Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
161-162
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161 Meineid

Meibel 162

rmei, gr. uoi mit Suffix-no-. ZUS. meiner- seits, adv., 1616 bei Ludwig meiner-seits, zwei Gen. Sing. mit angetretnem adverb. S. meinesgleichen, erstarrte Gen.(s. gleich), 1519 bei Murner Geuchm. 42 myns glich. Meineid, m.(Jels, Pl.-e): wissentlich fal- scher Eid, eidlich gegebne u. dann gebrochne Zusicherung. Mhd. meineit, ahd. meineid m.: dazu and.-afrs. ménéth, ndl. meineed, ags. mãndd, anord. meineidr m., schwed.-dän. mened. Im Ahd. u. Mhd. auch meiner eit. Zgs. mit dem Adj. mhd.-ahd. mein(e) cfalschy, mnd.-afrs. mén, ags. mãn, mcẽne«falsch, verbrecherisch», anord. meinn«schädlich», als Subst. ahd.-mhd. mein

n. m.«Falschheit, Verbrechen, Missetat, Freveln,

auch«Schädigung, Unglück», asächs. mén, ags. mün n. Unrecht, Verbrechen⸗, anord. mein n.

«Schaden, Beschädigung, Unglück», schwed.-

dän. men«Schaden»; urverw. mit lit. manas m. Tauschy, abg. mena f.«Veränderungy. Wei- teres Idg. Forsch. 18, 271. wicklung wie in Tausch zu fäuschen. 4BL. meineidig, adj., mhd. meineidec,-eidic. meinen, v.: woraufhin denken, im Sinne haben; gesinnt sein gegen; in Herz und Simn zugeneigt denken an, herzliche Zuneigung fühlen gegen, lieben(mhd., und im 18. Jh. wieder belebt); beabsichtigen; den Sinn haben, bedeuten; andeuten, zu verstehen geben; im Sinne haben, aber ungewiß, ob übereinstim- mend mit der Wirklichkeit od. nicht. In die- sen Bed. mhd. meinen, ahd. mein()an, später vereinzelt meinön; dazu asächs. ménian«im

Sinne haben, bezwecken, bedeuten, erwähnen?,

ndl. meenen, afries. ména, ags. mcnan(auch

klagen), engl. mean, aber spätanord. meina

im 15. Jh. aus dem Deutschen entl., schwed. mena, dän. mene. Urverw. abg. meniti(Präs. menja)«meinen, bezeichnen, bedeuten, er- wähnen». Auch gr. uevotvdv«im Sinne haben, gedenken usw.y gehört dazu. Vgl. Idg. Forsch. 12, 152 u. noch Btr. 26, 303. 4 L. Meinung, f, mhd. meinunge f.«Sinn, Bedeutung, Gesinnung, Absicht, freundliche Gesinnung, Liebe», ahd. meinunga f.«Sinnesansicht. Die öffentliche Meinung 1798 bei Wieland 31, 304 nach frz. opinion publigue, dafür 1691 bei Stieler ge- meine Meinung, 1541 bei Frisius 613 b geder- mans meinung. Vgl. Ladendorf. meinethalben, zusammengerückte Dat. Pl. mit t u. wegen des vorausgehenden/ ge- schwundnem n, mhd. minenthalben, minthalben,

vollständig von m'nenthalben, urspr. von minen halben, von mhd. halbe f.«Seiten(s. halb);!

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

Bedeutungsent-

im Ahd. setzte man den Akk. Sg. mina halbun cmeinethalben, meinerseits. Daneben meinet- halb, mhd. minenthalp, im 15. Jh. minthalb, eine wohl durch Einwirkung von glbd. mhd. mänhalp(eig. Akk. Sg.) entstandne Kürzung von minenthalben. meinetwegen, 1659 bei Butschky Kanzl. 603 meinet awegen, bei Luther von meinet wegen u.(Werke J. 6, 116 b) von meinen wegen, wie mhd. von dinen wegen, Dat. Pl. von mhd. wec m. der Wegy. meinet- willen, 1561 bei Maaler umb meinetawillen, bei Luther Matth. 5, 11 umb meinen willen; dafür md. im 13. Jh. durch minen willen, mhd. duarch den awillen min«um meinetwillen. meinige, adj. Bildung im Sinne des Posses- sivpronomens mein, immer mit Art., 1593 bei Helber 27(Ndr.), vgl. seinig. Meiran, s. Majoran. I Meise, f.(Pl.-n/): der kleine Singvogel parus. Mhd. meise, ahd. meisa f.; dazu mnd. mese f. u. Dim. meseke n.(auch md. Mehse f. 1599 bei Colerus), ndl. 1598 meese, jetzt mees, ags. mãse f., engl. mit Umdeutung tit-mouse, anord. meisingr m.(daraus entl. frz. mésange f. «Meise»), schwed. mes, norw. meis. Dazu kymr. maoyalch«merula, turduss aus*meisalko, korn. moelh, bret. moualch«Amsel» u. viel- leicht lat. merula f.«Amsel». Vgl. Walde. ² Meise, f.(Pl.-n): Tragreff zum Tragen auf dem Rücken. Noch schweiz. Meise und bayr. Mais f.«Tragreffy, westfl. Mese f.«Korby. Mhd. meise, ahd. mei(s)sa f.«Tragkorb, Trag- reffy; dazu mnd. mese, meise f.«Maß für trockne Sachen», anord. meiss m. Korby, norw. meis«Korb, Weidengeflecht als Trag- gerät», älterdän. mees, schwed.-dial. mes, meis «Rückenkorb». Nach einigen urverw. mit lit. mäisas m.«gestricktes Heunetz», lett. ma'iss ¶Sack), apreuß. moasis Blasebalg, abg. mechä m. Fell, Schlauch, Sack», aind. εα‿3αχ‿α αwWidder, Felly, awest. massa- m.«Schafy. Besser stellt Lidén Btr. 15, 512 das Wort zu anord. meita abhauen, schneiden, s. Meißel.

1 Meißel, m.(-S, Pl. wie Sg.): schmales Eisen mit einer Schneide zum Abstoßen, Aus- höhlen usw. von Stein, Holz u. a. Mhd. im 12. Jh. maizel, ahd. meizil m.; dazu anord. meitill m.(entl. schwed.-dun. meisel). Von mhd. meizen(noch bayr. maißsen), ahd. meizan, got. mäitan, anord. meita chauen, schneiden). S. Maiß u. Steinmetz. Davon meißeln, v., mhd. meizeln.

²2Meißel, f.: Scharpie. Mhd. meizel m., da- neben eweizel m., noch bayr. Maißel, Waißsel m.

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