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Maus 150
Kopfes zum Einnehmen der Nahrung. Von Menschen unedel. Mhd. m³(e) n.(Pl. 1314 maler) und im 14. Jh. bei Megenberg maual (Pl. mäauler), md. auch mule f., ahd. mla f.; dazu ndl. mail n., afrs. mãla m., anord. muli m., got. in faurmüljan das Maul verbundeny. Unerklärt. 48L. Mäulchen, n.: Kleines Maul; zärtlicher Kuß von Lippen auf Lippen. In beiden Bed. 1664 bei Duez Mäulichen. maulen, v.: unwillig, unzufrieden das Maul hängen lassen, 1578 bei Fischart Ehzuchtb. D 62 maulen, 1519 bei Murner Geuchm. 4201 mulen, älternhd. mit Umlaut mäulen, meulen 1642 bei Duez, sich meulen bei H. Sachs (letztres auch in der Bed.«das Maul brauchen, schelten» bei Luther u. in den Fastnachtsp. des 15. Jh.). mäulig, adj., in Zss. dick-, groß-, hartmãulig. ZUS. Maulaffe, m.: dummer, alberner Gaffer, eig. wer in dummer Ver- wundrung od. Erwartung mit aufgesperrtem Maule gafft od. verweilt. In den Fastnachtsp. des 15. Jh. 539, 18 maulaffe, schon mhd. im 13. Jh. mandaffe m. RA. Maulaffen feil haben «gaffen», 1640 bei Colerus Hausapothek 249, wie mh%. tõören veile väeren. maulfaul, adj.: wortfaul, bei Goethe 1, 126. Maulheld, m., 1777 bei Adelung. Maulkorb, m.: Korb vor dem Maule gegen Fressen od. Beißen, 1517 bei Trochus Q5 melkorb. Maulrose, f.: Gartenmalve, wetterauisch. Maulschelle, f.: schallender Schlag mit der flachen Hand auf das Maul; auch Name eines Backwerks. In 1. Bed. 1559 bei Dasypodius Maulschelle, scherzhaft bei Luther Tischr. 308 b Maulschel- lium n.(s. Schelle). Maultasche, f.: Maul- schelle, bei Luther 5, 341 b, H. Sachs Fab. 349, 55. Maultrommel, f.: einer Trommel ähnlich brummendes eisernes Tonwerkzeug, das zwi- schen den Zähnen gespielt wird, 1664 bei Duez Maultrummel, 1582 im Garg. 122 Maultrumme. Maulvoll, n.: soviel ein Maul in sich fassen kann, 1654 bei Logau 1, 9, 8. Maulwerk, n., 1691 bei Stieler.
Maulbeere, f.: die Frucht des Maulbeer- baums, mhd. Malber n. f., im 14. Jh. maulper, aus ahd. mr-, môrheri n., wie ndl. moerbezie f., ags. mör-, mürberie f.(engl. mulberrg) von lat. môrum n. Maulbeeren, mörus f.«Maul- beerbaum». ZDS. Maulbeerbaum, m., mhd. im 15. Jh. mſlberboum, im 12. Jh. malhoum neben marboum, ahd. mal-, mhrpoum m., and. malböm, ags. mörbéam. Vgl. Lorbeer.
Maulwurf, m.(-s, Pl. awürfe): die Scher- maus, 1571 bei Heyden Plinius 277 Maulꝛwarff,
bei Luther Maulzworff, schon 1429 maulleworiff, bei Maaler, Dasypodius, Altenstaig Maulaerff, 1505 in der Straßburger Gemma B 3° moll- werff, molwerff, 1562 bei Mathesius Sar. 317 b Moldawurff, 1540 bei Alberus dict. b 1* Molt- werff, aus mhd. moltzwerfle) m.(daneben mult- werf, malewerf, malwelf, im 14. Jh. bei Megen- berg maulwerf) u. minwerf m., ahd. multaur u. maawerf, müwurf, minwerfo m., and. maaberf. Urspr.«Erdwerfer, Erdaufwerfer», zu ahd. molta f.«Staub, Erdes, got. malda f.„Staub» (s. Molte); müwerf dagegen, das sich zu ags. muga, müha, müwa m.«Haufeny stellt, bed. Haufenwerfery. Ahnliche Benennungen sind spätmhd. u. älternhd. moltwarm(noch ost- preuß.; dazu nd. molaworm), 1795 bei Nemnich Mollmaus, thür. Motaolf, 1574 bei Fischart Onomast. 64 b Multer, Molle, mnd. mul, mol m., noch westfl. moll m., ndl. mol f.; dazu mengl. mole neben moldawerp, latinisiert in den Reiche- nauer Glossen Pl. mali. Vgl. Schermaus.
maunzen, v.: miauen; kläglich tun. 1575 im Garg. 88. Mit eingeschobnem a für mauzen.
Maurer, m.(-s, Pl. wie Sg.): der eine Mauer machende Handwerker; Freimaurer (seit dem 18. Jh.). Mhd. mürcxre, mürer, maurer, ahd. mürãri m., mlat. murarius. Von Mauer(s. d.). Mit Umlaut 1642 bei Duez masson, Märwrer, bei Luther Meurer, im 15. Jh. myrer(Diefenb. gl. 111b), thür.-obsächs. Weier. ZUS. Mau(r)erkelle, f., 1678 bei Krämer Mãurerkelle.
1 Maus, f.(Pl. Mäuse): Arm-, Fußmuskel; Muskelballen unterhalb des Daumens in der Hand. Mhd. ahd.„i⁵ς f.(Pl. ahd. m0si); dazu mnd. müs, ndl. muis, ags. mis f., anord. mös, dän.-dial. mis. Eins mit ² Maus(s. d.), nach einem von dem Tiere hergenommnen Bilde, vielleicht der mausähnlich beweglichen Er- höhung, benannt. Auch im Gr. uòc m., lat. musculus m.«Muskel»(s. d.), eig.«Mäuschen), abg. mysica«Army, aind. mugxãs«Hode, weib- liche Scham, urspr.«Mäuschen).
2 Maus, f.(Pl. Mäuse): das kleine diebische Säugetier lat. mus. Mhd.-ahd. mas f.(Pl. mhd. miuse); dazu and. mns(falla), ndl. muis, ags. mãs, engl. mouse, anord. mds f., dän. mas. Urverw. mit glbd. lat. mũs m. f., gr. uòc m., abg. mY ⁸7 f., alb. ma, arm. mauen, aind. mg m. f.«Maus». RA. Da beißt die M. keinen Faden ab, sda fehlt nicht das mindeste, dagegen gibt es keinen Widerspruch», eig.«da ist nichts verletzty. Es ist Maus wie Mutter«Kind wie Eltern», bei Luther Tischr. 51 b wiewol Mauß als Muatter
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