkeit» u.«höchste Kunsty. ZU0S. Mei- schwed. mäll, molla, dän. meld. Wohl urverw.