Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
147-148
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147 Maturität

Maul 148

gr. Jat. Matthias, biblisch-gr. Moreioc, wohl von hebr. Mattitjäh. Tirol. gekürzt Hies, davon tirol.-bayr. das Dim. Hiesel.

Maturität, f.: Reife. Aus glbd. lat. mãtari- tas f., von mãtrus creif. ZUS. Maturitäts- prüfung, f., 1813 b. Campe Maturitätseramen.

1 Matz, m.: zersetzte Milch, s. ³ Matte.

² Matz, m.(-es, Pl.-e u. Mätze): Rufname des zahmen Stares(bei J. Paul, Zss. Starmatz), des Kanarienvogels usw.; einfältiger, lächer- licher Mensch(auch in Zss. Plauder-, Spiel-, Tändelmatz). In letzter Bed. im 17. Jh. gern M. von Dresden(Simpl. 434) od. M. von Zeit⸗ (Engl. Comõd. 1 Cc 8); als allgemeiner Name 1575 im Garg. 261. Gekürzt aus Mathes, Mat- thãus(s. d.) u. aus Mathis, Matthias; so heißt 2. B. die Kirche zu St. Matthias in Breslau im 16. Jh. bei Hans v. Schweinichen 3, 14 zum St. Matze. Ein andrer Mannsname Matz ist ahd. Ma(z)zo, Koseform zu ahd. Madalfrit, wie Gõtz zu Gottfried. Vgl. 1Metze. 4L. Mätz- chen, n.: Kosename für Vögel; Narrenspossen.

Matze, f.(Pl.-/) u. Matzen, m.(s, Pl. wie Sg.): dünner aus Wasser u. Mehl bereiteter Osterkuchen der Juden. 1482 im Voc. theut. t 73 matz m. u. 2 42 matzenkcuch m., 1429 iuden maczs(Diefenb. gl. 64°), aus jüd. aazo, hebr. mazzãh f. ungesäuertes Brot».

Matzfotz, f.(Pl.-en): feiger, weibischer Mensch(Nicolai bei Lessing 13, 384). 1629 bei Adrian Mitteilungen 314 Mathes Fotz. Ein niedriger Ausdruck, zgs. aus Matz d. i. Mathes, Matthus(s. 2Matz), u. dem 1482 im Voc. theut. 1 verzeichneten fad, fotz«vulvay(s. Hunds- fott). Gleicher Bildung u. Bed. ist Matzpompe 1691 bei Stieler.

mau, in der nordd. Umgangsspr.: schwach, kläglich, nur in der RA.: das ist mau u. mir ist mau; m. ist wohl urspr. Nachahmung des Katzengeschreis, vgl. mauen.

Mauche, f., s. 1Mauke.

maudern, v.: kränklich, verdrießlich sein. Obd. 1580 bei Sebiz Feldbau 116 sich maudern. Wohl zu mauen. 48L. maudſe)rig, adj.: verdrießlich.

mauen, v.: schreien wie eine Katze(Schiller Wallenst. Lager 9);(von Kindern) verdrießlich, weinerlich sein. Schon mhd. im 14. Jh. mäzwen, mnd. mawen, mauwen. Ein lautmalendes Wort. Vgl. maunzen, mauzen, miauen.

Mauer, f.(Pl.-n): steinerne Wand. Mhd. mr(e), wiure, ahd. müra, müri f.; dazu asächs.- ags. muür, ndl. muur m., afrs. mãre f., anord. murr m., schwed.-dän. mur. Aus glbd. lat. märus

m. Got. dafür waddjus f. 4BL. mauern, v., älternhd. mauren, mhd. müren, mlat. murare. Vgl. Maurer. ZUS. Mauerbrecher, m.: Kriegswerkzeug zum Einstoßen einer Mauer; 1556 bei Frisius 1177 b Maurenbrächer, aber ahd. der Pl. mürprehhaen, and. mürbrala f. Mauerpfeffer, m.: die auf Mauern, Felsen usw. wachsende Pflanze sedum acre mit pfef- ferartig beißendem Safte, im 15. Jh. im Hortus sanitatis maerpfeffer, 1482 im Voc. theut. t 7 b mauwrsteinpfeffer. Mauerschwalbe, f.: die in Mauerhöhlen nistende Schwalbe hirundo apus, 1664 bei Duez Mawwerschawalbe, dafür 1557 bei Heußlin 217 b Murspyr m. Mauer- specht, m.: die an Mauern kletternde Specht- art certhia muraria, 1557 bei Heußlin 228 b Murspecht. Mauerstein, m., mhd. mürstein m. Mauerwerk, n., mhd. mürzwerc n.

1 Mauke, bayr. auch Mauche, f.: lähmende Fußkrankheit des Pferdes(u. Rindes). Aus mnd. maue f., 1477 clev. muycken; md. aber müche f., noch bayr. Mauche f. Unerklärt.

² Mauke, f.: zeitiges Gelbwerden u. Dorren der Blütter am Weinstock, der nur kurze dünne Schosse treibt und endlich eingeht. 1796 bei Nemnich. Vielleicht übertragen von 1Mauke.

² Mauke, f.(Pl.-n): grüne Blattlaus. 1687 bei Hohberg 1, 625 Maucke.

4 Mauke, f.(Pl.-n): heimlicher Ort zum Aufbewahren(des Obstes). Md.-rhein. und schwäb. Mauke, obrhein. im 16. Jh. Mauch f.; dazu nd. modek, moölc n., mulce f.(Schambach 136 ff.), ndl. im 16. Jh. muyk, älter unverkürzt madick, mue)deke. Schles. auch Mautef., bayr. Mauten f.«Vorrat von Obst, Eßwaren», aus ahd. mtta f.«vVorratskammerꝰ, wozu sich nd. modek, mndl. mudeke als Dim. stellt. S. Matich.

1 Maul, n.(-els, Pl. Mäãuler): Maulesel. Längst veraltet, aber 1781 von Voß(Odüßee 6, 68 u. o.) erneut, ohne Beifall zu finden. Häufig bei Luther. Mhd. mο m. n. u. m¹le m. (Pl. mπι), miule), ahd. mnl m.; dazu ndl. muall, ags. mül m. Aus glbd. lat. mülas m. ZUS. Maulesel, m.: Bastard von Hengst u. Eselin, im 15. Jh. mälesel, ndl. muilezel m.; studentisch einer der nicht mehr Gymnasiast und noch nicht Student ist(Beleg von 1822 bei Kluge Studentenspr.). Dazu Mauleselin, f., 1541 bei Frisius 566 ½ Mauleßlin. Maul- pferd, n.: Maultier, bei Luther 1. Mos. 36, 24. Maultier, n.: von Esel u. Stute erzeugtes Tier, 1505 in der Straßburger Gemma b 7° multyer, in der Hagenauer 1510 multhier.

² Maul, n.(-els, Pl. Mäuler): Offnung des