155 Medium
Meer 156
Medium, n.(s, Pl.-ien): Mittler. Das N. des lat. Adj. medius«mitten, durch den Spiritismus im 19. Jh. aufgekommen.
Medizin, f.: Heilmittellehre, Arznei-, Heil- kunde; Arznei, Heilmittel. In der 1. Bed. 1550 bei Alberus Fab. 48, 29 Mecdicin f., in der 2. Bed. 1495 in der Kölner Gemma N 7 b medicyn, in beiden Bed. 1477 clev. medlicijn f. Aus lat. medicina f.(näml. ars«Kunst, Wissenschaft) «Heilkunden, dem subst. Fem. des Adj. medi- Gnus czur Heilung gehörigy, von lat. medlicus m. Arztꝰ, medéri cheilen». medizinäãl, adj.: zur Arznei gehörig, aus glbd. lat. medicinälis; damit 2gs. Medizinälgewicht, n. Apotheker- gewicht, u. Medizinälrat, m. Mediziner, m.(-S, Pl. wie Sg.): die Heilkunde Studieren- der, bei Lessing 1, 64; aber frühmhd. medi- cinãre m. u. 1477 clev. medicijnre m. Arzt. medizinieren, v.: Arznei gebrauchen, 1717 b. Nehring, mlat. medicinare; 1703 b. Wächtler cheilen, kurieren». medizinisch, adj., 1694 des getreuen Eckarths medicinischer Maul- affe. Medikamént, n.(-s, Pl.-e): Arznei, 1571 bei Rot, aus lat. medicãmentum n. Medi- käster, m.(-s, Pl. wie Sg.): Quacksalber, bei Goethe 43, 135, aus frz. médicastre m.
Medum, m.(-s): bestimmte Abgabe von Gut. Kurhess., auch Medom. Mhd. médeme m. cauf einem Grundstück haftende Naturalab- gabe», asächs. médom m. Kostbarkeit, Gabe» (nur im Pl. méchnos), ags. mãdun m. u. anord. meichn f.(nur im Pl. meidmar)«Kostbarkeit, Schmuck», got. mäipms m.«Gabey. Abge-
leitet von got. maidjan«verändern», urverw.
mit lett. mietöt«austauschen», alat. moitäre, lat. matare«verändern, verwechseln, gr. sizil. uotroc m.«Dank, Vergeltung, Erwiderung». Eine verengerte Bed. liegt vor in mhd. eiddem m.«Hengst, Wallach»(s. Meiden).
Meer, n.(-els, Pl.-e): das große, das Land umgebende Wasser; große von Land umgebne Wassermasse;(im Nhd. auch bildl.) überaus große Menge. Bei Luther Meer, mhd. mer n., selten mere, ahd. mari, meri m. n. u. f.; dazu asächs. meri f., ndl. neer n.(aber meir n. «der See»), ags. mere m.(auch stehendes Ge- wässer, Sumpf), engl. mere u. mer-, anord. marr m., schwed.-dän. mar-, got. marei f.«Meer? u. mari-saitos m.«der See?, afries. mar m. «Graben, Teich». Urverw. mit lat. mare n. &Meery(gr. dudpa f. Graben, Abzugsgraben»), air. muir«Meer», lit. märés Pl. ᷣHaffy, abg. morje n.«Meer, vielleicht auch mit aind. mãrjãdã f.«Meeresküste, Grenzey u. miras m.
«Meer, Grenze»(unbelegt), falls mind. aus *mearja-. Vgl. Brackwasser, Marsch, Moor u. Seec. Das hohe M., md. im 14. Jh. daz höhe mer«die tiefe, weite(offne) See». ZUS. Meer- busen, m., 1605 bei Hulsius dict., dafür 1533 bei Boner Thucydides 62 Meerschoß. Meer- enge, f., 1678 bei Krümer. Meerflut, f., 1616 bei Henisch, ags. mereflöd m.; 1739 bei Brockes ird. Vergnügen 6, 554 Meeresfluth. Meerkalb, n.: der gemeine Seehund, phoca vitulina. Mhd. merkalp, ahd. merichalb n., Obersetz. der lat. Benennung vitulus marinus (der Name, weil dieses Meertier wie ein Kalb brüllt). Meerkater, m.: Männchen der Meer- katze(Goethe 14, 114). Meerkatze, f.: lang- geschwänzter Affe, mhd. mer()ltze, ahd. mer- kazza f., clev. 1477 merkat f., weil das Tier über das Meer, aus Afrika, zu uns gebracht worden ist u. einen langen Schwanz wie eine Katze hatte. Meerkuh, f.: die Walroßart trichechus Manati, Anfang d. 15. Jh. merkue (Diefenb. gl. 241 2), and. merikô f.«Meerkalb, Seehund». Meerlinse, f.: die auf dem Wasser schwimmende grüne Entengrütze, lemna, 1482 im Voc. theut. vb merlinse. Meerochse, m.: Walroß, wie Meerkun(s. d.), mhd. merohse m., auchmerrintn. Meerpferd, n.: das Flußpferd, hippopotamus, spätmhd. erphert. Meerret- tich, m.: die Pflanze cochlearia armoracia, insbes. ihre Wurzel. Bei Herr Columella 1538 Meerrettig, 1546 bei Bock 2804 Meerrhelich, mhd. merretich, ahd. meriratich, merratih m., wahrscheinl. ⸗Sumpfrettich» von Meer«Sumpf, Graben». Vgl. Hoops Btr. 23, 559. Verkürzt im 15. Jh. mirrich, mirch(Diefenb. gl. 4845), merrich(nov. gl. 313 b), daher noch wetteran. Mirch, hess. Werchhorn. Vgl. Kren. Meer- schaum, m.: Schaum vom Meer, Algen(1482 im Voc. theut. v2à merschewm, 1477 clev. meer- schuym, s. Diefenbach gl. 21); Art Speckstein, die man seit Anfang des 18. Jh. zu Tabaks- pfeifenköpfen verarbeitet, benannt nach Aus- sehen u. Gewicht, indem man sie für ver- härteten Schaum des Meeres hielt. Vgl. ZfdW. 7, 292. 1734 bei Steinbach Meerschaum m. u. das Adj. meerschaumen, aber schon 1574 bei Fischart Onomast. 37 Mörschaum lapis spon- giae». Meerschwein, n.: der gemeine Del- phin, mhd. merszwin, ahd.-and. merisain, ags. meresain n.(wohl wegen seines Speckes), entl. frz. marsouin m. der Braunfisch». Davon Meerschweinchen, n.: das als Haustier ge- haltne Nagetier cavia cobaya, frz. cochon d'Inde,
1612 bei F. Platter 344 B. Meerschwinle, 1687


