Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
151-152
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151 Maus

Maut 152

ist; M. ist eine alte Bezeichnung des weiblichen Geschlechts, junge Mauße«Mädchen» Brief der Herzogin Sibylla v. Sachsen vom 8. Dez. 1550, nd. meisge n. u. bei Goethe Misel n.«junges Mädchen». Vgl. auch Maskel. 4BL. Mäus- chen, n.: kleine Maus(1734 bei Steinbach, Pl. Mãusger 1650 bei Moscherosch Phil. 1, 90); lüngliche Frühkartoffel. Dazu mäus-chen- still, adj.: still wie eine Maus, 1710 bei Ama- ranthes Proben der Poesie 470 mäusgenstill, 1668 bei Abele Gerichtshände!] Vorr. mäusel- Still, 1716 bei Ludwig mäusestill, 1711 bei Räd- lein mausestille, muttermausestille, 1678 bei Krämer mausstill. mausen, v.: Mäuse fangen; (wie die mäusefangende Katze) schleichend, in der Stille und gewandt stehlen(bei Luther Tischr. 385° u. Alberus dict. 1540 B 2 5b, bei H. Sachs auch Mauß f. die Hölle der Schnei-

der»). Mhd. müsen«Mäuse fangen, spühend

schleichen(daher Duckmäuser, s. d.), listig sein, betrügen». Mäuslein, n., mhd. miuse- lin n. ZUS. Mäusedorn, m.: die an den Blattspitzen mit Stacheln versehne Pflanze

ruscus aculeatus, 1546 bei Bock 347 Meiß- dorn. Ubersetzung von gr.-lat. myacanthos,

gr. uuduvéocm. Mäusedreck, m.: Kot- klümpchen der Maus, spätmhd. müstrek, spät- ahd. masdreck. mäusefahl, mausfahl, adj.: blaßgrau wie eine Maus, 1716 b. Ludwig mäuse- fahl, bei Brockes ird. Vergn. 9, 374 mausfahl. Mäuse-, Mausefalle, f., 1540 bei Alberus dict. II2a meußfall, 1482 im Voc. theut. t maußfall, mhd. müsvalle, spütmhd. in den Meisterliedern der Kolmarer Hdschr. S. 394, 23 masefall, ahd.-and. masfalla f. mäusefarben, mäusefarbig, adj., 1555 bei Steinhöwel Eso- pus 85 maußfarb, 1530 meusfarb(Diefenbach gl. 372 b), ahd. nnsfarwi. Mäusefraß, m.: das Abfressen der Mäuse und die dadurch bewirkte Beschädigung, 1777 bei Adelung. Mäusegift, n.: Gift für die Mäuse, 1642 bei Duez Mäußgiſfft, 1457 bei Mone Ztschr. 12, 152, 9 mußgifpt, müßgifft. Mausekatze, f.: gut mausende Katze, 1716 b. Ludwig. Maus(e)- kopf, m.: Spitzbube, 1602 bei Kirchhoff mil. discipl. 120 Mäuſxopff, 1669 im Simpl. 67. Mauß- Kkopff. Mäuseloch, Mausſ(e)loch, n., 1435 bei Dangkrotzheim 107 müseloch, 1540 bei Alberus dict. II 22 meußloch. Mäusenest, n., 1482 im Voc. theut. tꝰ b maußinest, md. im 15. Jh. Mse- nest(Diefenb. gl. 373 b). Mausohr, n.: die Pflanze myosotis, das Vergißmeinnicht, 1482 im Voc. theut. t7 b maußor(verdruckt maßor), im 14. Jh. bei Megenberg mäuscrl, ahd. mMs-

öra n., nach den behaarten, dem Ohr einer Maus vergleichbaren grünen Blättchen be- nannt. Ubersetzung des glbd. gr. lat. myοs0tis, gr. uuocurric f., zgs. aus gr. ubc m.«Maus»(Gen. uuöc) u. obc n.«Ohry(Gen. dréc). mause- tot, bayr. maustot, adj.: völlig tot wie eine mit kräftigen Schlage getötete Maus, d. h. ganz ohne weitre zuckende Lebensregung, 1646 bei Moscherosch Phil. 2, 205 maus todt, 1658 bei Schoch Studentenleben 72, 9 mause kodt. Mauschel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Jude, jüdischer Händler, als Spottname, 1670 bei Abele künstl. Unordn. 2, 250 Mauscherl, 1622 bei Opel-Cohn 30 jähr. Krieg 426, 12 Mauschel- Brücder. Gebildet nach dem hebr. Namen Mose(Moses), in jüdischer Ausspr. Mausche, Môsche(als Anrede des Handelsjuden 1667 in Gepflückte Fincken S. 20 Mauschi, bei Ayrer Fastnachtsp. 4, 2425, 3 Mosch, 2426, 3 Moscha). 4B L. mauscheln, v.: wie ein Schacherjude handeln od. sprechen, 1622 bei Opel-Cohn 424,4. Mause, Mauser, f.: Federwechsel des Vogels, Häutung der Schlange, Schalenwechsel des Krebses; Zeit dieses Wechsels. Mhd. maze f. von Vögeln, Amphibien u. behaarten Tieren. Md. Mauser, Mauster f. Von mausen, v. refl.: die Federn, Haut, Schale wechseln, mhd. sich müzen von Vögeln, mizen«wechseln, tauschen', ahd. mũzön, gimuzõn, andfrk. gematõn(nd. 1425 muthen Diefenb. gl. 374 ²) cündern, verändern, wechselny, aus lat. mätäre indern, wechselny. Md. sich mausern(1727 bei Aler sich mäusern), sich maustern(1737 bei Picander 4, 402). Vgl. mäütern. Dazu mausig, in sich mausig machen csich keck äußerlich hervortun, ohne daß etwas Rechtes dahinter ist od. doch zu sein scheinto, 1541 bei Franck Sprichw. 1, 84 sich maußiig machen. Zimm. Chron. ² 1, 483, 2 mach dich nit mausig/ Eig.«die Federn wechselnd, sich neu herausputzend», zu sich mausen«sich hervor- tun, sich auftun»(1664 bei Duez). Mausoléum, n.(-s, Pl. Jeen): prächtiges Grabmal, 1703 bei Wächtler aus glbd. gr. Jat. Mausoléum, gr. MaucdxXeiov n., eig. das turm- artige Grabmal, das dem karischen König Mausolos(T 353 v. Chr.) in Halikarnaß von seiner Gemahlin Artemisia errichtet wurde. Maut, f.(Pl.-en): Abgabe von Waren u. Gütern bei ihrem Ubergang aus einem Landes- gebiet in das andre, Zoll(1664 bei Duez Mauth zollan einem Wasser»). Bayr.-öst. Mhd. mνπειε) f.(im 15. Jh. mautt«Mautstätte»), ahd. mta f. (in Urkunde von 837); dazu ags. môt Zollꝰ, anord. möta f. Bezahlung zum Schadenersatz,